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Münchens Bildungsmesse feiert Premiere

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Beim Bouldern: Florian auf dem „Campus of Talents“.
Beim Bouldern: Florian auf dem „Campus of Talents“.

München - Premiere in München: Auf den Schultagen informierten sich am Wochenende mehrere tausend Eltern und Pädagogen über die bunte Bildungslandschaft in Deutschland.

Im Hintergrund schuf Klaviermusik eine angenehme Atmosphäre, am Campus of Talents vergnügte sich der Nachwuchs mit Bouldern und Slackline, an 80 Ständen suchten Eltern das Gespräch mit den Anbietern: Schulen, Vorschulen, Internate. Oder sie besuchten einen der vielen Vorträge, hörten zum Beispiel das flammende Plädoyer von Tobias Schnitter von der Realschule Gauting über den Einsatz von iPads im Unterricht. Da passte es ja, dass auch Apple am Wochenende mit einem Stand vor Ort war bei den „Schultagen München“ im Tagungszentrum MTC.

Am Stand des Landschulheims Schloss Heesen (bei Dortmund) stand die Schülerin Jenny und erzählte, warum sie Privatschülerin ist. Ihre Schule residiert in einem Schloss und ist nicht billig – im Schnitt 1800 Euro Schulgeld monatlich. Jenny kennt die Vorteile: Sie kam einst von der Grundschule mit einer Realschulempfehlung, sie hatte eine leichte Rechtschreibschwäche. Jetzt drohte ihr eine Klasse mit mehr als 30 Schülern – da wäre sie untergegangen. In Heesen sind es zum Teil sechs Schüler.

Nebenan warb die „Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind“, auch Schloss Salem hatte einen Stand, die Waldorfschulen, Montessori und auch die gut besuchte Staatliche Schulberatung – die Schultage gaben einen guten Eindruck, wie vielfältig, ja fast unüberschaubar die Bildungslandschaft in Deutschland ist. Manche suchen gezielt die Nische – etwa die kirchliche Schule St. Matthias in Waldram bei Wolfratshausen, die Späteinsteigern den Weg zum Abitur eröffnet, und das ganz ohne Schulgeld.

Ebenfalls erstaunlich: Es gibt fast 300 Internate in Deutschland. Da macht es Sinn, dass es eine Internats-Beratung bei den Schultagen gab. Manche hatten spezielle Fragen, erzählte die Fachfrau Regina Wagner. Zum Beispiel ob man sein Reitpferd auf ein Internat mitnehmen kann. Aber der Eindruck täuscht: „Internate sind längst nicht mehr so elitär wie früher“, sagte Regina Wagner. „Sie öffnen sich für die breite Mittelschicht.“

Dirk Walter

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