Tipps für Körper & Seele

So erkennen Sie einen gesunden Arbeitsplatz

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München - Woran erkenne ich, ob mein Arbeitsplatz gesund ist? Wir sagen es Ihnen und geben gleichzeitig 20 Tipps für Körper und Seele.

Ob in der Fabrik, auf dem Feld oder im Haushalt: Oma und Opa hat das Arbeitsleben körperlich schwer zugesetzt. Viel hat sich seitdem verändert, aber auch der moderne Büro-Alltag hat es in sich. Stundenlanges Sitzen, auf den Bildschirm starren und Dauerstress gehen nicht spurlos am Körper vorbei. Die Folgen spüren wir im Rücken, in Handgelenken und Augen. Vor allem der Seele setzt die Belastung stark zu. 53 Millionen Fehltage gab es 2012 wegen psychischer Störungen. Grund genug für uns, auf die Suche nach dem optimalen Arbeitsumfeld zu gehen. Autorin und Psychologin Anne Matyssek nennt Faktoren für ein angenehmes Arbeitsklima. Rücken-Experte Dietrich Grönemeyer zeigt alltagstaugliche Übungen. Beide sprachen beim Forum „Gesunde Wirtschaft“ von Techniker Krankenkasse und Max-Planck-Gesellschaft. Weitere Eckpunkte nennt Arbeitsmedizinerin Uta Ochmann.

Der Körper

Bewegung: Ständiges Sitzen schadet. Das gilt sowohl für Kassenkräfte im Supermarkt als auch für Büro-Jobs. „Wer gesund arbeitet, bewegt sich zwischendurch. Man kann im Büro zum Beispiel persönlich zum Kollegen gehen, statt eine E-Mail zu schreiben“, schlägt Dr. Uta Ochmann von der LMU vor.

Ernährung: Ein guter Arbeitgeber sorgt dafür, dass seine Mitarbeiter in der Kantine gesund essen können. „Gerade in größeren Firmen gibt es regelmäßig Ernährungswochen“, so die Expertin.

Sitzen: „Die perfekte Sitzposition gibt es nicht“, sagt Uta Ochmann. Sie baut auf abwechslungsreiche, aufrechte Sitzhaltungen. Wichtig deshalb: „Der Stuhl muss sich flexibel nutzen lassen.“

Getränke: Viel trinken ist gesund für den Körper. Gut sind deshalb beispielsweise Wasserspender im Büro.

Pausen: „Kurze Zwischenpausen sind sehr effektiv“, sagt Ochmann. Neben vorgeschriebenen Pausen ist auch die Möglichkeit zur kurzen Auszeit sehr sinnvoll.

Luft: Wo viele Köpfe rauchen, wird die Raumluft schnell unerträglich. Ochmann: „Regelmäßig kräftig lüften ist wichtig. Oder es gibt eine gute Klimaanlage …“

Beleuchtung: Das Licht sollte direkt von oben kommen und nicht blenden. „Wenn es zu dunkel ist, wird man schneller müde“, weiß Ochmann.

Bildschirme: „Der Abstand zum Monitor darf gerne 80 Zentimeter betragen“, sagt die Expertin. Je größer der Bildschirm, desto weiter weg kann der Mitarbeiter sitzen.

Rauchfrei: Zum Passivrauchen sollte am perfekten Arbeitsplatz niemand gezwungen sein. „Dann schon lieber ein schlechter Stuhl“, scherzt Uta Ochmann.

Individualität: Auch im Großraumbüro sollte jeder Mitarbeiter die Möglichkeit haben, seinen Arbeitsplatz selber einzurichten. Im Idealfall gilt das auch für die Klimaanlage, die Helligkeit und die Sitzposition.

Die Seele

Lächeln: „Wo Menschen lächeln dürfen, steigt die Produktivität“, sagt Psychologin Dr. Anne Matyssek. Tatsache: Lächeln entspannt und senkt den Blutdruck. Und ansteckend ist es auch …

Lästerfrei: Je mehr gelästert wird, desto aufgeheizter ist die Stimmung im Büro. Anne Matyssek schlägt vor, ausdrücklich lästerfreie Tage oder zumindest Stunden einzulegen.

Umgangston: Höflichkeit sorgt für ein gutes Klima. Dazu gehört: Bemühen Sie sich um Pünktlichkeit und Respekt. Matyssek: „Es hilft, wenn man zur Begrüßung den Namen des Gegenübers nennt.“

Wertschätzung: Führungskräfte prägen das Klima in einer Firma. Matysseks Tipp für Chefs: Geben Sie viel Rückmeldung!

Gemeinschaft: „Grüppchenbildung ist schade für das Team“, sagt Anne Matyssek. Statt getrennter kleinerer Cliquen sollte es im gesunden Betriebsklima Kontakt zwischen allen Mitarbeitern geben.

Fürsorge: Wer sich täglich im Büro sieht, nimmt auch Veränderungen beim Kollegen wahr. „Wenn der eine rote Birne auf hat und das sonst nie der Fall ist, darf man ruhig wertfrei fragen, was los ist“, sagt die Expertin.

Entlastung: Gegenseitige Unterstützung schweißt zusammen. Wer viel zu tun hat, freut sich über Hilfe und zahlt sie an anderer Stelle gerne zurück.

Anerkennung: Ein typisch deutsches Phänomen ist die Vorstellung, dass man immer mehr Lob gibt als man selbst bekommt. Leistungen zu loben, ist Balsam fürs Betriebsklima.

Offenheit: „Wer ein Bauchgrummeln hat, sollte das frühzeitig ansprechen, bevor die Sache zum dauerhaften Problem wird“, rät Matyssek. Offen mit Kollegen zu reden, kann den Problemen vorbeugen.

Verschiedenheit: „Jeder ist anders und hat eigene Qualitäten. Das muss als Stärke des Teams angesehen werden“, sagt die Expertin. Am Ende profitieren alle.

Johannes Markmann

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