Was steckt dahinter?

Die Geschichte und das Geheimnis der Zahlen

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Kennt heute noch jeder aus der Geometrie: der "Satz des Pythagoras" (a2 + b2 = c2)

München - Seit ewigen Zeiten versuchen die Menschen, den Sinn zu berechnen. Die Numerologie beschäftigt auch Kulturen und Religionen. Was hinter der "Magie der Zahlen" steckt:

In seinem Roman "Per Anhalter durch die Galaxis" gab Douglas Adams dem PC "Deep Thought" das letzte Wort: Nach siebeneinhalb Millionen Jahren Rechenzeit zur Beantwortung der "Frage aller Fragen" (deren genaue Formulierung in dieser langen Zeit übrigens in Vergessenheit geraten war) gab der Mega-Rechner dann endlich die mit Spannung erwartete Antwort. Sie lautete: 42.

Mensch und Zahl – eine spannende Geschichte: Als rationale Wesen betreiben wir Zahlen-Wissenschaft, als religiöse Zahlen-Mystik. Und manchmal sind die Übergänge gar fließend. Der große Galileo Galilei etwa sah die Welt als "ein Buch, das in der Sprache der Mathematik geschrieben ist". Und vor ihm war es der Grieche Pythagoras (570 bis 497 v. Chr.) – Mathematiker, Astronom, Philosoph und orphischer Esoteriker, – der die Zahlen als eigentliche Bausteine der Welt empfand. „Alles ist Zahl“ – und "Was ist das Weiseste? Die Zahl." Pythagoras war auf der Suche nach dem Urgesetz. Und entdeckte so nicht nur den geometrischen Satz, für den er auch heute noch weltberühmt ist, nämlich: a2 + b2 = c2, sondern auch die Lehre von Seelenwanderung, Wiedergeburt und Unsterblichkeit der Seele. Und gab uns auf unserem Weg dahin auch so unschätzbare Lebensregeln mit wie „Iss niemals Bohnen!“ Naja. Schon vor über 10.000 Jahren waren die Babylonier und Sumerer von der Numerologie, der Geheimlehre der Zahlen begeistert. Die alten Chinesen brachten die ungeraden Zahlen mit Hitze, Feuer, Sonne, Tag, und der Farbe Weiß in Verbindung. Die geraden standen dagegen für Kälte, Wasser, Mond, Nacht und Schwarz … Die alten Chaldäer glaubten an eine magische Schwingungsfrequenz der Zahlen, die den Charakter des Menschen beeinflussen. Die Hebräer betrieben die „Gematrie“ – die Umsetzung von Buchstaben in Zahlen. Im Hebräischen sind Buchstaben zugleich auch Zahlzeichen. So entstand die Geheimlehre "Kabbala": Die Kabbalisten suchen in der Bibel nach verschlüsselten Botschaften Gottes – bis heute. Das Wort "Gott" ("Elohim") wird zum Beispiel mit den Buchstaben Aleph, Lamed, He, Jod und Mem geschrieben. Die Zahlenwerte sind 1, 30, 5, 10 und 4. Für „Gott“ ergibt sich so "86". Alle Wörter mit gleichem Wert sind für die Kabbalisten daher heilig – oder zumindest mit einer besonderen Bedeutung befrachtet (Prominente Anhänger der Kabbala sind heute übrigens Madonna, Penélope Cruz und Mick Jagger).

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Aber bergen Zahlen wirklich ein Geheimnis? Haben sie geheime Kräfte und Bedeutungen? Oder ist Zahlenmagie nur Aberglaube? Unleugbar jedenfalls, dass manche Zahlen stärker auf uns wirken als andere: Die "4" etwa – in der Natur (Erde, Feuer, Luft, Wasser), oder in der Religion die "3" (Dreifaltigkeit), im Brauchtum ("Aller guten Dinge sind drei …"; "er lebe dreimal hoch!"), im Sport (Siegertreppchen). In China ist die 3 die Zahl der Harmonie, symbolisiert Glück und Liebe. Die "7" und die "11" gelten hingegen als Zahlen der Sünde (sieben Todsünden), des über die Strengeschlagens (Zehn Gebote). Nicht zufällig beginnt der Karneval, die "Zeitdessündigen Fleisches", traditionell am 11.11. um 11.11 Uhr. Und den Vorsitz bei diesem sündigen Treiben führt – natürlich – ein "Elferrat". Und die arme "13" erst. Vielleicht die gefürchtetste aller Zahlen! Als Unglücksbringer verschrien. Sie ist der böse Gegenspieler der guten "12": Judas, der Verräter, war der dreizehnte Teilnehmer beim Abendmahl! Noch heute gibt es kaum ein Hotel, das das Zimmer Nummer 13 vermieten kann …

Prophezeiungen: Wann die Welt untergehen sollte

Weltuntergang Katastrophe
Mit dem Katastrophenfilm „2012“ bringt Regisseur Roland Emmerich erneut den drohenden Weltuntergang auf die Leinwand.  © dpa
Weltuntergang Katastrophe
Katastrophale Szenarien in „2012“ zeigen die anstehende Apokalypse im Jahr 2012. Doch glaubt man den ganzen Prohezeiungen, hätte die Welt schon längst untergehen müsssen. © Verleih
Weltuntergang Katastrophe
Die Angst um ein bevorstehendes Weltende gibt es schon seit Menschengedenken. Laut Offenbarung des Johannes bebte bereits die Erde und die Sterne fielen vom Himmel. © dpa
Weltuntergang Katastrophe
Astronomen glaubten im Jahr 1169 in einer Planetenkonstellation das Weltende erkennen zu können. © dpa
Weltuntergang Katastrophe
So sah es auch der Astronom Johannes von Toledo im Jahr 1186. Nach seiner Prophezeiung brach in Europa eine Massenhysterie aus. Der Kaiser von Byzanz etwa ließ alle Fenster seines Palastes zumauern. © dpa
Weltuntergang Katastrophe
Die Stellung verschiedener Planeten veranlasste sogar 20.000 Londoner, aus der Stadt auf die umliegenden Berge zu fliehen. Denn am 1. Februar 1524 sollte eine Sintflut London zerstören. © dpa
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In Sachen Weltuntergang hatte auch Martin Luther ein Wörtchen mitzureden. Gleich dreimal sagte er das Ende der Welt voraus, nämlich für die Jahre 1532, 1538 und 1541. Danach gab er auf. © dpa
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Die Angst vor katastrophalen Flutwellen wie in dem Film “The Day After Tomorrow„ geisterte auch im Jahre 1666 herum. Nach Angaben von Mathematikern sei die Zahl die Summe aus der apokalyptischen 1000 und der satanischen 666. © Verleih
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Viele setzten den Weltuntergang mit der Auferstehung Christi gleich. So verkündete eine Wahrsagerin, dass sie im Jahr 1814 den Messias zur Welt bringen würde. Nach der Geburt sollte das Ende anstehen. Ihre Anhänger würden überleben, sie starb zehn Tage nach der Geburt. © dpa
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Zahlreiche Theologen errechneten mit Hilfe der Bibel den Tag des Jüngsten Gerichts. Am 21. März 1843 um Mitternacht, am Frühligsanfang, würde die Welt untergehen, denn da habe sie begonnen. © dpa
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Wieder um Mitternacht, nur einige Jahrzehnte später, sollte die nächste Prophezeiung wahr werden. Im Mai 1910 näherte sich der Halleysche Komet der Erde. Massenpanik brach aus. Hunderte Menschen begingen Selbstmord. © dpa
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Panik und Flucht ist typisch bei solchen schauerlichen Prophezeiungen. Nicht selten verschenken Verzweifelte ihr Hab und Gut oder versuchen, die letzten Tage zu genießen.... © dpa
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....oder zu beten.  In Oklahoma musste die Polizei sogar ein Mädchen vom Altar einer Sekte retten, die ihren Gott mit einem Menschenopfer zu besänftigen versuchten. © dpa
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Der kalifornische Pastor Mihran Ask behauptete, dass im Januar 1957 der große Kampf zwischen Gut und Böse stattfinden würde. Millionen von Menschen sollten verbrannt und die Erde versengt werden. © dpa
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Hippie-Kultur Charles Manson war fest davon überzeugt, dass die „Beatles“ die Engel der Apokalypse seien. Sein Fazit: Die Welt geht im Jahre 1969 unter. © dpa
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Eine Flutkatastrophe sah der Guru Bhagwan Shree Rajneesh vorher. Die Weltstädte Tokyo, New York, San Fransisco, Los Angeles und Bombay sollten zwischen 1984 und 1999 zerstört werden. © dpa
Weltuntergang Katastrophe
Berühmt für seine Prophezeiungen: Nostradamus. Er sagte für Juli 1999 den Weltuntergang voraus. © dpa
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Das Datum 9.9.1999, 9 Uhr verängstigte die Mitglieder einer indonesischen Sekte. Um der Apokalypse zu entgehen, schlossen sie sich neun Tage lang in ihren Häusern ein. © dpa
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Tierisch war die Prophezeiung in einem Armenviertel in Peru. Die Geburt eines dreibeinigen Entenkükens war ein Zeichen für den Weltuntergang im Jahr 2000. © dpa
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Das Millennium sollte für viele das Ende der Welt bedeuten, etwa für den Physiker und Mathematiker Sir Isaac Newton. © dpa
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Zahlreiche Astronomen glaubten, dass Ende Mai 2000 der Stern von Betlehem zurückkehren und somit ein Schreckensereignis eintreten würde. © dpa
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Die Szenarien eines Weltuntergangs sind zahlreich. Etwa Zerstörungen durch Außerirdische, Roboter oder die Menschen selbst gehören dazu... © dpa
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...oder Naturkatastrophen wie Stürme, Flutwellen.... © dpa
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...oder Vulkanausbrüche. © dpa
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Kometeneinschläge oder eine Supernova lösen nicht nur Angst und Schrecken aus,... © dpa
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...sondern auch Verzweiflung und Trauer. © dpa
Weltuntergang Katastrophe
Der 21. Dezember 2012 ist der nächste Termin des Weltuntergangs. Das haben die Maya berechnet, denn da endet ihre Zeitrechnung. Sollte die Apokalypse nicht einteten - die nächste könnte nach Ansicht diverser Sekten 2076 anstehen. © dpa

Oliver Menner

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