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Pestizide und Milben

Bienen: Durch Gifte geschwächt

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Es steht nicht gut um die bayrischen Bienen, meint Michael Aufhauser vom Gnadenhof Gut Aiderbichl. Vor allem der Einsatz von Pestiziden setzt den Insekten zu.

Der Tierschützer und Gut-Aiderbichl-Gruender Michael Aufhauser über die Lage der Biene in Bayern.

In Bayern hat sich die Anzahl der Bienen halbiert. Es gibt noch etwa 160 000 Bienenvölker. Dafür ist natürlich auch der Strukturwandel in der Landwirtschaft mitverantwortlich: Monokulturen und der Einsatz riesiger Maschinen beim Mähen. Flugbienen werden mitgemäht und verenden. Weil sie nicht in ihren Stock zurückkehren, schwärmen unerfahrene Bienen aus und wollen ihre Aufgaben übernehmen. Doch das, was sie draußen erwartet, sind riesige abgemähte, kahle Flächen ohne Blüten… Seit einigen Jahren erlebt die Zahl der Imker zum Glück einen erneuten Anstieg. Der Grund dafür ist sicherlich die wiederentdeckte Liebe der Menschen, einen Naturgarten zu beleben. Die neue Generation der Imker sind meist Hobby- Bienenhalter, die von den Profis nicht selten belächelt werden. Dass sie oft Erfolge in der Vermeidung der Varroamilbe in ihren Bienenvölkern verzeichnen, mag daran liegen, dass sie ihre Bienenstöcke nicht nur auf dem Land, sondern mitten in der Stadt aufstellen. Dort scheint die blutsaugende Milbe noch nicht so Fuß gefasst zu haben.

Obwohl das Halten von Bienen inzwischen zu einer Art Wissenschaft geworden ist, tappen die Imker irgendwie im Dunkeln. Könnte es vielleicht sogar so sein, dass der Befall mit Varroamilben im Zusammenhang mit geschwächten Bienenvölkern steht? Der Bienenkiller Nummer eins sind in den Augen vieler die Pestizide. Sie sollen die Bienenvölker halbiert haben. Deutschland und England stellen in Europa die meisten dieser Pestizide her, und als kürzlich das Verbot einiger hochgiftiger Neonicotinoide beschlossen wurde, waren die Kompromisse zugunsten der Chemiefirmen deutlich erkennbar: eine zeitliche Einschränkung des Verbotes und die üblichen Ausnahmen. Dabei schaden diese Substanzen nicht nur den Bienen, sondern auch anderen Tieren wie Ameisen, Schmetterlingen, Hummeln, Käfern und Regenwürmern. Diese Gifte wirken noch viel fataler als das berüchtigte DDT, das in den meisten Industrieländern seit Jahrzehnten verboten ist. Für die Zulassung der Nervengifte soll bislang beinahe ausschließlich die tödliche Dosis berücksichtigt worden sein. Wie sich das Gift, wenn es nicht tödlich ist, auf Bienen auswirkt, kann man nur schwer nachvollziehen. Es wird aber mit dem Bienensterben ebenfalls in Zusammenhang gebracht. Imker sprechen von verstörten Bienen, die ihr Hygieneverhalten vernachlässigen und untereinander nicht mehr verständlich kommunizieren können. Es sei fast so, als stünden sie unter Drogen. Informationen, z. B. wo sie blühende Blumen und Büsche entdeckt haben, werden nicht mehr zuverlässig an andere Bienen ihres Volkes übermittelt.

Man kann den Erfindern der Bienensauna nur viel Glück wünschen. Auch dass damit die Ursache und nicht nur das Symptom des Bienensterbens bekämpft wird.

Michael Aufhauser

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