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Das lebt im Laub!

Hotels für Tiere: So werden die bunten Blätter im Herbst genutzt

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Laub bedeutet Lebensraum für viele Tierarten.

Rund 30.000 Blätter hat ein Baum durchschnittlich in unseren Breiten – und jetzt im Herbst segelt eins nach dem anderen auf den Boden. Doch Laub bedeutet auch Lebensraum für viele Tiere.

Das Laub macht die Fußwege und Straßen rutschig, als dicke Schicht nehmen sie dem Rasen die Luft. „Manche Menschen sehen Laub als Problem“, stellt Martin Hänsel vom Bund Naturschutz fest: „Dabei ist es Lebensraum für unzählige Tiere und die Grundlage für alles Leben in Gärten und Parks. Da erstehen ganze Universen an Leben, die wir aus Unkenntnis zerstören.“ Die Naturschützer appellieren eindringlich, nicht jede Grünfläche komplett aufzuräumen, sondern Laub auch mal liegen zu lassen – um den vielfältigen Tieren von Würmern über Insekten bis hin zu Säugetieren und Vögeln Schutz und Futterquellen zu bieten.

SUS

Martin Hänsel, Bund Naturschutz München: "In der Natur gibt es keinen Abfall"

Hat sich unsere Einstellung zum Laub verändert?

Martin Hänsel: Die Natur wirdunszunehmendfremd, wir kennen uns immer schlechtermitökologischen Prozessen aus, die nun mal in Kreisläufen funktionieren. In der Natur gibt es keinen Abfall. Blätter, die auf den Boden fallen, werden zum Versteck und zur Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl von Tieren, die dann wiederum Nahrung für andere Tiere sind. Diese vielfältigen Tiere und Prozesse zersetzen die Blätter schließlich zu Humus, der den Boden düngt und Nahrung für die Pflanzen ist. Daher es ist völlig unsinnig, jedes Laubblatt zu entfernen.

Sind Umweltschützer deshalb gegen Laubbläser?

Laubbläser statt Rechen: Was Arbeit ersparen soll, kann der Gesundheit und Natur schaden.

Hänsel: Der Einsatz wird ja meist mit Zeitersparnis begründet. Aber dann wird die gesparte Zeit damit wettgemacht, dass man alle Blätter aufsammelt. Während man mit dem Rechen Blätter liegen lässt, die vielleicht der Wind zusammenbläst, jagt man mit dem Laubbläser auch noch dem letzten Blatt hinterher. Neben der unerträglichen Lärmbelästigung und dem ständigen Rütteln, das für das Skelettsystem des Benutzers nicht gut ist, werden auch Pilzsporen und Keime, die normalerweise am Boden bleiben, hochgewirbelt. Das belastet die Atemwege massiv. Dazu kommt eine Abgasbelastung. Das alles hat dazu geführt, dass das Bundesumweltamt vor dem Einsatz der Geräte warnt. Aber leider breiten sie sich immer mehr aus. Besonders grotesk finde ich es, wenn nasses Laub erst trockengeföhnt wird, bevor man es dann verblasen kann. Es ist wahnsinnig, was wir für einen Aufwand betreiben für etwas, das ökologisch völlig widersinnig ist.

Meist heißt es, das bisschen Blasen im Herbst sei ja nicht so schlimm!

Hänsel: Ist so ein Gerät erst mal vorhanden, wird es das ganze Jahr über eingesetzt. Der Laubbläser wird immer häufiger als Besenersatz hergenommen. Nicht nur im Herbst. Ein Problem ist auch, wenn der Privatmann das Gerät von Blasen auf Saugen umstellt: Dann werden die Blätter eingesaugt und schön zerhäckselt. Dabei sterben jedoch auch all die kleinen Lebewesen im Laub mit ab. Professionelle Gartenbaufirmen und Verwaltungen setzen die Laubsauger allerdings auf unbefestigten Flächen und Rasen nicht ein. Was nur die wenigsten wissen: Für die Benutzung dieser Geräte gibt es strenge Regeln und Uhrzeiten, an die sich jeder halten muss, die sind z. B. von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr. Weitere Infos über Laubbläser und Laubsauger gibt es unter www.bn-muenchen.de.

Diese Tiere wohnen im Laub

Maus
Spitzmaus: Die kleinen Säuger wühlen sich durch die Blätter und vertilgen Insekten. Außerdem bietet das Laub Schutz vor Nässe und Kälte. © dpa
Laub und Äste bieten Unterschlupf für Igel
Igel: Im Herbst suchen Igel gezielt in den Laubhaufen nach Insekten. Im Winter entscheidet jedes Gramm Fettpolster, das sie sich im Herbst angefressen haben. Sind die Haufen sehr groß und schon etwas zusammengesackt, können die Igel dort auch einen Unterschlupf für ihren Winterschlaf finden. © picture alliance / dpa-tmn
Springschwanz
Springschwänze: Diese winzigen Insekten wandern zu Millionen aus dem Boden in den Laubhaufen ein. Besonders schnell sind sie, wenn es geregnet hat und das Laub feucht ist. Sie sind entscheidend an der Umsetzung der Blätter zu Humus beteiligt und dabei selbst Nahrungsquelle für andere Tiere. © picture alliance / dpa
Regenwurm-Inventur
Regenwurm: Unverzichtbar für die Humusbildung zieht er Blätter ins Erdreich, knabbert sie an. Bei der Passage durch sein Verdauungssystem entsteht wertvolle Erde. © picture alliance / dpa
Krötenwanderung
Erdkröte und Laubfrosch: Die Erdkröte gräbt sich zum Überwintern in den Boden ein, schätzt dabei jedoch eine Laubschicht als zusätzliche Insolation vor dem Frost. Der Laubfrosch dagegen krabbelt tief in die Blätter und fällt dort in eine Winterstarre. © picture-alliance/ dpa
Marienkäfer
Marienkäfer: Jetzt suchen die Käfer ihre Winterquartiere, dabei kriechen sie nicht nur gern in Gebäudespalten, sondern schlummern vorzugsweise geschützt im Laub. © pic ture alliance / dpa
Waldeidechse: Mit ein bisschen Glück siedelt sich in naturnahen Gärten vielleicht eine Waldeidechse an. Diese Tiere schätzen Laubhaufen als Schlemmerparadies, wo sie in trockenen Ecken auch ihre Lieblingsspeise, die Spinnen, finden. © fkn
Singvögel zeigen Frühlingsgefühle
Rotkehlchen, Amsel und Zaunkönig: Gerade in der nahrungsarmen Zeit sind Laubhaufen für Vögel eine wunderbare Speisekammer. Hänsel: „Wer sich im Frühjahr am Gesang der Vögel erfreuen will, muss ihnen die Möglichkeit geben, artgerechtes Futter zu finden.“ © dpa
Sonniges Herbstwetter
Schmetterlinge: Im Laub entwickeln sich aus den Eiern Larven, die nach dem Raupenstadium im Frühjahr dann im Sommer als farbenprächtige Schmetterlinge durch den Garten flattern. © dpa

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