Einschläferungstermin verschoben

Todkranker Hund liegt im Sterben, doch dann heiratet sein Frauchen ...

Boulder - Eine Woche vor ihrer Hochzeit sollte Kelly O'Connells geliebter Hund Charlie eingeschläfert werden. Doch Charlie war noch nicht bereit zu gehen, zumindest nicht vor der Hochzeit seines Frauchens.

Die Zeremonie beginnt und Charlie marschiert stolz neben seinem Frauchen zum Altar. Diese wenigen Schritte sind schon fast zu viel für ihn. Der schwarze Labrador-Mischling leidet an einem Gehirntumor und kann sich kaum auf den Beinen halten. Der Bräutigam schließt seine Frau in die Arme und die beiden küssen sich. Jetzt bildet sich vielleicht ein Gedanke in Charlies Kopf: "Es ist gut, Mama geht es gut." Er kann nicht mehr aufstehen, nicht weitergehen. Er ist zu schwach. Aber seine Augen leuchten, das wird man später auf den Hochzeitsbildern sehen können.

Für Kelly O'Connell ist es wie ein riesiges Geschenk, dass ihr geliebter Hund, mit dem sie 15 Jahre ihres Lebens verbracht hat, bei ihrer Hochzeit dabei sein kann. Sie hat schon nicht mehr daran geglaubt, hat den Termin für die Einschläferung schon ausgemacht. Eine Woche vor der Hochzeit sollte es so weit sein. Charlie sollte seinen Frieden haben, nicht länger leiden müssen. Doch dann geschieht das Unfassbare: Wie durch ein Wunder erholt sich Charlie, bäumt sich noch ein letztes Mal auf, scheint den Gehirntumor wenigstens für einige Tage in Schach zu halten. Es war, als würde er sagen: "Nein, ich will das noch sehen," sagt O'Connell.

Seit 15 Jahren waren die Mensch und Hund ein Paar. Charlie Bear war damals als Welpe in einem Einkaufswagen gefunden worden und in einem Tierheim gelandet. O'Connell hatte zwar nicht vor, sich einen Hund zuzulegen, aber als sie ihn in seinem Gehege liegen sah, war es um sie geschehen. Dass ihr treuer Begleiter sie nun bis zum Altar führen konnte, bedeutete die ganze Welt für sie.

Charlie kann nicht wieder aufstehen, seiner letzten Kräfte beraubt bleibt er vor dem Alltar liegen und schaut dem Brautpaar hinterher. Das bemerkt Sandy Spaeth, die Schwester der Braut, und trotz edler Hochzeitsgarderobe umschlingt sie den 40-Kilo-Hund und trägt ihn behutsam durch den Gang nach hinten, wo er sich im Gras ausruhen kann. 

Es sind rührende Bilder, die die Fotografin Jen Dziuvenis an diesem Tag geschossen hat. Die Braut geht nach der Zeremonie auf die Knie, um ihren Charlie zu drücken. Die ganze Hochzeitsgesellschaft versammelt sich mit ihr. "Du hast es geschafft, Kumpel. Du hast es geschafft," sagt sie immer wieder und weint dabei, so wie alle Gäste, inklusive der Fotografin. "Die Liebe, die diese Menschen für ihr Tier haben, ist genug, um jedermanns Glauben an die Menschheit wieder herzustellen," schreibt Dziuvenis später auf Instagram.

Nur eine Woche nach der Hochzeit stirbt Charlie Bear, doch "er wurde geliebt," sagt Dziuvenis, "wir sollten darüber glücklich sein."

Rührende Bilder: Todkranker Hund auf Hochzeit seines Frauchens

Charlie scheint sehr glücklich darüber zu sein, dass er beim großen Tag seines Frauchens dabei sein kann. © Jen Dziuvenis
Nicht ohne unsere Hunde: Braut und Bräutigam sind beide Tierärzte und lieben ihre Tiere über alles. © Jen Dziuvenis
Die Schwester der Braut und Trauzeugin trägt den entkräfteten Charlie am Ende der Zeremonie durch den Gang. © Jen Dziuvenis
Für die Braut bedeutet es viel, dass Charlie mit dabei ist. Eine Woche vorher ging es ihm so schlecht, dass sie die Hoffnung schon aufgegeben hatte. © Jen Dziuvenis
Geschafft. Das erste, was die Braut nach ihrer Hochzeit tut, ist, sich bei ihrem treuen Begleiter zu bedanken. © Jen Dziuvenis

lg

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