1. tz
  2. Leben
  3. Serien

„Inventing Anna“: Was macht die Hochstaplerin Anna Sorokin eigentlich heute?

Erstellt:

Von: Juliane Gutmann

Kommentare

Eine junge Frau gibt sich als reiche Erbin aus und verschafft sich so Zugang zur New Yorker High Society: Eine wahre Geschichte, die Netflix jetzt verfilmt hat.

Der Fall „Anna Delvey“ sorgte im Jahr 2017 für Furore. Die gebürtige Russin Anna Sorokin stand damals vor Gericht, weil sie unter falschem Namen Hotels und Privatpersonen um viel Geld gebracht hat. Eine filmreife Geschichte, die ihr tragisches Ende in einer mehrjährigen Haftstrafe nahm. Jetzt wurde die Story der heute 31-jährigen Hochstaplerin von Netflix* produziert – in Form einer Miniserie mit neun Folgen. Im Mittelpunkt steht die deutsche Anna Sorokin, die sich als steinreiche Erbin und Unternehmerin ausgibt. Ihr Auftreten sorgte dafür, dass sie Zugang zu einigen der elitärsten Gesellschaftskreise der Stadt fand. An Geschäftsideen mangelte es der Betrügerin nicht: Investoren soll sie etwa erzählt haben, dass sie einen „Soho House-ähnlichen Club“ planen würde, der auch als Kunstraum fungieren soll. Was damals niemand ahnte: Die junge Brünette war weder wohlhabend, noch eine aufstrebende Unternehmerin.

Ihren luxuriösen Lebensstil finanzierte sich die junge Frau, indem sie nicht nur wohlhabende Bekannte, sondern auch Banken und Hotels in die Irre führte. So konnte die Betrügerin geraume Zeit ihren Aufenthalt in einer Luxussuite im Soho Hotel 11 Howard in Manhattan bezahlen. Doch als die unbezahlten Hotelrechnungen sich häuften, Anna Sorokin aus einigen Hotels in Manhatten geflogen war und auch einige ihrer Freunde Verdacht schöpften, weil die junge Frau ihre Schulden nicht beglich, kam es zum Showdown: Im Oktober 2017 wurde Sorokin nach monatelangen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft verhaftet, unter anderem wegen schwerem Diebstahl, Überweisungsbetrug, betrügerischen Kreditanträgen und der Nichtbezahlung von Rechnungen. Im April 2019 gipfelte der Fall dem US-amerikanischen Portal townandcountrymag.com zufolge in einem Gerichtsurteil: vier bis zwölf Jahre Haft im Staatsgefängnis wurde für Sorokin als Strafe verhängt.

Lesen Sie auch: „Queer Eye“ endlich auch in Deutschland: Wann die Coaching-Serie startet – & warum sich das Einschalten lohnt

„Inventing Anna“ belegt Platz 1 der deutschen Netflix-Charts

Viele Menschen verfolgten damals die Geschichte der Hochstaplerin. Und auch heute noch fesselt die Story – nicht zuletzt in Form der neuen Netflix-Miniserie „Inventing Anna“. Kaum erschienen, belegt sie bereits Platz 1 der deutschen Netflix Top 10. Gespielt wird die Hochstaplerin in der Serie von der US-amerikanischen Schauspielerin Julia Garner, die unter anderem in der Serie „Ozark“ mitwirkt.

Ihnen fehlt ein wenig Glamour in Ihrem Leben?

Mit schillerndem Schmuck, etwa der Marke Liebeskind (werblicher Link), machen Sie den Alltag zum Highligt!

Wie der Spiegel informierte, zahlte Netflix ganze 320.000 Dollar an Anna Sorokin, um ihre Geschichte verfilmen zu dürfen. Das Geld sei allerdings schon lange wieder weg, wie der Spiegel die 31-Jährige zitiert. Rund 198.000 Dollar habe sie als Entschädigung gezahlt, der Rest sei für Anwaltskosten draufgegangen.

Julia Garner als Anna Delvery und Saamer Usmani als Chase Sikorski am Set von „Inventing Anna“.
Julia Garner als Anna Delvery und Saamer Usmani als Chase Sikorski am Set von „Inventing Anna“. © Aaron Epstein/Netflix

Auch interessant: Inventing Anna: So steht es um eine 2. Staffel der Netflix-Serie

Was macht Anna Sorokin heute?

Im Februar 2021 wurde Sorokin vorzeitig aus der Haft entlassen, nachdem sie sich vier Monate zuvor bei einer Bewährungsanhörung einsichtig gezeigt hatte. "Ich möchte nur sagen, dass ich mich wirklich schäme und es mir wirklich leidtut, was ich getan habe", wurde sie damals von der New York Post zitiert. Doch die Freiheit währte nicht lange: Kurz nach ihrer Entlassung wurde Sorokin von Ermittlern der Einwanderungsbehörde festgenommen, weil sie ihrer Strafe, das Land zu verlassen, nicht nachgekommen war. Aktuell sitzt sie also wieder im Gefängnis, wo sie dem Spiegel zufolge Asyl beantragte. Die Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen, heißt es weiter.

In einem Interview mit dem Online-Magazin Insider erklärte Sorokin, „nein - es sieht nicht so aus, als ob ich mir in nächster Zeit „Inventing Anna“ ansehen werde. (...) Nichts daran, eine fiktionalisierte Version meiner selbst in dieser kriminellen Irrenanstalt zu sehen, klingt ansprechend für mich“, so Sorokin. Nach Informationen des Spiegel wird die Serie vermutlich nicht das letzte gewesen sein, was man über Anna Sorokin hören wird. Nach eigenen Angaben soll sie an einem Dokumentarfilm, einem Buch und einem Podcast arbeiten. (jg) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links.

Auch interessant

Kommentare