Siemens, BMW, SWM

So kämpfen Münchner Firmen gegen Burnout

München - In Münchner Firmen gibt es ein breites Spektrum an Maßnahmen, mit denen Psychostress bei Mitarbeitern vermieden werden soll. Das ergab eine stichpunktartige Umfrage der tz. Die Ergebnisse:

Es zeigt sich, dass Prävention großgeschrieben wird. Im modernen Gesundheitsmanagement steht schon lange nicht mehr nur das physische, sondern auch das psychische Wohlergehen der Mitarbeiter im Fokus.

Bei Siemens fängt das Bemühen um die Mitarbeiter schon damit an, dass sie auf ergonomischen Stühlen an höhenverstellbaren Schreibtischen sitzen, wie Pressesprecher Karlheiz Groebmair erklärt. Wichtig sei vor allem das Arbeiten in Teams, bei denen die Führungskräfte für Stressanzeichen bei ihren Mitarbeitern sensibilisiert sind. „Gesundheitsmanagement ist bei Siemens Chefsache“, betont Groebmair. Zu den Angeboten gehören u. a. Sport, gesunde Ernährung, Gesundheitschecks. Für geschäftliche Anrufe am Abend gibt es einen Bereitschaftsdienst; es muss nicht immer jeder erreichbar sein.

Ähnlich wird es bei BMW gehandhabt. „Feierabende und Wochenenden sind grundsätzlich Erholungsphasen“, so Sprecher Jochen Frey. Neben Sportprogrammen in firmeneigenen Fitnessstudios wird „Blitzentspannung“ in der Mittagspause angeboten: z. B., 20 Minuten Yoga. Wie in allen großen Firmen müssen Chefs auf allen Ebenen die Belastbarkeit ihrer Leute berücksichtigen – und selber ein gutes Vorbild sein. Zig verschiedene flexible Arbeitszeitmodelle bei BMW sollen Stress gar nicht erst aufkommen lassen.

Erschöpfte Promis: Sie litten unter Burnout

Pop-Sängerin Mariah Carey ließ sich im Sommer 2001 in eine Klinik einweisen. Der Grund: Bodenlose Erschöpfung. © dpa
Bruce Darnell hat viele schöne Momente erlebt - hier ist er bei der Verleihung der "Goldenen Kamera" 2010 für die Casting-Show "Das Supertalent" zu sehen. Aber auch Darnell hat unter Erschöpfungszuständen gelitten. © dpa
Burnout-Syndrom
Ralf Rangnick leidet unter einem Erschöpfungssyndrom. © dpa
Die Schlagersängerin Michelle, Ex-Freundin von Matthias Reim, litt unter Burnout. © dpa
Die Professorin Miriam Meckel (rechts), hier mir ihrer Lebensgefährtin Anne Will, hat ein Buch über ihr Burnout-Leiden geschrieben. © dpa
Auch der Schweizer Pop-Star Patrick Nuo litt an der Erkrankung. "Ich fühlte mich ausgebrannt und kam an einen Punkt, an dem ich körperlich und geistig an meine Grenzen stieß", sagte er einmal über die Zeit. © dpa
TV-Coach Tim Mälzer konnte nach eigenen Angaben einen Burnout durch einen Coach noch verhindern. © dpa
Die Popband Rosenstolz sagte 2009 viele Termine ab, weil ihr Sänger und Komponist Peter Plate am Burnout-Syndrom erkrankt war. © dpa
Sebastian Deisler: Nach einem Klinikaufenthalt im Herbst 2003 hieß es über den Profi-Fußballer, er sei depressiv und ausgebrannt. 2007 beendete er seine Karriere. © dpa
Sven Hannawald hat das Ende seiner Skisprung-Karriere öffentlich mit einem Burnout-Syndrom begründet. © dpa

Bei der Munich Re wird darauf geachtet, dass die Beratungs- und Seminarangebote durch das Intranet und durch den betriebsärztlichen Dienst ins Bewusstsein aller Beschäftigten gerückt werden. Seminare unter dem Motto „Gesund führen“ sind Pflicht für angehende Chefs. Es gibt Sportangebote, Eingliederungshilfen (auch zu Hause) beim Wiedereinstieg nach Krankheit, Gesundheitschecks – sowie Beratung und professionelle Unterstützung, sollte es doch einmal zu Überbelastung kommen.

Die Mitarbeiter im Deutschen Patentamt sind so gesund, dass sie 2010 beim Münchner Firmenlauf den Titel „Fitteste Firma“ errungen haben.

Verspannter Nacken? Für Mitarbeiter der Stadtwerke ist das kein unlösbares Problem, denn einmal in der Woche dürfen sie sich eine Massage in der SWM-Zentrale gönnen. Die Selbstkosten dafür: sechs Euro.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement der Stadt München selbst ist sogar preisgekrönt. Es zähle zu den besten deutschlandweit, so die Jury des Corporate Health Award 2009. Untersucht wurden die Kriterien Ernährung, Bewegung, psychische Belastungen, gesundes Führen und Arbeitsplatzergonomie.

Dem steht die Stadtsparkasse nicht nach: Seminare, gibt es u. a. zu Stressabbau für ältere Kollegen oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das Sportangebot sorge nicht nur für Fitness, sondern stärke auch das Zusammengehörigkeitsgefühl, so Pressereferentin Britta Klein.

Lesen Sie dazu: So gestresst sind deutsche Arbeitnehmer

BW

Rubriklistenbild: © dpa

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