Businessplan für Investoren, darauf gilt es zu achten

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Wer Selbstständig ist, der arbeitet selbst und ständig. Doch es kommt meistens der Punkt, an dem es ohne fremdes Kapital nicht mehr weiter geht.

Viele gute Ideen bleiben dann auf der Strecke, weil es nicht gelingt einen Investor zu überzeugen in eine Gründung zu investieren. Ohne einen guten Businessplan gelingt dies eigentlich niemals, weshalb es auch einiges zu beachten gilt, bevor der Plan und die Geschäftsidee potentiellen Investoren präsentiert werden können. Nun soll dieser Beitrag klären, worauf die Investoren beim Businessplan achten und wo Ihr Fokus liegen sollte.

Executive Summary – mehr als nur ein Türöffner

Am Beginn des Businessplans steht das Executive Summary. Hier geht es darum, dem potentiellen Investor neugierig zu machen. Auch zeigt sich hier, ob die Geschäftsidee einem Laien ohne Probleme und verständlich kommuniziert werden kann. Wer hier Schwierigkeiten hat, dem wird es schwer fallen auch im weiteren Verlauf zu überzeugen. Oft werden Angaben zum Management und zum Finanzbedarf vergessen. Niemand will lange suchen und ein Investor interessiert vor allem, um welche Summen es beim Investment geht. Das Executive Summary sollte maximal zwei DIN A4 Seiten umfassen.

Ihre Dienstleistung – was machen Sie genau?

Ist das Interesse geweckt geht es im nächsten Punkt darum, genau und anschaulich darzustellen, was Ihre Geschäftsidee ausmacht. Hier geht es nicht um Fachbegriffe und nur der Begriff Qualität reicht nicht aus. Das Alleinstellungsmerkmal der Dienstleistung oder des Produktes sollte hier klar formuliert werden. Investoren wünschen innovative Ideen und es muss ein Potential für Wachstum zu erkennen sein. Das reine Kopieren einer Idee ist in den seltensten Fällen erfolgreich. Auf die Frage nach der Problemlösung Ihres Produktes oder Ihrer Dienstleistung sollten Sie an dieser Stelle auf jeden Fall eine Antwort haben. Ihr Produkt/Dienstleistung muss dem Investor einen Mehrwert signalisieren.

Marktanalyse – zeigen Sie Ihr Wissen

Wer in der Marktanalyse auf das Wissen anderer baut, macht einen Fehler. Wichtig ist, dass Sie Ihre Mitbewerber kennen und Ihre Kernzielgruppe genau benennen können. Marktpotentiale und Branchenentwicklungen sollten ebenfalls kurz ausgeführt werden. Vertrauen Sie auf eigene Recherchen unter Einsatz unterschiedlicher Medien online und offline sowie eine verifizierbare und fundierte Datenbasis.

Markteintritt – erste Schritte sind schwer

Für einen Investor reicht eine bestehende Basis an losen Kontakten nicht aus. Auf dieser Basis werden Sie kein Kapital gewinnen können. Es sollte eine klare Strategie kommuniziert werden, nach der neue Kunden akquiriert werden können. Bereits bestehende Partnerschaften, Pilotprojekte oder Prototypen sollten unbedingt erwähnt werden. Für die Marketingmaßnahmen sind gezielte Aktionen wichtig, um unnötige Verluste zu vermeiden. Es ist zudem förderlich, wenn Sie bereits auf Verträge mit Kunden verweisen oder erste Umsätze vorzeigen können.

Management – wer steht hinter der Geschäftsidee

Im Abschnitt zum Management sollten Sie kurz darlegen, wer hinter der Idee zur Gründung steht. Wenn Sie Fachfremd sind, müssen Sie hier belegen, dass Sie über die Eignung verfügen, Ihre Idee zu einem Erfolg zu machen. Motivation allein reicht hier nicht aus. Zeigen Sie Ihre Qualifikationen, aber bitte nicht mittels eines Lebenslaufs, denn der gehört in den Anhang. Für Investoren ist es wichtig, dass das Management auf sicheren Füßen steht und nicht nur an einer Person hängt, denn sonst ist das Ausfallrisiko viel zu groß.

Organisation – wer macht was

Ebenso wie das Management ist auch die Organisation der Gründung von zentraler Bedeutung für potentielle Investoren. Hier müssen Sie als Gründer klar kommunizieren können, dass Sie mit Ihrer Mannschaft dem Arbeitsaufwand gewachsen sind und klare Strukturen herrschen. Nicht jeder kann und soll alles machen. Zeitaufwendige Dinge, wie beispielsweise die Buchhaltung, können Sie problemlos outsourcen. In diesem Punkt geht es auch um den Firmensitz, die Rechtsform, aber auch darum wer wann und wofür in Zukunft eingestellt werden soll. So sieht der Investor, dass es einen klaren Plan für das Wachstum und die Geschäftsidee gibt.

Planung der Finanzen – mehr als nur Gewinne

Natürlich sind Sie begeistert von Ihrer Geschäftsidee, aber Investoren wollen rund um das Thema Finanzen alles ganz genau wissen. Hier geht es nicht nur darum, ob die Gründung sofort Gewinne abwirft, sondern, dass die Geschäftsidee auch nachhaltig trägt. Wer seine Kosten kalkuliert, setzt seine eigenen Unterhaltskosten oft zu niedrig an. Auch werden die Kosten von Steuern und Verbindlichkeiten häufig vergessen. Kosten lassen sich oftmals sehr exakt und präzise angeben. Seien Sie hingegen beim Umsatz realistisch und so genau, wie möglich. Zu optimistische Schätzungen bringen Sie nicht weiter. Wenn Sie alles solide berechnen, dann haben Sie einen ziemlich genauen Bedarf Ihrer Finanzen vor Augen.

Schätzen Sie das Risiko Ihrer Geschäftsidee realistisch ein

Für Investoren sind die Chancen und Risiken, die sich ihnen mit Ihrer Geschäftsidee bieten, elementar. Seien Sie ehrlich zu sich selbst und schätzen die Potentiale sowie die Gefahren für Ihre Geschäftsidee realistisch ein. Gehen Sie darauf ein, warum Ihre Geschäftsidee ein Erfolg werden kann. Vergessen Sie aber auch nicht, dass Ihre Gründung auch scheitern könnte. Sprechen Sie Problemfelder offen an und zeigen Ihre Lösungsansätze. Im Endeffekt sollten hier natürlich mehr positive Aspekte und Chancen als Risiken aufgeführt werden können.

Fazit:

Ein gut strukturierter Businessplan mit einem ansprechenden Executive Summary hilft Ihnen definitiv bei der Suche nach Investoren. Zudem verleiht er Ihnen Sicherheit und gibt Ihnen einen roten Faden für die Vorstellung Ihrer Geschäftsidee. Nehmen Sie sich Zeit, denn der Businessplan entscheidet maßgeblich, ob Ihre Suche nach externen Geldgebern und Investoren erfolgreich sein wird.

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