Nach Renovierung durch Promi-Truppe

Ramadan: So affengeil ist meine neue Wohnung

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Ramadan ist glücklich in seiner rundum erneuerten Wohnung. Hier die Küche.

München - Ramadan A. wohnt in der Müllerstraße 6. seine 40 Quadratmeter waren Teil der Renovierungsaktion des Promi-Trupps. Nun darf er zurück in seine vier Wände - und freut sich wie ein Schneekönig.

"Ich hatte gedacht, die streichen nur die Wände neu.“ Ramadan A. "(19) kann sein Glück noch nicht fassen. Der prominente Gorilla-Trupp hatte vorige Woche seine städtische Wohnung in der Müllerstraße 6 auf Vordermann gebracht, um gegen den Leerstand und den Zustand des Hauses zu protestieren.

So sah die Küche aus, bevor die Affen-Truppe anrückte.

Ramadan stammt aus Somalia und hat schlimme Jahre hinter sich. Er wurde von Warlords entführt, die ihn zum Kindersoldaten ausbilden wollten. Sein Vater befreite ihn und steckte Ramadan 2007 in ein Flugzeug nach Moskau, damals war er zwölf! Ramadan schlug sich alleine nach Rumänien durch, lebte dort auf der Straße, bis er es 2010 nach München schaffte. Nach Monaten in Massenunterkünften quartierte ihn die Stadt im Juli in der Müllerstraße ein. „Ich war zufrieden“, so Ramadan bescheiden. „Und als mir die Leute von Goldgrund erzählten, dass sie die Wohnung herrichten, habe ich von dieser Aktion nicht zu träumen gewagt.“ Kultur-Impresario Till Hofmann, der die prominente Renovierungsaktion initiiert hatte, sah allerdings heftigen Handlungsbedarf: „Es ist beschämend, wie die Stadt traumatisierte Flüchtlingskinder unterbringt.“

Ramadan kann's kaum glauben

Als Ramadan am Donnerstag wieder einzog, traute er seinen Augen nicht: „Die Leute haben das wirklich wunderschön hergerichtet. Früher wollte ich immer eine große Wohnung haben, jetzt ist meine 40-Quadratmeter-Wohnung mein erfüllter Traum.“ Wenn Ramadan irgendwo erzählt, dass er in der Müllerstraße wohnt, fragen ihn viele: „Was, in der Müllerstraße, das kannst du dir leisten?“ Tatsächlich hat Ramadan von seinem Balkon einen Panoramablick auf das ehemalige städtische Heizkraftwerk, das jetzt zum Millionärs-Quartier The Seven umgebaut wird.

Ramadan holt die Sachen für eine Nachhilfestunde raus, die er gleich gibt. Der Somali ist ein cleverer Bursche. Er hat den Quali mit einer glatten Eins bestanden – dank der Hilfe des Flüchtlingskinder- Projekts Schlauschule. Und jetzt macht Ramadan eine Ausbildung zum Pflegehelfer. „Ich lerne derzeit Senioren-, Behinderten und Krankenpflege.“ Sein Traum für die Zukunft: „Abi machen und Ingenieur studieren.“

Johannes Welte

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