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House of the Dragon: Driftmark - Kritik zur Episode 7

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Haus Targaryen und Haus Velaryon trauern um die verstorbene Laena (Nanna Blondell) in der „House of the Dragon“-Folge „Driftmark“
Haus Targaryen und Haus Velaryon trauern um die verstorbene Laena (Nanna Blondell) in der „House of the Dragon“-Folge „Driftmark“ © HBO

Hochzeiten und Trauerfeiern gehen bei der HBO-Fantasyserie „House of the Dragon“ - wie schon beim Vorgänger „Game of Thrones“ - oft Hand in Hand. So auch in der siebten Episode, Driftmark. Allerdings sollte man die Bildschirmhelligkeit hochdrehen.

„Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre eigene Weise.“ Tolstoi hätte „House of the Dragon“ vermutlich geliebt, denn die HBO-Fantasyserie führt sein zitiertes Anna-Karenina-Prinzip ins Absurdeste vor Augen. In der siebten Episode der zehnteiligen Auftaktstaffel steigern sich die Spannungen der Targaryens in neue Sphären, sodass sie sich gleich mehrfach gewaltsam entladen müssen. Natürlich ist keine Familie in Westeros, dem rauen Zauberkontinent von George R. R. Martin, restlos glücklich - vielleicht waren es die Starks vor Beginn der ersten „Game of Thrones“-Season? Aber das, was das Drachenhaus derzeit in puncto Unglück vorlegt, kann niemand überbieten. Beim großen Familientreffen auf der titelgebenden Insel „Driftmark“, dem Sitz der doppelt oder dreifach angeheirateten Seepferdchen-Sippschaft der Velaryons, ist schon der Grund für die Versammlung ein tragischer: Lady Laena (Nanna Blondell) starb kürzlich im Kindbett - oder strenggenommen durch Vhagars „friendly“ Drachenfeuer. Zur maritimen Trauerfeier, gesegnet durch die Gottheit Merling King, sind alle Hauptfiguren angereist. Viserys (Paddy Considine), der Bruder des inzwischen zweifachen Witwers Daemon (Matt Smith), hat alle Hände voll zu tun, den familiären Frieden zu wahren. Dumm nur, dass seine neue und alte Extrahand Otto (Rhys Ifans) wieder aktiv gegen ihn arbeitet und die Fehde anfeuert.

Bald schon gehen Königinnen mit Dolchen auf ihre Stieftöchter und -enkel los, stechen sich Halbonkel und Neffen die Augen aus und werden Cousins zweiten Grades als Gatten aus dem Weg geräumt, damit noch enger verwandte Inzestehen geschlossen werden können. Wie gesagt: Was uns der Drehbuchautor Kevin Lau („Westworld“) und der Regisseur (und Co-Showrunner) Miguel Sapochnik an dysfunktionaler Familiendynamik präsentieren, würde selbst Tolstoi erröten lassen. Allerdings müsste der russische Schriftsteller zunächst die Bildschirmhelligkeit hochschrauben, damit er alles sehen kann. Denn die Folge ist teils düsterer als in der berüchtigten „Long Night“ aus „Game of Thrones“. Weiterlesen bei Serienjunkies.de. (Bjarne Bock)

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