Studie zur Arbeitssituation

Jeder 7. Münchner hat zwei Jobs

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Sein Nebenjob als Fußballtrainer macht dem Taxifahrer Majid Aghajeri Spaß – und bessert die Familienkasse auf.

München - In der bayerischen Landeshauptstadt haben fast alle einen Job. Doch weil sonst das Geld nicht reichen würde, geht jeder Münchner einer weiteren Arbeit neben seiner eigentlichen nach.

Alle träumen von guter Arbeit. Nicht zu stressig. Sinn soll sie machen. Natürlich gut bezahlt mit geregelten Arbeitszeiten. München träumt weiter. Zwar haben fast alle einen Job und nur fünf Prozent der Münchner finden keine Arbeit. Der aktuelle Index ‚Gute Arbeit‘ des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), die im Stadtrat vorgestellt wurde, zeigt aber: Fast jeder siebte Münchner hat zwei Jobs – sonst reicht das Geld nicht...

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

  1. 15 Prozent der Frauen und 10,8 Prozent der Männer in München arbeiten in zwei Berufen. Das ist deutlich über dem deutschen Schnitt von 9,1 Prozent. Simone Burger vom DGB München: „Viele können sich die Stadt nur so überhaupt leisten.“ Drei Viertel der Zweitjobber sind auf beide Gehälter angewiesen
  2. Es wird viel gearbeitet: Männer schuften durchschnittlich 45,1 Stunden, Frauen 38,4. Im Vertrag steht im Schnitt deutlich weniger Arbeitszeit: Bei Männern 39,8 Stunden, bei Frauen 33,8 Stunden
  3. Unter Zeitstress leiden viele Münchner: 62,4 Prozent arbeiten häufig oder sehr häufig unter Zeitdruck. In ganz Westdeutschland sind dies ‚nur‘ 55,8 Prozent. Der Zeitdruck bei der Arbeit belastet 64,3 Prozent auch persönlich
  4. Münchner arbeiten viel mit dem Kopf: Nur 19,1 Prozent ackern körperlich hart. In Westdeutschland trifft das sonst auf 31,7 Prozent zu
  5. Der Mehrheit geht es finanziell gut: Zwei Drittel der Münchner (65,9 Prozent) leben gut oder sehr gut vom Lohn ihrer Arbeit
  6. München, Stadt der Spitzenverdiener: 21,6 Prozent der Münchner verdienen monatlich mehr als 4500 Euro brutto. In Westdeutschland liegt dieser Wert bei nur 8,4 Prozent.

Dieser Münchner arbeitet in zwei Jobs

Majid Aghajeri in seinem Taxi.

Auch Majid Aghajeri  (54) zählt zu den Münchnern, die zwei Jobs haben: Der 54-Jährige fährt Taxi und bringt 1200 Euro netto nach Hause. „Aber mit Taxifahren alleine kommt man nur schwer über die Runden“, sagt der gebürtige Iraner. Seine Frau arbeitet als Kosmetikerin, gemeinsam haben sie eine 18-jährige Tochter. Trotz Doppelverdienst ist das Geld in der Familie knapp. Majid Aghajeri fand einen Nebenjob als Fußballtrainer beim SV Türk Gücü-Ataspor München. Hier verdient er zusätzlich 450 Euro im Monat. Majid Aghajeri ist froh, der Nebenjob macht ihm großen Spaß: „Ich habe schon immer Fußball gespielt. Seit 25 Jahren arbeite ich als Trainer.“

Simon Tischer

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