Schwere Vorwürfe bei RTL-"Explosiv"

Bespitzelung bei Zara? Ex-Mitarbeiterin packt aus

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Die Modekette Zara soll Mitarbeiter mit versteckten Kameras ausspioniert haben.

Bei der Modekette Zara sollen Mütter gezielt aus dem Unternehmen gedrängt und Mitarbeiter systematisch überwacht worden sein. Eine Ex-Filialleiterin prangert jetzt an.

Eine ehemalige Filialleiterin der Modekette Zara erhebt bei der RTL-Sendung "Explosiv" schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen: Zara soll seine Mitarbeiter systematisch überwacht und hinausgeekelt haben. 

Besonders auf Mütter soll es Zara abgesehen haben

Besonders gegen Mütter sei Zara massiv vorgegangen und diese mithilfe von Aufhebungsverträgen aus dem Unternehmen gedrängt haben: "Mütter sind nicht flexibel genug, Mütter wollen ausschließlich Frühschichten und den Samstag frei", so die ehemalige Angestellte in der Sendung - und das sei für die Modekette nicht akzeptabel. Schließlich wolle Zara ausschließlich flexible Mitarbeiter haben. 

So sollte die Ex-Filialleiterin - angeblich nach Vorgaben der Firmenzentrale - aktiv nach "Fehlern" bei Müttern suchen und diese abmahnen, wenn sie zum Beispiel 

  • oft krank waren,
  • wenn Mütter zu spät kamen, 
  • sie Kaugummi kauten,
  • wenn die Uniform nicht korrekt getragen wurde oder etwa
  • das Styling nicht "gut genug" war.

Über Fehlzeiten soll sogar eine Statistik geführt worden sein. 

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Gewerkschaft verdi: Vorgehen bei Zara soll gängige Praxis gewesen sein

Laut Juliane Fuchs von der Gewerkschaft verdi soll dies gängige Praxis bei Zara gewesen sein. Im RTL-Beitrag sagt sie: "In Niedersachsen - ganz konkret auch in Hannover - kennen wir diese Beispiele bei Zara, dass - vor allem im letzten Jahr - Kolleginnen, junge Mütter, unter Druck gesetzt worden sind. Auch, wenn es überhaupt gar keine Ursache gab - außer dem 'Muttersein'."  

Zara bestreitet die Vorwürfe der ehemaligen Mitarbeiterin vehement. Gegenüber RTL teilt die Modekette mit, dass die Zahl der Mitarbeiter mit Kindern im Unternehmen sogar kontinuierlich ansteigen würde, was angeblich "die positiven Ergebnisse unseres Engagements" zeige, "Kollegen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu unterstützen."

Auch interessant: Was mit Kindern passiert, wenn Mütter früh wieder arbeiten gehen.

Überwachungskameras in Aachener Filiale

Doch es kommt noch schlimmer: In einer Aachener Filiale sollen Mitarbeiter mithilfe von versteckten Kameras systematisch in Pausenräumen überwacht worden sein, wie ein anderer Informant RTL versichert. Dieser soll für eine Firma gearbeitet haben, die deutschlandweit für die Sicherheitstechnik bei Zara zuständig ist. Laut seiner Aussage sollten mit den Aufnahmen explizit festgestellt werden, "wann welcher Mitarbeiter in welcher Schicht tätig war".

Bespitzelt Zara also heimlich seine Mitarbeiter - auch in anderen Filialen? Die Modekette Zara bestätigt auf Nachfrage von RTL den Einsatz von Überwachungskameras in der Aachener Filiale. Allerdings sollen diese einen ganz anderen Grund gehabt haben: "Bezüglich Ihrer Frage zum Einsatz von Kameras in einer unserer Fililalen im Jahr 2015 können wir Ihnen mitteilen, dass die Verwendung in Zusammenhang mit einer Investigation der Kriminalpolizei stattgefunden hat." Dies soll "nach rechtlicher Prüfung und unter Einhaltung der enstprechenden Datenschutzvorschriften" geschehen sein.

Auf den Einsatz von Kameras in anderen Filialen geht die Modekette laut RTL nicht ein. Ob die Überwachung in der Aachener Filiale tatsächlich einen polizeilichen Hintergrund hatte, ist ebenso ungewiss. Rechtlich hätte jedoch der Betriebsrat über die Kameras informiert werden müssen.

Eine Stellungnahme von Zara gegenüber unserer Redaktion liegt bislang nicht vor. 

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Von Andrea Stettner

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