Arbeitsrecht

Gehalt: Was kann ich tun, wenn mein Chef zu spät zahlt?

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Was tun, wenn das Gehalt ausbleibt? Ein Rechtsanwalt klärt auf.

Wer sein Gehalt zu spät, nur teilweise oder auch gar nicht bekommt, muss unbedingt handeln. Wir zeigen, wie sich Mitarbeiter in diesen Fällen wehren können.

Wer arbeitet, der muss dafür auch entsprechend entlohnt werden. Wenn das Gehalt ausbleibt, zu spät kommt oder auch nur teilweise gezahlt wird, dürfen Sie sich das nicht gefallen lassen. 

Ab welchen Zeitpunkt kann ich meine Gehaltsansprüche durchsetzen?

Arbeitgeber sind bereits im Lohnverzug, wenn das Gehalt an dem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt nicht eingegangen ist, verrät Rechtsanwalt Tobias Klingelhöfer in einem Gastbeitrag des Focus. Doch das heißt nicht automatisch, dass Sie sofort Ansprüche anmelden können. In manchen Verträgen sind bestimmte Fristen dafür vorgesehen, meist zwischen drei und sechs Monaten. Achten Sie also aufs Kleingedruckte!

Lesen Sie auch: Gehalt nach der Ausbildung: Das sind die Top- und Flop-Berufe.

So formulieren Sie Ihre Gehaltsansprüche:

Ist der Chef nach dieser Frist immer noch in Verzug, sollten Sie handeln. Die Gehaltsansprüche sollten Sie laut des Expertens immer

  • schriftlich einfordern.
  • Das Schreiben sollte die Höhe des ausstehenden Lohns und
  • eine Frist beinhalten, bis zu welchem Zeitpunktdas Geld überwiesen sein muss.

Chef zahlt keinen Lohn: Arbeitnehmern steht Schadensersatz zu

Seit 2016 haben Arbeitnehmer bei verspäteter Zahlung außerdem einen Anspruch auf Entschädigung: Arbeitnehmern winkt hier ein pauschaler Schadensersatz von 40 Euro. Nicht viel, wenn man bedenkt, dass am Monatsanfang bei den meisten Mitarbeitern die Miete fällig wird.

Zusätzlich stehen geprellten Arbeitnehmern aber auch Verzugszinsen in Höhe von derzeit 4,12 Prozent vom Bruttolohn zu, und zwar ab dem ersten Tag, ab dem der Chef mit den Lohnzahlungen in Rückstand ist. Der Zinssatz bezieht sich dabei auf ein Jahr.

Wer auf sein Gehalt warten muss, sollte die Verzugspauschale und die Verzugszinsen also unbedingt vom Chef einfordern, auch wenn dieser bereits Teile des Gehalts gezahlt haben sollte. Eine vorherige Abmahnung ist laut Klingelhöfer nicht nötig. 

Wenn Arbeitgeber nicht reagiert: Abmahnung oder Lohnklage

Ihr Chef reagiert nicht auf Ihr Schreiben? Dann rät der Anwalt dringen dazu, dem Arbeitgeber eine Abmahnung zu erteilen. Falls auch das keine Wirkung zeigt und Ihre Gehaltszahlung immer noch ausbleibt, sollten Sie Lohnklage vor dem Arbeitsgerichteinreichen. "Bei diesem Schritt sollten Sie sich jedoch vorher juristisch beraten lassen", rät der Rechtsanwalt auf Focus-Online. "Sind die Fakten klar und sprechen für den Arbeitnehmer, wird ein Urteil in der Regel relativ schnell gefällt. Erscheint der Chef nicht vor Gericht, riskiert er sogar die Pfändung seines Kontos."

Nach zwei Monaten ohne Gehalt dürfen Arbeitnehmer zu Hause bleiben

Ein kleiner Trost: Sollte Ihr Arbeitgeber nach zwei Monaten immer noch keinen Lohn gezahlt haben, dürfen Sie von Ihrem gesetzlichen Zurückbehaltungsrecht Gebrauch machen und zu Hause bleiben. Es ist jedoch auch hier ratsam, dem Chef schriftlich anzukündigen, dass Sie nicht zur Arbeit erscheinen werden.

Verspätete Gehaltszahlung rechtfertigt oft fristlose Kündigung 

Nach all dem nervenaufreibenden Hin und Her steht es Arbeitnehmern allerdings auch zu, fristlos zu kündigen, wenn der Chef zeitlich oder auch in der Höhe erheblich im Zahlungsverzug ist. Hierbei dürfen Sie jedoch nicht vergessen, den Chef vorher abzumahnen. Dann haben Mitarbeiter sogar Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Hartz IV - je nach Art und Dauer der Anstellung. Damit Ihnen keine Sperrfrist droht, sollten Sie diesen Schritt jedoch mit dem Jobcenter absprechen.

In jedem Fall ist es aber sinnvoll, sich vor einer fristlosen Kündigung von einem Anwalt beraten zu lassen - denn fristlose Kündigungen werden nur aus schwerwiegenden Gründen gewährt - hier entscheidet meist der Einzelfall. 

Auch interessant: Kündigung Arbeitsvertrag: Die wichtigsten Regeln und Fristen.

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Gehalt: Die zehn bestbezahlten Berufe für Angestellte

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