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Netflix: Die 10 besten Klassiker zum Streamen – zwei deutsche Filme dabei

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Von: Felix Herz

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Illustration von Netflix.
Die 10 besten Klassiker auf Netflix wissen zu begeistern. (Symbolbild) © Antoine Wdo/Imago

Auf Netflix gibt es nicht nur teure Eigenproduktionen und moderne Hollywood-Blockbuster. Auch echte Klassiker finden sich auf der Plattform. Hier ist unsere Top 10.

Netflix* ist zweifellos die Streaming-Plattform Nummer 1 in Deutschland. Das Angebot ist gigantisch, der Preis fair und die Bedienung der App so einfach wie intuitiv. Sogar im Vergleich zum Herkunftsland USA steht Netflix Deutschland aktuell besser da, denn hierzulande befindet sich die Plattform (noch) nicht so sehr unter Beschuss konkurrierender Anbieter wie Paramount Plus oder HBO Max, wodurch das Angebot noch vielfältiger ist. Inzwischen kann Netflix sogar mit einer Reihe beeindruckender Eigenproduktionen aufwerten, die zum Beispiel mit „The Irishman“ von Martin Scorsese auch mit vielen Preisen ausgezeichnet und für zehn Oscars nominiert wurde. Da geht fast unter, dass Netflix auch ein paar echte Schmuckstücke in der Auslage hat – Klassiker der Filmgeschichte, die immer einen Blick wert sind.

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Netflix: Die besten Klassiker – das ist unsere Top 10

Eine Liste der zehn besten Klassiker auf Netflix aufzustellen ist schwierig, denn die Auswahl ist groß. Und sie kommt – wie bei Top-10-Listen üblich – nicht ohne eine gehörige Portion Subjektivität aus. Und da jeder der hier aufgezählten Filme mit gutem Recht für sich den ersten Platz beanspruchen könnte, erfolgen sie hier ohne eigene Platzierung. Wer will schon einem Meister wie Quentin Tarantino auf den Schlips treten und ihn an eine andere Stelle als die eins setzen? Also nichts wie rein in die ungeordnet zehn besten Klassiker auf Netflix!

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„Zurück in die Zukunft“ (1985)

Die vollständig auf Netflix verfügbare Trilogie bestehend aus den Filmen „Zurück in die Zukunft“, „Zurück in die Zukunft II“ und „Zurück in die Zukunft III“ zählt wohl zu den meistzitierten Filmreihen aller Zeiten. Allein die Namen der Protagonisten, Marty McFly und Doc Brown sind legendär, die sich wiederholenden Running Gags erhielten Einzug in die moderne Popkultur und die verwendete Zeitmaschine, ein umgebauter DeLorean DMC-12, machte aus dem Auto ein legendäres Sammlerstück.

Inhaltlich geht es in dem ersten Film um Marty McFly, der mithilfe der von Doc Brown gebauten Zeitmaschine aus dem Jahr 1985 ins Jahr 1955 reist und versehentlich verhindert, dass seine Eltern zueinander finden. Um seine eigene Geburt in der Zukunft sicherzustellen, muss McFly nun versuchen, seine Eltern doch noch zusammenzubringen – kein einfaches Unterfangen.

„Matrix“ (1999)

Während über die Sequels geteilte Meinungen herrschen – und ausgehend von der Rezeption des Trailers zum vierten „Matrix“-Film wohl auch in Zukunft herrschen werden – sind sich Filmfans aller Welt einig, dass der erste „Matrix“ aus dem Jahr 1999 zu den Meisterwerken der Filmgeschichte zählt. Auf beeindruckende Art und Weise verwebt der Science-Fiction-Film die gesellschaftlichen Ängste der späten Neunzigerjahre vor der aufkommenden Welt des Internets, philosophische wie religiöse Themen und aufwändig inszeniertes Kung Fu. Während sich Keanu Reeves für seine Darstellung des Auserwählten Neo, der aus der fiktiven Realität aufwacht und sich dem Kampf gegen die Maschinen stellt, ein Denkmal baute, trat der Film selbst eine neue Welle des Actionkinos los.

„Schindlers Liste“ (1993)

Oskar Schindler hatte während der NS-Zeit in Deutschland etwa 1.200 Juden vor der Ermordung in Vernichtungslagern gerettet, indem er sie in seiner als kriegswichtige Produktionsstätte deklarierten Fabrik beschäftigte und sie so mehrmals per Ausnahmebeschluss vor geplanten Deportationen bewahrte. Seine Geschichte schrieb Thomas Keneally 1982 als Roman nieder, 1993 adaptierte Steven Spielberg den Stoff fürs Kino. Dort wurde er zu einem finanziell großen Erfolg, der auch bei Kritikern überragend ankam – unter anderem gewann er sieben Oscars. Viel größer noch ist aber der kulturelle Wert des Films – wegen seiner hervorragenden Umsetzung ist er bis heute auch Teil vieler Bildungspläne und trug vor allem in Deutschland maßgeblich zu einem offeneren Umgang und weiteren Aufarbeitungen des Nationalsozialismus bei.

„Reservoir Dogs“ (1992)

Der erste Kinofilm von einem der heute bekanntesten und kritisch in höchsten Tönen gelobten Regisseure – Quentin Tarantino. In „Reservoir Dogs“ erzählt Tarantino die Geschichte eines gescheiterten Raubüberfalls. Die Tat selbst wird jedoch höchstens in Ausschnitten gezeigt, den Hergang erfährt der Zuschauer über Rückblenden und aus den Gesprächen der Verbrecher. Diese treffen sich nach dem Überfall in einer verlassenen Lagerhalle, wo auch der Großteil des Films spielt. Vor allem die Tatsache, dass die Gangster verraten wurden und sich ein Spitzel in ihren Reihen befindet, lässt die Situation mehrmals brutal eskalieren.

„Reservoir Dogs“ ist ein Meisterwerk des Independent-Kinos, das renommierte Magazin „Empire“ beschreibt ihn gar als den größten Independentfilm aller Zeiten. Meisterlich bedient sich Tarantino bei Elementen des Kammerspiels, des Genre-Kinos der Fünfzigerjahre, und des klassischen Gangsterfilms. Wer mehr von Tarantino sehen will, findet auf Netflix auch „Once Upon a Time in Hollywood“ (2019), „The Hateful Eight“ (2015), „Django Unchained“ (2012) sowie „Kill Bill Volume 1“ (2003) und Kill Bill Volume 2“ (2004).

„Das Leben der Anderen“ (2006)

Der erste deutsche Film dieser Liste und gleichzeitig auch der jüngste. „Das Leben der Anderen“ wirft einen ernsten Blick auf die DDR-Zeit, zeigt aber, dass Kunst das Gute im Menschen hervorzubringen mag und stellt auch die Versöhnung zwischen Täter und Opfer in den Mittelpunkt. Der Film gilt als moderner Klassiker des deutschen Kinos, auch, weil er international sehr erfolgreich war. Unter anderem gewann er den Oscar für den besten fremdsprachigen Film – das war zuvor nur Caroline Link mit „Nirgendwo in Afrika“ aus dem jahr 2003 und Volker Schlöndorff mit „Die Blechtrommel“ von 1980 gelungen.

„Titanic“ (1997)

Wenig überraschend, aber wenn einer der größten Klassiker der Filmgeschichte auf Netflix verfügbar ist, muss er auch in dieser Liste vorkommen. Das Drama mischt nicht nur eines der tragischsten Schiffsunglücke der Geschichte, als das einst größte Passagierschiff der Welt mit einem Eisberg zusammenstieß und sank, mit einer fiktiven Liebesgeschichte. Auch inszenatorisch setzte Regisseur James Cameron mit einem famosen Cast bestehend unter anderem aus Leonardo DiCaprio und Kate Winslet sowie einem beeindruckenden Set-Design und Soundtrack von James Horner neue Maßstäbe des Blockbusterkinos in den Neunzigern.

Ausgezeichnet mit elf Oscars und mit einem Einspielergebnis von rund 1,8 Milliarden Dollar thronte „Titanic“ lange Zeit an der Spitze der erfolgreichsten Filme aller Zeiten – bis Cameron sich selbst mit „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ (2009) ablöste.

„Forrest Gump“ (1994)

Ein weiteres Meisterwerk aus den Neunzigerjahren. Mit der Lebensgeschichte des fiktiven Amerikaners Forrest Gump setzte sich Regisseur Robert Zemeckis ein Denkmal: Er gewann sechs Oscars, unter anderem erhielt Tom Hanks für seine Darstellung der Titelfigur den Oscar als Bester Hauptdarsteller, sowie drei Golden Globes. Viele der Szenen aus der Literaturverfilmung sind heute fester Bestandteil der Popkultur, wie Gumps Dauerlauf durch quer durch Nordamerika, seine Liebesbekundungen gegenüber Kindheitsfreundin Jenny und die Zeit als Kapitän eines Krabbenkutters. Doch auch ernste Themen wie den Vietnamkrieg, Rassismus und Sexismus werden thematisiert. Zudem steckt „Forrest Gump“ voller Lebensweisheiten und erinnerungswürdiger Sprüche, die ihn bis heute aktuell halten. „And that‘s all I have to say about that.“

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„Das Leben des Brian“ (1979)

Ein Kultfilm, auch weil er Zeit seines Erscheinens viele Kontroversen auslöste. Das bis heute letzte große Filmprojekt der britischen Komikergruppe, die zuvor mit „Ritter der Kokusnuss“ und „Der Sinn des Lebens“ auf sich aufmerksam machte, behandelt das Leben der fiktiven Figur Brian. Dieser wurde zur selben Zeit und in nächster Nähe zu Jesus Christus geboren und wird im Laufe seines Lebens fälschlicherweise für einen Messias gehalten. Durch seine humoristisch-kritische Auseinandersetzung mit religiösen Dogmen stieß die Komödie auf vehementen Widerstand mehrerer Religionsgruppen samt Aufführungsboykotte und löste eine Debatte über künstlerische Freiheit und religiöse Toleranz aus. Gleichzeitig lobten Filmkritiker „Das Leben des Brian“, der auch dank anhaltenden Publikumserfolgs bis heute zu den Juwelen der britischen Filmgeschichte zählt.

„Dirty Dancing“ (1987)

Regisseur Emile Ardolino traf mit dem Tanzfilm „Dirty Dancing“ in den späten 1980er Jahren einen Nerv: Die Geschichte von „Baby“ und Johnny, gespielt von Jennifer Grey und Patrick Swayze, wirft einen romantischen Blick auf die frühen Sechziger. Mit anrüchigen Tanzszenen, komplizierten Liebesbeziehungen und den typischen Problemen junger Menschen, die ihren Platz in der Welt suchen, gilt „Dirty Dancing“ als einer der Prototypen des Coming-of-Age-Films und ist berechtigterweise bis heute ein beliebter Teenie-Film.

„Das Boot“ (1981)

Deutlich ernster geht es in Wolfgang Petersens monumentaler Verfilmung der Feindfahrt eines deutschen U-Boots während des Zweiten Weltkriegs zu. Schauplatz ist die Atlantikschlacht 1941 zwischen Deutschland und den Alliierten. Die vor allem als U-Boot-Krieg geführte militärische Auseinandersetzung dauerte zwar über den gesamten Zweiten Weltkrieg an, erlebte im Jahr 1941 einen ihrer dramatischsten Höhepunkte.

Petersen fängt die Stimmung famos ein, überträgt die Spannung direkt an den Zuschauer. Das blieb nicht unbemerkt: Nicht nur wurde das Epos für sechs Oscars nominiert und gewann zahlreiche Preise, es ermöglichte Petersen auch den erfolgreichen Wechsel nach Hollywood. „Das Boot“ gibt es in mehreren Fassungen, auf Netflix ist die Fassung als TV-Serie mit sechs ca. 50 Minuten langen Episoden.

Die Klassiker auf Netflix: Immer einen Blick wert

Sie mögen zwar etwas älter sein, schrieben aber allesamt Filmgeschichte: Die Klassiker auf Netflix lohnen sich, ob zum ersten Mal anschauen oder zum x-ten Mal. Die Figuren ikonisch, die Sprüche legendär, das Setting einmalig oder die Wirkung bahnbrechend – mit diesen Klassikern gibt es Legenden auf Ihrem Fernseher! (fh) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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