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Azubi-Bilanz: Unsere ersten 100 Tage

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Auszubildende
Die Azubis Florentina Ongureanu, Ashkan Said und Marco Danzer ziehen nach 100 Tagen Bilanz © Westermann

München - Die ersten 100 Tage des neuen Ausbildungsjahrs sind vorbei. In der tz berichten drei Azubis aus ihrem Berufsalltag, verraten ihr Gehalt und ziehen eine erste Bilanz.

Wir machen’s wie bei Regierungs-Chefs und Ministern: Nach 100 Tagen im Amt ziehen wir eine erste Bilanz. Die Rede ist hier von den jungen Leuten, die unsere Zukunft mit ihrer Hände Arbeit mitgestalten. Am 1. September – also eben vor 100 Tagen – haben in der Stadt und im Landkreis rund 2350 Azubis in 130 verschiedenen Ausbildungsberufen angefangen.

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Die beliebtesten Berufe in ganz Bayern - bei Männern

Eine große Zahl. Heinrich Traublinger (70), Präsident der Handwerkskammer, führt das große Interesse an Lehrberufen auf die Karriere-Chancen für erfolgreiche Praktiker zurück. Außerdem könnten sich die jungen Leute nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung „selbstständig machen oder auch an der Hochschule studieren“.

Kraftfahrzeugmechatroniker und Elektroniker attraktivste Ausbildungsberufe

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Die beliebtesten Berufe in ganz Bayern - bei Frauen

Zu den attraktivsten Ausbildungsberufen in München zählen derzeit der Kraftfahrzeugmechatroniker und der Elektroniker. Die Zahlen sprechen da eine klare Sprache: 347 Jugendliche haben heuer einen Ausbildungsvertrag zum Kfz-Mechatroniker unterschrieben, 278 wollen Elektroniker werden.

Aber, eh klar: Das ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt aus der bunten Vielfalt der Ausbildungsberufe. Vom Supermarkt bis hin zum Frisiersalon, von der Baustelle bis hin zum Restaurant: Für jeden Typ und jede Begabung ist da was dabei.

Wir haben uns zur 100-Tage-Marke umgehört und drei Münchner Azubis gebeten, ihre persönliche Bilanz zu ziehen. Wie ist es ihnen in den ersten gut drei Monaten ergangen? Was haben sie schon alles gelernt? Wie gefällt’s ihnen im Arbeitsleben? Und wie viel Geld gibt’s? Der Check:

Elektroniker - Immer unter Spannung

Marco Danzer (19) macht eine Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik bei der Firma Zausinger.

Marco Danzer
Marco Danzer © Westermann

Bis auf eine kleine Panne am ersten Arbeitstag, als er einen Akkuschrauber kaputtmachte, ist Marco sehr zufrieden: „Es ist unglaublich, was man im Beruf des Elektronikers alles zu sehen bekommt. Ich habe schon mit Verteilerkästen, Stromlaufplänen und Verdrahtungen beziehungsweise Abzweigungen zu tun gehabt.“ Marco hat sich mit Blick in die Zukunft ganz bewusst für einen handwerklichen Beruf entschieden. Er ist sich sicher: „Handwerker und Elektroniker kann man ­immer gebrauchen, weil sich die Technik immer komplexer weiterentwickeln wird.“ Marco arbeitet 39 Stunden pro Woche und ist hochmotiviert: „Ich hoffe, Azubi des Jahres zu werden, denn dann ­bekomme ich einen Mini als Firmenwagen.“ Marco verdient in seinem ersten Lehrjahr 560 Euro ­monatlich.

Restaurantfachfrau - Wow! Dieser Job macht wahnsinnig viel Spaß!

Florentina Ongureanu (18) stammt aus Rumänien und ist vor etwa drei Jahren nach Deutschland gekommen. Sie hat im

Florentina Ongureanu
Florentina Ongureanu © Westermann

September eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau im Edel-Restaurant Brenner an der Maximilianstraße angefangen. Vorab hatte sie dort schon ein Praktikum absolviert, um sicherzugehen, dass es das Richtige für sie ist. Jetzt gibt sie Vollgas und sagt: „Ich bin sehr positiv überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Spaß macht und so interessant ist.“ Alle drei Monate wechselt sie jetzt zwischen Berufsschule und Restaurant. Bei Brenner arbeitet Florentina fünf Tage pro Woche jeweils von 7 bis 16 Uhr. Kleine Pannen sind dabei nicht ausgeschlossen. Mal die Tischnummern beim Servieren verwechseln: Das kann passieren – schließlich ist die Ausbildung ja zum Lernen da. Florentina verdient im ersten ­Lehrjahr 520 Euro ­monatlich.

Einzelhandelskaufmann - Gute Chancen in einem jungen Team

Ashkan Said (25) sagt: „Ich habe vorher Wirtschaftsinformatik studiert, aber das hat mir keinen Spaß

Ashkan Said
Ashkan Said © Westermann

gemacht. Vor meinem Studium hatte ich schon mal bei Vodafone als Aushilfe gearbeitet – so lag es nahe, dort eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann zu beginnen.“ Jetzt arbeitet Ashkan 37 Stunden pro Woche im Shop an der Sendlinger Straße. Die Berufsschule zweimal wöchentlich ist eingerechnet. Said sagt: „Ich bin sehr zufrieden, weil ich gute Weiterbildungsmöglichkeiten habe und wir ein junges Team sind.“ In den ersten 100 Tagen hat der junge Mann schon viel gelernt: „Unter anderem bekam ich eine Einführung in das Betriebssystem. Meine Kollegen bringen mir bei, wie man verkauft und Kunden richtig berät. Jetzt bin ich schon fit genug, um selbstständig zu beraten und Kunden zu betreuen.“ Ashkan verdient im ersten Lehrjahr etwa 760 Euro: „Damit bin ich hochzufrieden.“

Nemanja Markovic

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