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Invasive Giftspinnen: Diese 5 Arten könnten bald Deutschland erobern

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Von: Olaf Kubasik

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Eine Andalusische Trichternetzspinne (macrothele calpeiana).
Die Andalusische Trichternetzspinne breitet sich durch den weltweiten Handel rasant aus. © H. Bellmann/F. Hecke/dpa

Fünf Giftspinnen kommen immer häufiger auch in Deutschland vor – gleich bei Bissen zweier Arten droht Menschen große Gefahr.

Immer mehr invasive Tiere machen sich in Deutschland breit. Zumeist „nur“ als Gefahr für bestehende Ökosystem. Doch unter den sogenannten Neozoen sind auch solche, die bei vielen Menschen für Angst und Schrecken sorgen: Spinnen. Acht ihrer Arten sollte man in Baden-Württemberg jetzt schon besser aus dem Weg gehen. Weitere könnten Wissenschaftlern zufolge bald folgen. Aufgrund der fatalen Kombination aus weltweitem Handel und Klima-Erwärmung. echo24.de stellt fünf Spinnen vor, die hierzulande bereits gesichtet wurden und deren Bisse teilweise fatal enden können.

Große Sorge herrschte in Österreich, als sie in Teilen des Landes einfiel. Kein Wunder, zählt die Südrussische Tarantel doch zu den größten Vertretern der Webspinnen-Ordnung in Europa. Und wer den nachtaktiven, haarigen Achtbeiner bis aufs Blut reizt, muss mit einem Biss rechnen, der jedoch schlimmstenfalls nur für kurze Fieberschübe sorgen kann. Dass die invasive Lycosa singoriensis Deutschland erreichen wird, könne Experten zufolge sein – die Wahrscheinlichkeit sei jedoch nicht sehr hoch.

KlasseSpinnentiere
StammGliederfüßer
UnterstammKieferklauenträger
bekannte Spinnen-Arten50.000

Giftspinnen mit Biss-Gefahr: Bestimmte Arten könnten Deutschland erobern

Ein ganz anderes Kaliber ist hingegen die bereits 2017 erstmals in Deutschland nachgewiesene Edle Kugelspinne. Großbritannien hat Steatoda nobilis schon eingenommen. Und ihre Verbreitung bei uns scheint nur eine Frage der Zeit. Nach ihren Bissen, die zumeist im Schlaf oder beim Anziehen erfolgen, sind auf der Insel bereits zahlreiche Menschen gestorben. Das liegt aber nicht am Gift des Tieres, sondern daran, dass es lebensgefährliche, zum Teil multiresistente Bakterien an den Beißwerkzeugen trägt.

Ihre Verwandte aus dem australischen Sydney ist die giftigste Spinne der Welt. Dieser Umstand allein macht die Andalusische Trichternetzspinne zu einem Albtraum für Arachnophobiker. Doch auch Macrothele calpeiana kann bei extremer Reizung oder Bedrohung heftig zubeißen und für stundenlange Extremschmerzen und Kreislaufbeschwerden bei Menschen sorgen. Aufgrund einer wissenschaftlichen Fehleinschätzung wurde die Art als einzige europaweit geschützt – obwohl sie sich jüngeren Forschungen zufolge massiv auf dem ganzen Kontinent ausbreiten kann.

Deutschland vor Giftspinnen-Invasion? Bisse mit schlimmen Folgen für Menschen

Eine andere Art ist riesengroß. Und es besteht bei ihr akute Verwechslungsgefahr mit der tödlichsten Spinne der Welt. Deshalb herrscht immer höchste Alarmstimmung, wenn die Warmhaus-Riesenkrabbenspinne irgendwo in Deutschland gesichtet wird. Allerdings, wie ihr Name schon sagt, nur an warmen Orten. Der Biss der mittlerweile weltweit vorkommenden Heteropoda venatoria ist allerdings im Vergleich zu ihren erschreckenden Ausmaßen harmlos: Schwellungen und lokale Schmerzen, die nach einem Tag wieder abklingen sind die Folge.

Nummer fünf im Reigen der invasiven Spinnen-Arten hat es im wahrsten Sinne in sich. Denn die ursprünglich nur in den USA vorkommende, aber nach Europa eingeschleppte Braune Einsiedlerspinne besitzt ein Gift, das Zellen absterben und Gewebe zersetzen lässt. Amputationen und der Tod können die schlimmsten Folgen sein. Das Teuflische: Den Biss von Loxosceles reclusa merken Menschen kaum – bis nach zwei bis acht Stunden Schmerzen einsetzen, die immer schlimmer werden. Und besonders gruselig: Die Braune Einsiedlerspinne hat sich auch schon im Ohr einer Frau eingenistet.

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