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Gerettet! Die schönsten Tiergeschichten 2013

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Edeltraud H. zog zu ihren Kühen nach Gut Aiderbichl in Deggendorf, sie will nicht mehr auf ihren Hof zurück.

Das Jahr 2013 hat uns bewegt, und Akte Tier und Gut Aiderbichl konnten vieles bewegen. Seit sieben Jahren berichten wir über Tier- und Naturschutzthemen.

Wir schrieben in diesem Jahr zum Beispiel über die Not der Bienen, denen Pestizide und Milben die Energie zum Leben rauben, über Zugvögel, die kaum Nachwuchs großziehen konnten, über die Jagd auf geschützte Tiere wie Eisbären und auch über Menschen und Tiere in Not. Viele Schicksale sind uns nahegegangen, an die berührendsten wollen wir uns heute noch mal erinnern:

Das Hochwasser brachte die Wende

Diese Bilder gingen um die Welt: Überflutete Bauernhöfe, Kühe, die bis zum Bauch im Wasser stehen, Kadaver, die im Wasser treiben. Maststier Egon hatte sich losgerissen und auf eine kleine Anhöhe gerettet. Das Foto der Bäuerin Edeltraud H., die unter ihren geretteten Tiere sitzt und sie streichelt, wird nicht so eine große Aufmerksamkeit finden. Doch für alle Menschen, die bei dem verheerenden Hochwasser im Juni Menschen und Tiere gerettet haben, ist dieses Bild von der innigen Zuneigung zwischen Mensch und Tier der Beweis, dass sich die Anstrengungen gelohnt haben. Dass es wert ist, jedes Leben zu retten – seien es Haustiere, Nutztiere oder Wildtiere. Viele Gestrandete kamen auf Gut Aiderbichl unter. Darunter zwei Enten. Eine Tierfreundin hatte ein Nest mit Eiern entdeckt und sie unter eine Wärmelampe gestellt. Zwei Küken schlüpften: Wilma und Lilly.

Neue Heimat für 319 Tiere

Im April hat Gut Aiderbichl in Iffeldorf seine Türen für Besucher geöffnet. Für 319 gerettete Tiere ist der umgebaute Bauernhof der Familie von Hansi und Martina Süß zum Zuhause geworden. Die Milchkühe des Hofes durften in Rente gehen, ihr Nachwuchs durfte seine Hörner behalten. Auch Ziegen aus einem Zirkus und von der Landwirtschaftsausstellung in München genießen die Pflege. Für Hunde und Katzen gibt es geräumige Wohnungen – und wenn sich Besucher wünschen, mit den Tieren zu tauschen, dann zeigt dies, dass diese es endlich so gut haben, wie sie es verdienen.

Mischling Susi lernte zu leben

Susi wurde Opfer falscher Tierliebe: Ihr Besitzer wollte sie vor dem Überfahren schützen und sperrte sie immer ein. Als der Mann krank wurde, lernte Susi endlich die Freiheit kennen. Sie war so verschüchtert, dass sie für den Transport nach Gut Aiderbichl Kärnten eine Narkose brauchte. Dort hat sich Susi mittlerweile in eine Hundegruppe eingelebt und genießt den täglichen Auslauf und das Spielen mit den Artgenosse.

Hatz auf Hunde

In Rumänien spielen sich auf den Straßen und vor Tierheimen schreckliche Szenen ab: Hunde werden brutal umgebracht oder von Tierfängern in Heime verschleppt. Dort warten Besitzer vor verschlossenen Türen und dürfen nicht nach ihren Lieblinge suchen. Die Hündin Viva entkam der Hundehölle und lebt jetzt bei Fürstenfeldbruck.

Gute Freunde

Gute Freunde sind lebenswichtig: Glück für Stute Annabell, dass sie ihren Josef hat. Schon als sie ein Fohlen war, kümmerte Josef sich um das Tier auf einem Bauernhof. Als er Annabell wieder besuchen kam, erfuhr er, dass sie vom Metzger gekauft worden ist. Josef befreite sein Tier. Ausgediente Reitpferde oder Tiere, die keiner mehr will, kommen häufig auf die elenden Transporte in südliche Länder.

TV-Tipp

Diese und weitere wunderbare Tiergeschichten werden in der Sendung Advent auf Aiderbichl gezeigt, am Samstag, den 7. Dezember 2013 um 20:15 Uhr auf ORF 2! Die Moderatoren Francine Jordy und Marc Pircher führen durch das Programm.

Hoffnung für die Zukunft

Bei der Erinnerung an das vergangene Jahr stehen die Bilder der Jahrhundertflut im Raum Deggendorf im Vordergrund. Es sind Bilder, die niemals verblassen dürfen. Das beispiellose Miteinander der Menschen dort, die sich gegenseitig in ihrer Not halfen und trotzdem auch die Tiere im Hochwasser nicht vergessen haben. Ich erinnere mich, wie ich unseren Tierpflegern begegnet bin, die bereits 40 Stunden im Einsatz waren. Sie halfen Bauern beim Evakuieren ihrer Tiere und brachten sie auf Gut Aiderbichl Deggendorf. Auch an die Pioniere aus Ingolstadt denke ich zurück, an die hilfsbereiten Mitarbeiter der Veterinärbehörde und die vielen Helfer. Mit einem Schlauchboot hat die Deggendorfer Tierrettung Katzen und Hunde aus den Fluten gefischt und uns übergeben. Ihnen allen gebührt unser großer Dank.

2013 wurde Gut Aiderbichl Iffeldorf eröffnet. Das es so weit kommen konnte, verdanken wir maßgeblich Gertraud Gruber aus Rottach-Egern. Sie ist seit Jahrzehnten dafür bekannt, dass sie bedürftigen Menschen hilft. Nun aber auch Tieren in Not, und das in großem Stil. Denn auch sie weiß, dass sich im Umgang mit Tieren, unsere Kultur bewähren muss. Wir Menschen werden niemals friedlich miteinander umgehen und uns vom Egoismus verabschieden können, wenn wir uns völlig ausgelieferten Lebewesen gegenüber derart grausam verhalten.

Zigtausende Menschen haben auch Gut Iffeldorf bereits besucht und sind überrascht. Denn was dort praktiziert wird, geht weit über den Tierschutz hinaus. Was machen Menschen, haben wir uns gefragt, die mit einem ganz kleinen Budget auskommen müssen, aber einen vierbeinigen Freund unter ihrem Schutz haben? Deshalb laden wir diese Menschen in der Adventszeit ein. Sie erhalten nicht nur freien Eintritt, sondern auch „Tierpackerl“ mit reichlich Futter für Hunde und Katzen. Gut Aiderbichl Iffeldorf ist täglich geöffnet!

Dass Tierschutz auch Menschenschutz ist, davon erzählt die diesjährige Weihnachtssendung im Fernsehen. Es sind nicht Tiere, die bei uns anrufen und uns um Hilfe anflehen. Es sind Menschen, die selbst in Not geraten sind, eine schreckliche Diagnose erfahren haben oder denen gesehenes Tierleid nicht mehr aus dem Kopf und Herzen geht. Dass wir hier helfen dürfen, verdanken wir einem großen Kreis von Aiderbichlern, aber auch unseren Wegbegleitern: den Medien, allen voran der tz, dem Fernsehen, den Tierärzten, den vielen Sponsoren und einer breiten Öffentlichkeit, die unseren Projekten wohlwollend gegenüberstehen.

Obwohl die diesjährige Sendung exklusiv auf ORF2 zu sehen ist, kommen viele Geschichten aus Bayern. Wer den österreichischen Sender nicht empfangen kann, sollte ihn sich rechtzeitig einstellen lassen!

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