Wie erkennt man den Unterschied?

Stiftung Warentest: Angebliche Kunstpelze oft echte Tierfelle

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Modepräsentation während der Berlin Fashion Week in Berlin.

Viele als Kunstfell deklarierte Fellkragen oder Mützen-Bommel sind aus echtem Fell hergestellt. Das berichtet Stiftung Warentest.

Obwohl Händler in der Europäischen Union verpflichtet sind, echte Felle mit einem Hinweis zu kennzeichnen, halten sich Textilkonzerne offenbar nicht immer daran, wie die Stiftung Warentest berichtete. Viele Pelze stammten vermutlich von Marderhunden, deren Fell oft kostengünstiger sei als die Herstellung von künstlichem Fell.

Stiftung Warentest findet falsch ausgezeichnete Textilien

Bei Testkäufen in Berliner Geschäften fand die Stiftung Warentest demnach gleich mehrere falsch ausgezeichnete Textilien - Jacken und Mützen mit einem Verkaufswert zwischen sechs Euro und 90 Euro. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Vorabbericht der Zeitschrift "Test" hervor.

Von welchen Tieren die Pelze stammen, konnten die Experten von Stiftung Warentest im Labor nicht eindeutig klären. Der Grund: Die Pelze waren stark mit chemischen Mitteln behandelt. Demnach fanden sich darin erhöhte Werte an Formaldehyd. Der Stoff kann laut Warentest unter anderem bei längerem Hautkontakt Allergien auslösen.

Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes ist es wahrscheinlich, dass falsch deklariertes Kunstfell zum Beispiel von Marderhunden stammt. Deren Fell, das oft aus chinesischen Tierfarmen stamme, sei billiger oder zumindest genauso billig zu bekommen wie Kunstfell. Die Tiere werden oft unter miserablen Bedingungen in chinesischen Farmen gehalten - aber nicht nur dort.

Die verbreitete Ansicht, dass Pelz teurer sein müsse als Kunstfell und nicht in günstigen Textilien verarbeitet sein könne, sei "ein Trugschluss", sagte Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund der Nachrichtenagentur AFP.

Laut Tierschutzbund werden Verbraucher zum Teil bewusst, zum Teil auch aus Nachlässigkeit der Hersteller und Händler getäuscht. Bewusste Täuschung finde dann statt, wenn ein Händler ein billiges Produkt vertreiben wolle und Sorge habe, dass die Käufer ausblieben, wenn es als Echtfell deklariert werde. Nachlässigkeit ist demnach dann die Ursache, wenn zu wenig Wert auf die Rückverfolgung der Produkte gelegt wird.

Zusätzlich zu den Testkäufen befragte Stiftung Warentest nach eigenen Angaben 23 Anbieter, welche Pelze sie verwenden und woher sie stammten. 17 von ihnen reagierten demnach nicht auf die Anfrage. Wo genau ihre verwendeten Felle produziert wurden, habe kein Unternehmen preisgegeben.

Die Stiftung Warentest rät Verbrauchern, die Textilien selbst zu prüfen. So habe echtes Fell eine feine Unterwolle und bewege sich schon bei leichtem Hineinpusten. Kunstfell dagegen sei steifer. Beim Scheiteln der Haare kommt bei echtem Fell zudem immer Leder zum Vorschein, bei Kunstpelz ist Gewebe zu sehen.

AFP

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