Die Qual der Wahl

Schadet es, sich bei einem Unternehmen auf mehrere Stellen zu bewerben?

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Zwei Stellenausschreibungen bei derselben Firma entdeckt? Eine Karriereexpertin erklärt, worauf Sie bei den Bewerbungen achten müssen.

Ihr Wunschunternehmen hat mehrere interessante Jobs zu bieten - können Sie sich mehrmals bewerben? Der Karrierecoach sagt Ja, doch es gibt manches zu beachten.

Mit Ihrem individuellen Bewerbungsschreiben wollen Sie Ihrem zukünftigen Arbeitgeber zeigen, dass Sie die Stelle wirklich wollen. Es hat Sie Mühe und Herzblut gekostet, Ihr Schreiben an die jeweilige Ausschreibung anzupassen. Denn Sie wollen demonstrieren, dass Ihre Qualifikationen mit dem erwünschten Profil übereinstimmen und Sie deshalb die einzig richtige Wahl sind.

Deshalb sollte man sich auf zwei Stellenausschreibungen konzentrieren, rät Karriereexpertin Ute Bölke im Interview mit Business Insider. Hierarchie und Anspruch der beiden Stellen sollten jedoch vergleichbar sein. Bewerbungen auf einen Junior- und einen führenden Posten zur selben Zeit wirken, als könne sich der Bewerber selbst nicht gut einschätzen.

Durchschaubare Kopie: Finger weg von Copy & Paste

In beiden Bewerbungen dieselben Formulierungen zu wählen, ist tabu. Der Text sollte natürlich an die jeweilige Stelle angepasst werden: Warum genau diese Stelle und warum ausgerechnet Sie? Die doppelte Bewerbung müssen Sie nicht erwähnen, jedoch damit rechnen, dass sich die jeweiligen Fachabteilungen untereinander austauschen. "Ein gleiches Anschreiben käme dann nicht gut an", warnt Karrierecoach Bölke.

Gleich wieder aufs Pferd: Beharrlichkeit und Interesse zeigen

Auch nach einer Absage können Sie an Ihrem Traumjob festhalten und sich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal bewerben. Laut Bölke solle man sich nicht abschrecken lassen: Manche Arbeitgeber schätzen diese Beharrlichkeit und anhaltendes Interesse an ihren Bewerbern.

Vielleicht kennen Sie diese Situation: Eine Frau kassierte 100 Absagen auf ihre Bewerbungen - bis sie ein entscheidendes Detail ausließ.

Wenn Sie seit der letzten Bewerbung bereits im Bewerberpool mitschwimmen, können Sie sich telefonisch bei Ihrem Traumunternehmen melden und Ihr Interesse an einer Stelle betonen. Prüfen Sie auch noch einmal Ihre Bewerbungsunterlagen. Gibt es Verbesserungspotenzial? Was könnte der Grund für die erste Absage gewesen sein? Haben Sie sich in der Zwischenzeit vielleicht sogar weitergebildet? Dann könnten Ihre Chancen noch besser stehen, als beim ersten Mal.

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vro

Personaler verraten: So sieht der perfekte Bewerber aus

Wie sieht der perfekte Bewerber aus? Diese Frage stellte das Staufenbiel Institut und Kienbaum 300 Personalern in Deutschland. Das Ergebnis sehen Sie hier: 
Wie sieht der perfekte Bewerber aus? Diese Frage stellte das Staufenbiel Institut und Kienbaum 300 Personalern in Deutschland. Das Ergebnis sehen Sie hier:  © pexels
Der perfekte Bewerber ist Wirtschaftswissenschaftler. Rund 79 Prozent aller befragten Unternehmen suchen Kandidaten dieser Fachrichtung. Auch Informatiker und Ingenieure haben gute Karten auf dem Arbeitsmarkt.
Der perfekte Bewerber ist Wirtschaftswissenschaftler. Rund 79 Prozent aller befragten Unternehmen suchen Kandidaten dieser Fachrichtung. Auch Informatiker und Ingenieure haben gute Karten auf dem Arbeitsmarkt. © dpa
Während seines Studiums war er Praktikant. 73 Prozent der Personaler bevorzugen Bewerber, die bereits im Studium Praxiserfahrung gesammelt haben. Und sogar 81 Prozent überzeugt Erfahrung mehr als gute Abschlussnoten.
Während seines Studiums war er Praktikant. 73 Prozent der Personaler bevorzugen Bewerber, die bereits im Studium Praxiserfahrung gesammelt haben. Und sogar 81 Prozent ist Erfahrung wichtiger als gute Abschlussnoten. © dpa
Apropos Abschlussnoten: Für 58 Prozent der Personaler sollte der perfekte Bewerber einen guten Abschluss haben. Hier spielt aber die Branche eine große Rolle: Banken und Finanzdienstleister legen mit 68 Prozent mehr Wert auf gute Noten. Der höhere Master-Abschluss zählt vor allem im Bereich Gesundheit, Chemie und Pharmazie.
Apropos Abschlussnoten: Für 58 Prozent der Personaler sollte der perfekte Bewerber einen guten Abschluss haben. Hier spielt aber die Branche eine große Rolle: Banken und Finanzdienstleister legen mit 68 Prozent mehr Wert auf gute Noten. Der höhere Master-Abschluss zählt vor allem im Bereich Gesundheit, Chemie und Pharmazie. © dpa
Wer einmal ein Jahr im Ausland verbracht hat, kann sich glücklich schätzen: Recruiter schätzen Zusatzqualifikationen wie Englischkenntnisse (77 Prozent) und Auslandserfahrung (38 Prozent).
Wer einmal ein Jahr im Ausland verbracht hat, kann sich glücklich schätzen: Recruiter schätzen Zusatzqualifikationen wie Englischkenntnisse (77 Prozent) und Auslandserfahrung (38 Prozent). © pixabay
Der perfekte Bewerber muss außerdem mit einem ganzen Katalog an Soft Skills aufwarten. Besonders gefragt bei Personalern: Eigeninitiative (100 Prozent), Leistungsbereitschaft (98 Prozent), Kommunikationsfähigkeit (95 Prozent) und Teamfähigkeit (94 Prozent).
Der perfekte Bewerber muss außerdem mit einem ganzen Katalog an Soft Skills aufwarten. Besonders gefragt bei Personalern: Eigeninitiative (100 Prozent), Leistungsbereitschaft (98 Prozent), Kommunikationsfähigkeit (95 Prozent) und Teamfähigkeit (94 Prozent). © iStockphoto / AndreyPopov
Bei der Bewerbung erwarten Personaler Perfektion: Rechtschreibfehler sind ein absolutes No-Go - rund 60 Prozent aller Personaler sortieren eine fehlerhafte Bewerbung sofort aus. Ein falscher Ansprechpartner oder Unternehmensname führt bei 54 Prozent zum Aus. 
Bei der Bewerbung erwarten Personaler Perfektion: Rechtschreibfehler sind ein absolutes No-Go - rund 60 Prozent aller Personaler sortieren eine fehlerhafte Bewerbung sofort aus. Ein falscher Ansprechpartner oder Unternehmensname führt bei 54 Prozent zum Aus.  © dpa
Das Herzstück einer Bewerbung ist der Lebenslauf, auch CV (kurz für "Curriculum Vitae") genannt. Etwa drei Viertel aller Personaler widmet sich erst dem Lebenslauf - allerdings nehmen sich dafür rund 40 Prozent nur fünf Minuten oder weniger Zeit.
Das Herzstück einer Bewerbung ist der Lebenslauf, auch CV (kurz für "Curriculum Vitae") genannt. Etwa drei Viertel aller Personaler widmet sich erst dem Lebenslauf - allerdings nehmen sich dafür rund 40 Prozent nur fünf Minuten oder weniger Zeit.  © pixabay
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Nach dem Lebenslauf kommt das Anschreiben. Hier bevorzugen Personaler eine übersichtliche Struktur statt kreativem Design.  © pixabay
Über das private Facebook-Profil müssen sich Bewerber allerdings keine Sorgen machen: Nur drei Prozent der befragten Personaler checken Kandidaten über Social Media. 
Über das private Facebook-Profil müssen sich Bewerber allerdings keine Sorgen machen: Nur drei Prozent der befragten Personaler checken Kandidaten über Social Media.  © pexels

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