Knapp sechs Zentimeter lang

Warum Fruchtfliegen riesige Spermien haben

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Die Fruchtfliege Drosophila bifurca ist bloß wenige Millimeter groß, produziert aber knapp sechs Zentimeter lange Spermien. Was hat es damit auf sich?

Jeder kennt sie: die Fruchtfliege. Sie ist zwar klein, beim Schwirren um die Obstschale ist das Ärgernis dafür umso größer. Doch noch etwas ist bei den winzigen Insekten ziemlich groß - und zwar ihre Spermien. Fast sechs Zentimeter sind diese lang. Normalerweise sind bei Tieren die Spermien wesentlich kleiner als die Eier, damit mehr davon produziert werden können. Viele kleine Spermien erhöhen in der Regel die Wahrscheinlichkeit für den Fortpflanzungserfolg.

Bei den Fruchtfliegen ist es jedoch genau andersherum: Je größer, desto besser. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Zürich liefert nun erstmals eine schlüssige Erklärung für die Evolution dieser Riesenspermien.

Fruchtfliegen haben riesige Spermien - das ist der Grund

Es gibt zwei mögliche Erklärungen seitens der Wissenschaftler: Einerseits können größere Spermien ihre kleineren Konkurrenten aus dem Geschlechtstrakt der Weibchen verdrängen. Je größer die Tiere, desto größer auch die Spermien – ein klarer Wettbewerbsvorteil bei der Befruchtung der Eier also. Andererseits sind größere Männchen bei der Fortpflanzung im Vorteil, da diese mehr der längeren Spermien produzieren als kleinere Artgenossen. "Die sexuelle Selektion begünstigt also längere Spermien", erläutert Stefan Lüpold, Evolutionsbiologe an der Universität Zürich.

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Der Tiefsee-Anglerfisch Lasiognathus dinema. Er ist nur etwa 50 Millimeter groß und beheimatet im Golf von Mexiko. © Theodore W. Pietsch/University of Washington/dpa
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Die Libelle "Umma Gumma: In Gabun entdeckt und nach dem Pink Floyd-Album "Ummagumma" benannt. © Jens Kipping/State University of New York/dpa
Die Computersimulation zeigt den Seenadel-Fisch Phyllopteryx dewysea. Dieser wurde vor der Westküste Australiens entdeckt. © Josefin Stiller/Nerida Wilson/Greg Rouse/dpa
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Die Riesenschildkröte Chelonoidis donfaustoi. Sie ist, anders als zuvor gedacht, doch eine eigene Art. Rund 250 verbleibende Exemplare leben auf den Galapagos-Inseln in Ecuador. © Washington Tapia/State University of New York/dpa
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Die Illustration zeigt den Affen Pliobates cataloniae. Überreste von ihm wurden in Spanien gefunden, er lebte wohl vor rund 11,6 Millionen Jahren. © Marta Palmero/Institut Catalá de Paleontologia Miquel Crusafontsity/dpa
Der Käfer Phytotelmatrichis osopaddington. Er ist winzig, kommt in Peru vor und wurde nach dem Bilderbuch-Bär "Paddington" benannt. © Michael Darby/State University of New Yor k/dpa
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Eine Blüte am Baum Sirdavidia solannona. © Thomas Couvreur/dpa
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Die Assel Iuiuniscus iuiuensis: Sie ist blind und durchsichtig und die bislang einzige bekannte Assel, die Schutzhügel aus Lehm baut. © Souza, Ferreira & Senna/dpa
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Die Fleischfressende Sonnentau-Pflanze Drosera magnifica aufgenommen in Brasilien. Sie wird über 120 Zentimeter groß, ist in Brasilien heimisch und wurde per Facebook-Foto entdeckt. © Paulo M. Gonella/SUNY College of Environmental Science and Forestry/dpa
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Fossilien des Frühmenschen Homo naledi (undatierte Aufnahme). Die Fossilien wurden in Südafrika gefunden. Wann er genau lebte, ist noch unklar. © John Hawks/Wits University/dpa

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