Online-Bewerbung

Aufgepasst: Ab sofort können Sie das Anschreiben bei der Bewerbung getrost weglassen

Bewerben Sie sich online, können Sie bei manchen Firmen auf das Motivationsschreiben verzichten.
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Bewerben Sie sich online, können Sie bei manchen Firmen auf das Motivationsschreiben verzichten.

Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse: So sieht die perfekte Bewerbung aus - oder etwa doch nicht? Laut einer Umfrage wird eine Sache immer unwichtiger.

Nur rund ein Drittel der 50 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands fordert noch ein Motivationsschreiben im Bewerbungsprozess an. Das ergab eine Untersuchung der Recruitment-Plattform Taledo, welche die Online-Bewerbungsverfahren für Positionen im IT-Bereich auf die geforderten Dokumente beim Bewerbungsprozess geprüft hat. Die Redaktion klärt Sie über die Einzelheiten auf.

Bewerbung: Viele Unternehmen fragen nicht mehr nach Anschreiben

Demnach fordern gerade einmal 14 der untersuchten Unternehmen explizit ein Anschreiben, darunter unter anderem Größen aus der Automobilindustrie wie die Porsche AG und die Daimler AG, pharmazeutische Großunternehmen wie die Bayer AG, sowie der Energiekonzern Vattenfall GmbH.

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Dem entgegen steht ein Unternehmen, das bereits gar nicht mehr die Möglichkeit anbietet, ein Motivationsschreiben der Online-Bewerbung beizufügen: die Robert Bosch GmbH. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) aller Unternehmen überlassen die Entscheidung über das Anfügen eines Anschreibens dem Bewerber selbst.

Ein Großteil der Unternehmen benötigen einen Lebenslauf

Der Lebenslauf (auch CV genannt) ist das meist geforderte Dokument bei Online-Bewerbungsverfahren. Rund 74P Prozent aller Unternehmen fordern einen CV, um die Bewerbung abzuschließen. Bei zehn (20 Prozent) der untersuchten Großunternehmen ist der Lebenslauf nur optional der Bewerbung beizufügen.

Demnach ist unter anderem bei den Stellenausschreibungen auf den Karriere-Websites der BASF SE, BayWa AG, Deutsche Bahn AG, Deutsche Post AG und Tennet TSO GmbH der Anhang des Lebenslaufes an die Bewerbung optional.

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Bewerbung: Media-Saturn-Holding GmbH und Porsche AG fordern am meisten Unterlagen

Bei sieben Großkonzernen ist der Online-Bewerbungsprozess am umfangreichsten, da diese sowohl CV als auch Motivationsschreiben und relevante Zeugnisse fordern. Zu diesen 14 Prozent der größten Unternehmen zählen

  • Aldi Süd
  • Vattenfall GmbH
  • Alstom Power Systems GmbH
  • Daimler AG
  • Hochtief AG
  • Media-Saturn-Holding GmbH und
  • Porsche AG.

Auch die Rewe GmbH fordert relevante Zeugnisse von Bewerbern. Allerdings verzichtet das Kölner Unternehmen auf das Bewerbungsanschreiben. Eher wechselhaft in ihren Anforderungen ist die Marquard und Bahls AG. Hier ist die Frage nach den geforderten Dokumenten stark positionsabhängig. Sechs Prozent der Konzerne bieten dagegen generell keine Upload-Option für Zeugnisse im Bewerbungsprozess.

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Bewerbung in Zeiten der Globalisierung - hinkt Deutschland hinten nach?

Melikshah Ünver, Gründer und CEO der Taledo GmbH, bewertet diese Entwicklungen als fortschrittlich, sieht aber noch Verbesserungsbedarf. "Dass traditionelle Bewerbungsverfahren hoffnungslos veraltet sind, erkennen deutsche Unternehmen nach und nach", erklärt er. "Im Hinblick auf den Fachkräftemangel und im Zeitalter der Digitalisierung müssen Prozesse schlank, schnell und effizient werden - sowohl für Bewerber als auch für die Personalabteilungen der Unternehmen".

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Für die Unternehmen Ford-Werke GmbH und die Shell Deutschland Oil GmbH ließen sich keine Daten über die benötigten Bewerbungsunterlagen sammeln, da zum Zeitpunkt der Untersuchung keine vergleichbaren Stellen auf den Unternehmenswebseiten verfügbar waren.

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jp

Personaler verraten: So sieht der perfekte Bewerber aus

Wie sieht der perfekte Bewerber aus? Diese Frage stellte das Staufenbiel Institut und Kienbaum 300 Personalern in Deutschland. Das Ergebnis sehen Sie hier: 
Wie sieht der perfekte Bewerber aus? Diese Frage stellte das Staufenbiel Institut und Kienbaum 300 Personalern in Deutschland. Das Ergebnis sehen Sie hier:  © pexels
Der perfekte Bewerber ist Wirtschaftswissenschaftler. Rund 79 Prozent aller befragten Unternehmen suchen Kandidaten dieser Fachrichtung. Auch Informatiker und Ingenieure haben gute Karten auf dem Arbeitsmarkt.
Der perfekte Bewerber ist Wirtschaftswissenschaftler. Rund 79 Prozent aller befragten Unternehmen suchen Kandidaten dieser Fachrichtung. Auch Informatiker und Ingenieure haben gute Karten auf dem Arbeitsmarkt. © dpa
Während seines Studiums war er Praktikant. 73 Prozent der Personaler bevorzugen Bewerber, die bereits im Studium Praxiserfahrung gesammelt haben. Und sogar 81 Prozent überzeugt Erfahrung mehr als gute Abschlussnoten.
Während seines Studiums war er Praktikant. 73 Prozent der Personaler bevorzugen Bewerber, die bereits im Studium Praxiserfahrung gesammelt haben. Und sogar 81 Prozent ist Erfahrung wichtiger als gute Abschlussnoten. © dpa
Apropos Abschlussnoten: Für 58 Prozent der Personaler sollte der perfekte Bewerber einen guten Abschluss haben. Hier spielt aber die Branche eine große Rolle: Banken und Finanzdienstleister legen mit 68 Prozent mehr Wert auf gute Noten. Der höhere Master-Abschluss zählt vor allem im Bereich Gesundheit, Chemie und Pharmazie.
Apropos Abschlussnoten: Für 58 Prozent der Personaler sollte der perfekte Bewerber einen guten Abschluss haben. Hier spielt aber die Branche eine große Rolle: Banken und Finanzdienstleister legen mit 68 Prozent mehr Wert auf gute Noten. Der höhere Master-Abschluss zählt vor allem im Bereich Gesundheit, Chemie und Pharmazie. © dpa
Wer einmal ein Jahr im Ausland verbracht hat, kann sich glücklich schätzen: Recruiter schätzen Zusatzqualifikationen wie Englischkenntnisse (77 Prozent) und Auslandserfahrung (38 Prozent).
Wer einmal ein Jahr im Ausland verbracht hat, kann sich glücklich schätzen: Recruiter schätzen Zusatzqualifikationen wie Englischkenntnisse (77 Prozent) und Auslandserfahrung (38 Prozent). © pixabay
Der perfekte Bewerber muss außerdem mit einem ganzen Katalog an Soft Skills aufwarten. Besonders gefragt bei Personalern: Eigeninitiative (100 Prozent), Leistungsbereitschaft (98 Prozent), Kommunikationsfähigkeit (95 Prozent) und Teamfähigkeit (94 Prozent).
Der perfekte Bewerber muss außerdem mit einem ganzen Katalog an Soft Skills aufwarten. Besonders gefragt bei Personalern: Eigeninitiative (100 Prozent), Leistungsbereitschaft (98 Prozent), Kommunikationsfähigkeit (95 Prozent) und Teamfähigkeit (94 Prozent). © iStockphoto / AndreyPopov
Bei der Bewerbung erwarten Personaler Perfektion: Rechtschreibfehler sind ein absolutes No-Go - rund 60 Prozent aller Personaler sortieren eine fehlerhafte Bewerbung sofort aus. Ein falscher Ansprechpartner oder Unternehmensname führt bei 54 Prozent zum Aus. 
Bei der Bewerbung erwarten Personaler Perfektion: Rechtschreibfehler sind ein absolutes No-Go - rund 60 Prozent aller Personaler sortieren eine fehlerhafte Bewerbung sofort aus. Ein falscher Ansprechpartner oder Unternehmensname führt bei 54 Prozent zum Aus.  © dpa
Das Herzstück einer Bewerbung ist der Lebenslauf, auch CV (kurz für "Curriculum Vitae") genannt. Etwa drei Viertel aller Personaler widmet sich erst dem Lebenslauf - allerdings nehmen sich dafür rund 40 Prozent nur fünf Minuten oder weniger Zeit.
Das Herzstück einer Bewerbung ist der Lebenslauf, auch CV (kurz für "Curriculum Vitae") genannt. Etwa drei Viertel aller Personaler widmet sich erst dem Lebenslauf - allerdings nehmen sich dafür rund 40 Prozent nur fünf Minuten oder weniger Zeit.  © pixabay
Nach dem Lebenslauf kommt das Anschreiben. Hier bevorzugen Personaler eine übersichtliche Struktur statt kreativem Design. 
Nach dem Lebenslauf kommt das Anschreiben. Hier bevorzugen Personaler eine übersichtliche Struktur statt kreativem Design.  © pixabay
Über das private Facebook-Profil müssen sich Bewerber allerdings keine Sorgen machen: Nur drei Prozent der befragten Personaler checken Kandidaten über Social Media. 
Über das private Facebook-Profil müssen sich Bewerber allerdings keine Sorgen machen: Nur drei Prozent der befragten Personaler checken Kandidaten über Social Media.  © pexels

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