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Netflix-Kunden müssen bangen: Preispolitik wird aggressiver 

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Von: Franziska Kaindl

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Person hält Fernbedienung vor dem Fernseher, auf dem Netflix geöffnet ist.
Person hält Fernbedienung vor dem Fernseher, auf dem Netflix geöffnet ist. © Imago

Passwort-Sharing ist Netflix schon seit Längerem ein Dorn im Auge. Nun testet der Streaming-Anbieter Extra-Gebühren für Personen, die am Account anderer teilhaben.

Viele Netflix*-Abonnenten teilen ihren Account mit Familie, Freunden und Partner – selbst, wenn diese nicht im selben Haushalt leben. Das ist eigentlich verboten, doch bisher hatte der Streaming-Anbieter keine Möglichkeit, die „Übeltäter“ auszumachen. Stattdessen hat sich Netflix nun eine Strategie überlegt, wie man am Account-Sharing mitverdienen kann. Dabei sollen Kunden sogar noch günstiger wegkommen als bisher.

Account-Sharing gegen Aufpreis – Netflix mit neuem Test

„Wir haben es Menschen, die zusammenleben, schon immer leicht gemacht, ihr Netflix-Konto gemeinsam zu nutzen, mit Funktionen wie separaten Profilen und mehreren Streams in unseren Standard- und Premium-Tarifen“, schreibt Netflix-Managerin Chengyi Long in einem Blogbeitrag. In ihren Formulierungen versucht sie es zu vermeiden, den Netflix-Kunden die Schuld am Passwort-Sharing mit haushaltsfremden Personen zu geben: „Diese Funktionen erfreuen sich zwar großer Beliebtheit, haben aber auch zu einiger Verwirrung darüber geführt, wann und wie Netflix gemeinsam genutzt werden kann.“ Als Folge würden Konten zwischen Haushalten geteilt werden, was sich aber auf „unsere Fähigkeit auswirkt, in großartige neue Fernsehprogramme und Filme für unsere Mitglieder zu investieren“.

Im letzten Jahr hätte man sich laut Chengyi Long viele Gedanken darüber gemacht, wie Nutzer, die bisher außerhalb ihres Haushalts Netflix nutzten, dies „auf einfache und sichere Weise“ weiterhin tun könnten. Das Ergebnis ist nun ein Test, der in Chile, Costa Rica und Peru gestartet werden soll. Hier können Netflix-Abonnenten mit einem Standard- und Premium-Account fortan maximal zwei zusätzliche Mitglieder zu ihrem Konto hinzufügen – und zwar gegen einen Aufpreis von 2,99 US-Dollar (umgerechnet circa 2,70 Euro). Die „Unterkonten“ werden mit einem eigenen Profil, personalisierten Empfehlungen, Login und Passwort ausgestattet.

Eine weitere neue Funktion soll es Mitgliedern mit Basis-, Standard- und Premium-Account ermöglichen, die Profilinformationen anderer Nutzer, mit denen sie ein Konto teilen, in einen eigenständigen Account oder in ein „Unterkonto“ zu transferieren. Somit müssen die betroffenen Nutzer bezüglich ihrer Merkliste und Empfehlungen nicht wieder bei null anfangen – und Netflix generiert mit wenig Aufwand neue Abonnenten.

Passwort-Sharing bei Netflix

Netflix‘ neuer Test ist nicht der erste Versuch, gegen Passwort-Sharing vorzugehen. Im letzten Jahr versuchte es der Streaming-Anbieter mit einer zusätzlichen Sicherheitsstufe, die Nichtbesitzer eines Netflix-Accounts aussperren sollte. Nun bewegen das stagnierende Wachstum bei Neuanmeldungen sowie die stark auftrumpfende Konkurrenz das Unternehmen dazu, andere Wege zu beschreiten – die vielleicht weniger User verprellen. (fk) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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