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Private Krankenversicherung: Das sollten Sie zum Kranken­tagegeld wissen

Wer trägt im Krankheitsfall die Kosten?
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Wer trägt im Krankheitsfall die Kosten?

Eine private Kranken­tagegeld­versicherung ersetzt Verdienst­ausfall bei langer Krankheit. Für Selbst­ständige und privat versicherte Angestellte ist sie existenziell.

  • Dass der Verdienst­ausfall bei langer Krankheit durch eine Versicherung ersetzt wird, ist für Betroffene existenziell.
  • Nicht selten wird darum gestritten, in welchen Fällen die Versicherung greift.
  • Stiftung Warentest nennt einige Beispiele, die vor Gericht landeten. Was Sie dazu wissen sollten.

Für Selbst­ständige und privat versicherte Angestellte ist die prviate Krankeversicherung* oft existenziell. Es geht um viel Geld - nicht selten wird darum vor Gericht gestritten. Die Experten von Stiftung Warentest erklären auf test.de, was Versicherten beim Krankentagegeld in vielen Fällen zusteht.

Versicherer darf nicht erst im Krank­heits­fall kürzen

Test.de berichtet: "Versicherer dürfen vereinbarte Kranken­tagegeldsätze nicht kürzen, wenn der Versicherte bereits erkrankt ist und deswegen weniger verdient. Das entschied der Bundes­gerichts­hof. Ein selbst­ständiger Fliesenleger und Ofensetzer hatte 100 Euro Tagegeld vereinbart, zuletzt aber nur 62 Euro am Tag verdient (Az. IV ZR 44/15)."

Die entsprechende Klausel im Versicherungs­vertrag sei unwirksam, heißt es weiter auf test.de: Sie sei intrans­parent und benach­teilige Kunden unan­gemessen, so die obersten Richter. Es sei nicht zulässig, dass ein Versicherer bis zum Krank­heits­fall die Beiträge für einen höheren Versicherungs­schutz verlange und erst dann Leistungen und Beiträge herab­setze. Das Kranken­tagegeld solle ja gerade dazu dienen, Einkommens­verluste bei Arbeits­unfähigkeit zu mildern.

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Pilot bekommt Nach­zahlung von 10 700 Euro

"Zahlt eine Kranken­tagegeld­versicherung zunächst anstands­los, kann sie nicht nach­träglich die Erkrankung anzweifeln und die Zahlung verweigern", heißt es zudem auf test.de. Das hätten die Richter im Fall eines Hubschrauberpiloten im Rettungs­dienst entschieden (Ober­landes­gericht Köln, Az. 9 U 32/18).

Der Versicherer  muss ihm demnach rund 10.700 Euro Kranken­tagegeld nach­zahlen. Das Luft­fahrt­bundes­amt hatte ange­ordnet, dass der Pilot nach einer erfolg­reich behandelten Venen­thrombose ein knappes Jahr ein blut­verdünnendes Mittel nehmen muss und nicht fliegen darf, heißt es zu dem Fall auf test.de. "Der Versicherer zahlte zunächst, wollte dann aber den Vertrag beenden, weil der Pilot aus einer speziellen Lizenz­verlust­versicherung sechs Monate lang eine Rente bezog." Dies sei eine Berufs­unfähigkeits­rente, der Mann sei also berufs­unfähig.

Weiter habe der Versicherer angeführt, der Pilot sei nicht aus medizi­nischen, sondern formellen Gründen arbeits­unfähig. Ihm stehe kein Kranken­tagegeld zu. Das Gericht entschied jedoch: Der Schutz bei Lizenz­verlust sei kein Schutz für Berufs­unfähigkeit, sondern decke ein spezielles Risiko von Piloten ab.

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Police vergessen – trotzdem gibt es Geld

"Manchmal muss eine private Kranken­tagegeld­versicherung sogar dann rück­wirkend ­zahlen, wenn ein Kunde seine Arbeits­unfähigkeit viel zu spät gemeldet hat, wie die Experten auf test.de zudem berichten. Den Fall dahinter schildert Stiftung Warentest nämlich so: Ein im Außen­dienst tätiger Verkaufs­leiter sei wegen eines Band­scheiben­vorfalls fast ein Jahr lang nicht einsatz­fähig gewesen. Seiner Versicherung habe er die Arbeits­unfähigkeit erst nach etwa zehn Monaten gemeldet. "Er war von den Krank­heits­folgen so belastet, dass er nicht mehr an die Versicherung gedacht hatte. Als er den Fall dann meldete, wollte ihm der Versicherer für die verspätet gemeldete Zeit nur den halben Tages­satz zahlen."

Das Urteil am Ober­landes­gericht Saarbrücken fiel demnach so aus: Der Mann habe beweisen können, dass er die ganze Zeit über arbeits­unfähig war. "Die Patienten­unterlagen hatte er dem Versicherer lückenlos zur Prüfung einge­reicht, und dieser hatte seine Leistungs­pflicht auch anerkannt", berichtet test.de.

Der Kunde habe zwar seine Pflicht zur recht­zeitigen Meldung verletzt, "doch der Versicherer konnte aus den Unterlagen alle relevanten Informationen entnehmen. Die Kürzung war deshalb nicht rechtens, der Versicherer muss rund 10.000 Euro nach­zahlen" (Az. 5 U 19/19).

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ahu

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