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So kämpfen Münchner Firmen gegen Burnout

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Von: Barbara Wimmer

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München - In Münchner Firmen gibt es ein breites Spektrum an Maßnahmen, mit denen Psychostress bei Mitarbeitern vermieden werden soll. Das ergab eine stichpunktartige Umfrage der tz. Die Ergebnisse:

Es zeigt sich, dass Prävention großgeschrieben wird. Im modernen Gesundheitsmanagement steht schon lange nicht mehr nur das physische, sondern auch das psychische Wohlergehen der Mitarbeiter im Fokus.

Bei Siemens fängt das Bemühen um die Mitarbeiter schon damit an, dass sie auf ergonomischen Stühlen an höhenverstellbaren Schreibtischen sitzen, wie Pressesprecher Karlheiz Groebmair erklärt. Wichtig sei vor allem das Arbeiten in Teams, bei denen die Führungskräfte für Stressanzeichen bei ihren Mitarbeitern sensibilisiert sind. „Gesundheitsmanagement ist bei Siemens Chefsache“, betont Groebmair. Zu den Angeboten gehören u. a. Sport, gesunde Ernährung, Gesundheitschecks. Für geschäftliche Anrufe am Abend gibt es einen Bereitschaftsdienst; es muss nicht immer jeder erreichbar sein.

Ähnlich wird es bei BMW gehandhabt. „Feierabende und Wochenenden sind grundsätzlich Erholungsphasen“, so Sprecher Jochen Frey. Neben Sportprogrammen in firmeneigenen Fitnessstudios wird „Blitzentspannung“ in der Mittagspause angeboten: z. B., 20 Minuten Yoga. Wie in allen großen Firmen müssen Chefs auf allen Ebenen die Belastbarkeit ihrer Leute berücksichtigen – und selber ein gutes Vorbild sein. Zig verschiedene flexible Arbeitszeitmodelle bei BMW sollen Stress gar nicht erst aufkommen lassen.

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Bei der Munich Re wird darauf geachtet, dass die Beratungs- und Seminarangebote durch das Intranet und durch den betriebsärztlichen Dienst ins Bewusstsein aller Beschäftigten gerückt werden. Seminare unter dem Motto „Gesund führen“ sind Pflicht für angehende Chefs. Es gibt Sportangebote, Eingliederungshilfen (auch zu Hause) beim Wiedereinstieg nach Krankheit, Gesundheitschecks – sowie Beratung und professionelle Unterstützung, sollte es doch einmal zu Überbelastung kommen.

Die Mitarbeiter im Deutschen Patentamt sind so gesund, dass sie 2010 beim Münchner Firmenlauf den Titel „Fitteste Firma“ errungen haben.

Verspannter Nacken? Für Mitarbeiter der Stadtwerke ist das kein unlösbares Problem, denn einmal in der Woche dürfen sie sich eine Massage in der SWM-Zentrale gönnen. Die Selbstkosten dafür: sechs Euro.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement der Stadt München selbst ist sogar preisgekrönt. Es zähle zu den besten deutschlandweit, so die Jury des Corporate Health Award 2009. Untersucht wurden die Kriterien Ernährung, Bewegung, psychische Belastungen, gesundes Führen und Arbeitsplatzergonomie.

Dem steht die Stadtsparkasse nicht nach: Seminare, gibt es u. a. zu Stressabbau für ältere Kollegen oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das Sportangebot sorge nicht nur für Fitness, sondern stärke auch das Zusammengehörigkeitsgefühl, so Pressereferentin Britta Klein.

Lesen Sie dazu: So gestresst sind deutsche Arbeitnehmer

BW

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