Mehr als ein Klischee

Männerclubs im Job: So können Frauen damit umgehen

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Männerclubs aufbrechen: Wenn sich Kollegen für ein Feierabend-Getränk verabreden, sollten sich Frauen ruhig anschließen.

Es klingt wie ein Klischee, aber noch immer gibt es in Unternehmen Männerclubs. Ob Absicht oder nicht: Die Männer bleiben gerne unter sich - und treffen wichtige Entscheidungen eher abends beim Bier als mittags im Büro. Was kann man unternehmen, um das zu ändern?

Hamburg - Sie klopfen sich kumpelhaft auf die Schulter und gehen nach der Arbeit ein Bier trinken. Männerclubs - das klingt nach vergangener Zeit. Viele weibliche Beschäftigte sehen sich aber noch immer damit konfrontiert.

"Es gibt keine geheimen Hinterhoftreffen, bei denen sich die Männer gegen die Frauen verschwören", sagt Christian Böhnke von Hunting Her, einer Personalberatung für Frauen. "Das Ganze läuft viel subtiler." Wichtige Fragen und Antworten dazu:

Welche Bedeutung haben Männerclubs?

Das gemeinsame Bier unter Kollegen nach der Arbeit mag unwichtig erscheinen. "Aber für die Karriere und das eigene Vorankommen sind solche Treffen sehr wichtig", erklärt Böhnke. Männer wirkten untereinander häufig wie Kumpel - es sieht so aus, als wollten sie unter sich bleiben. Frauen fürchteten hingegen schnell und oft nicht zu Unrecht, dass man ihnen eine Affäre nachsagt, wenn sie sich mit einem männlichen Kollegen oder gar Vorgesetzten locker verstehen. Das ist eine Hürde für viele, ebenso kumpelhaft mit dem Chef umzugehen.

Was können Frauen tun?

 "Proaktiv sein", rät Böhnke: Im Notfall sollten sich Frauen einfach selbst auf die Gästeliste setzen, wenn sich die Kollegen für den Abend verabreden. "Es muss natürlich schon passen" - aber weibliche Mitarbeiterinnen sollten sich nicht abschrecken lassen und mitgehen. Wichtig sei zu erkennen, dass Verabredungen nach der Arbeit genauso wichtig sind wie Meetings am Tag. "Im Zweifel bloß nicht ausgrenzen lassen", erklärt Böhnke.

Was können männliche Kollegen und das Unternehmen tun?

"Allein aus betriebswirtschaftlichen Gründen sollten Unternehmen ein Interesse daran haben, Frauen zu fördern", erklärt Böhnke. Doch viele Veranstaltungen seien von Männern für Männer. Hier müssten veraltete Denkmuster aufgebrochen werden. Und auch männliche Kollegen und Beschäftigte in Leitungspositionen sind gefragt, die Thematik im Blick zu haben und alle zu integrieren.

Bringen Frauennetzwerke etwas?

"Netzwerke haben immer eine Berechtigung", sagt Böhnke. Und so kann man sich auch in Netzwerken für Frauen Tipps geben und unterstützen. Doch Böhnke gibt zu bedenken, dass in vielen großen Unternehmen 90 Prozent der Stellen in der Führungsetage männlich besetzt seien. "Zahlenmäßig sind Frauennetzwerke dann einfach unterlegen - die Männer haben eine Übermacht."

Was gibt es noch für Möglichkeiten?

Böhnke findet Mentoren für berufliches Fortkommen besonders wichtig: "Viele Frauen im Topmanagement haben üblicherweise männliche Mentoren gehabt." Ob männlich oder weiblich: Eine Führungskraft als Mentor kann dafür sorgen, dass man bei wichtigen Entscheidungen mit am Tisch sitzt.

dpa/tmn

Top Ten der unbeliebten Berufe

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Eine Studie hat gezeigt, welche zehn Berufe bei den Deutschen am unbeliebtesten sind. Platz 10: Journalist. Zwölf Prozent glauben, das sei kein erstrebenswerter Beruf. © dpa
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Platz 9: Arzt. Ob es an den Schikanen der Politik liegt oder woran sonst, ist unklar. Fakt ist, 13 Prozent der Befragten bewerten den Beruf des Arztes als unbeliebt. © dpa
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Platz 8: Bankkaufmann. Wir brauchen sie alle, wollen ihren Job aber nicht machen: 15 Prozent der Befragten finden es nicht erstrebenswert Bankkaufmann oder -frau zu sein. © dpa
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Platz 7: Reinigungskraft. © dpa
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Platz 6: Grundschullehrer. 22 Prozent der Befragten nannten den Beruf des Grundschullehrers unbeliebt. © dpa
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Platz 5: Landwirt. Sich mit Viehhaltung und den besten Saatkörnern auseinanderzusetzen, steht bei den Deutschen nicht sehr hoch im Kurs. © dpa
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Platz 4: Straßenkehrer. Beinahe jeder Fünfte kann sich nicht vorstellen wie diese Männer nach dem Rosenmontagszug in Köln als Straßenkehrer zu arbeiten. © dpa
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Platz 3: Fernfahrer. Bei 29 Prozent der Befragten ist der Beruf des Fernfahrers unbeliebt. © dpa
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Platz 2: Politiker. Jeder dritte Deutsche empfindet den Beruf des Politikers als nicht erstrebenswert. Hier: Silvana Koch-Mehrin, Europaabgeordnete. © dpa
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Platz 1: Versicherungsvertreter. Ihnen unterstellen 45 Prozent der 1000 Befragten, dass sie tricksen und ihren Kunden etwas aufquatschen. © dpa

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