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Fokus auf Deutschland

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Die Börse in Frankfurt: Um deutsche Aktien werden sich Bulle und Bär künftig heftiger streiten, glauben. © Thomas Rohnke

Die Frankfurt Performance Management AG setzt mit ihren Fonds auf deutsche Aktien. Niedrige Zinsen und steigende Kurse halfen den Fondsmanagern bei ihrer erfolgreichen Arbeit. Jetzt werden sie vorsichtiger.

Die Vermögensverwalter der Frankfurt Performance Management AG haben eine klare Anlagephilosophie: Sie investieren in unterbewertete deutsche Value-Aktien. Diese Aufgabe ist im Laufe der vergangenen zehn Jahre, in denen die Kurse deutscher Aktien fast ununterbrochen gestiegen sind, nicht leichter geworden. „Es gibt mittlerweile einige Sektoren, deren Unternehmen an der Börse sehr, sehr hoch bewertet sind. Dazu zählt beispielsweise die Medizintechnikbranche. Da wird eine Konsolidierung vermutlich nicht mehr lange auf sich warten lassen“, sagt FPM-Vorstand Thomas Seppi.

Angesichts der insgesamt hohen Bewertung deutscher Aktien fahren die FPM-Manager deshalb derzeit ihre Barbestände etwas hoch, um bei Kursrücksetzern aktiv werden zu können. Mit einem Crash rechnet Seppi allerdings nicht. „Die Wirtschaft steht ja insgesamt gut da. Ich sehe keine Rezessionsgefahr“, so Seppi. Zudem gebe es selbst zum jetzigen Zeitpunkt noch Branchen, die von Investoren zu Unrecht vernachlässigt würden, zum Beispiel die Automobilbranche.

Alle Infos zum Finanzforum "Unabhängige Vermögensverwalter" finden Sie hier.

Die Kriterien, mit denen FPM den Markt durchforstet und mit deren Hilfe die Manager investieren, haben den Fonds, die der Vermögensverwalter aufgelegt hat, in den vergangenen Jahren beachtliche Gewinne beschert. Der FPM Stockpicker Germany All Cap (WKN: 603328) und der vermögensverwaltende FPM Ladon European Value (WKN: A0HGEX) verdoppelten in den vergangenen zehn Jahren jeweils ihren Wert. Der Small/Mid Cap Fonds (WKN: A0DN1Q) von FPM konnte seinen Wert im selben Zeitraum mit einem Plus von rund 236 Prozent sogar mehr als verdreifachen.

Um diese Erfolge fortzusetzen, müssen die Fondsmanager angesichts des hohen Kursniveaus nun noch genauer hinsehen und dabei auch den Zinsmarkt im Blick haben. „Wir gehen davon aus, dass die Zinsen nicht weiter fallen können, tendenziell sogar eher steigen. Deshalb schauen wir uns jetzt zum Beispiel intensiver Unternehmen an, die hohe Pensionsverpflichtungen haben“, erklärt Seppi. Denn steigende Zinsen bedeuten für diese Unternehmen erhebliche Entlastung.

Der Grund: Je höher die Zinsen, desto weniger Rückstellungen müssen die Firmen für die Pensionsverpflichtungen bilden. Bei Unternehmen wie Lufthansa oder Commerzbank kommen je nach Zinsentwicklung schnell Milliardenbeträge zusammen, die für andere Zwecke genutzt werden können – und als Belastung aus den Büchern verschwinden. Für Value-Investoren wie FPM sind das verborgene Schätze in den Bilanzen. Die gilt es, bald zu heben.

MATTHIAS VON ARNIM

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