Prof. Dr. Höhmann erklärt

"Schüler müssen Freude am Lernen entwickeln"

+
Ein positives Klassenklima und eine anspruchsvolle Förderung der Kinder machen eine gute Schule aus. Im Interview spricht Professorin Dr. Katrin Höhmann (kl. Foto) über das Thema.

München - Wir sprachen mit Professorin Dr. Katrin Höhmann vom Institut für Erziehungswissenschaften der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

Frau Prof. Dr. Höhmann, was macht eine gute Schule aus?

Prof. Katrin Höhmann: Eine gute Schule ist eine Schule, die die Kinder anspruchsvoll fördert. Diese Schule bereitet die Kinder so auf die Zukunft vor, dass sie in der Lage sind, sich flexibel Wissen anzueignen und sich auf neue Lernfelder einzulassen. Lebenslanges Lernen wird schon in der Schule vorbereitet. Das funktioniert nur, wenn die Schüler Freude am Lernen entwickeln. Das wird auch durch ein positives Schul- und Klassenklima gefördert. Eine gute Schule muss sich auch selbst immer weiterentwickeln, also das als Organisation praktizieren, was sie von ihren Schülerinnen und Schülern fordert.

Wie sehen Sie den Konflikt von G8 und G9?

Bildungsmesse:

Am 1. & 2. Februar kommen die Schultage München ins MTC (Ingolstädter Straße 45).

Prof. Höhmann: Eine gute Lösung kann ein Zweisäulenmodell sein mit dem Gymnasium als eine Säule und einer weiteren Schulform als zweite Säule, in der auch der gymnasiale Bildungsweg möglich ist. Also die Möglichkeit zwischen G8 und G9 zu wählen. Manche Kinder brauchen mehr Zeit, was aber nicht heißt, dass sie weniger intelligent sind. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich G9 bevorzugen, gekoppelt mit individuellen Möglichkeiten Bildungswege so zu verkürzen, dass Schüler zum Beispiel eine Klasse überspringen können.

Wie bewerten Sie öffentliche Schulen im Vergleich zu privaten?

Prof. Höhmann: Man kann nicht pauschal sagen, was besser ist. Grundsätzlich ist das staatliche Schulsystem bei uns gut. Und auch unter den privaten Schulen gibt es hervorragende.

Woran erkenne ich, was richtig für mein Kind ist?

Prof. Höhmann: Man sollte sich die Schule vorher ansehen und sich einen Eindruck von der Schule verschaffen, mit einem wachen Blick durch das Gebäude und über den Schulhof gehen. Da bekommt man schon einiges über die Atmosphäre und Kommunikation in der Schule mit. Zudem sollte man prüfen, was die Schule bietet. Man sollte sich auch mit anderen Eltern austauschen und sich so ein Bild von der Schule machen.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Arbeiten von 8 bis 13 Uhr: IT-Firma mit 25-Stunden-Woche ist "Unternehmen des Jahres"
Arbeiten von 8 bis 13 Uhr: IT-Firma mit 25-Stunden-Woche ist "Unternehmen des Jahres"
Bewerberin wird von Personalerin abgelehnt - wegen ihres Sternzeichens
Bewerberin wird von Personalerin abgelehnt - wegen ihres Sternzeichens
Krankschreibung: Drei Irrtümer, die immer noch kursieren
Krankschreibung: Drei Irrtümer, die immer noch kursieren
Während Krankenhaus-Aufenthalts gefeuert - Kellner rächt sich mit vernichtendem Schlag
Während Krankenhaus-Aufenthalts gefeuert - Kellner rächt sich mit vernichtendem Schlag

Kommentare