Fotografin entdeckt Trend mit Ekelfaktor

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Ihh, toter Fisch! Doch Berührungsängste hat diese Braut dennoch keine

Niederndorf - Klassische, schöne Hochzeitsfotos kennt jeder. Eine Fotografin aus Bayern hat nun einen neuen Trend entdeckt: Trash the dress! Was sich dahinter verbirgt und warum Paare dafür ihre teuren Roben opfern:

Hach ja, es ist der schönste Tag im Leben einer Frau: die eigene Hochzeit. Damit dieser besondere Tag unvergessen bleibt, werden viele Fotos geschossen - oft professionell vom Fotografen. Und da steht sie dann, die Braut in ihrem wunderschönen weißen Prinzessinnenkleid, in einer wundervollen Kulisse, und lächelt in die Kamera.

Halt! Normalerweise! Denn: Wer sich von Andrea Drees aus Niederndorf bei Waldkraiburg (Kreis Mühldorf am Inn) fotografieren lässt, hat ganz anderes im Sinn, als die Wir-sind-so-glücklich-Fotos. Bei der Fotografin zählt nur eines: Trash the dress! (zu deutsch: Zerstöre dein Kleid!). Und das bedeutet: keine Gnade für Hochzeitskleider und -anzug.

Die frisch vermählten Brautpaare zieht es nicht vor Traumkulissen, sondern auf Baustellen, Bauernhöfe oder Schrottplätze - Hauptsache anders! Hier lassen sich die Glücklichen fotografieren - und zwar schmutzig. Ob abgehackter Fischkopf, Kuhmist oder Beerentorte: Den teuren Hochzeitskleidern geht es an den Kragen - beziehungsweise an den weißen Satinstoff. „Die Bräute zerstören richtig ihr Kleid, schmieren Tortencréme drauf oder begießen sich mit Orangensaft“, lacht die Fotografin. Denn bevor das Kleid jahrelang versteckt im Schrank hänge, wollen viele Paare eine ganz besondere Erinnerung an den gemeinsamen Hochzeitstag.

Der Trend von „Trash-the-dress“ kommt ursprünglich aus den USA. Andrea Drees ist gemeinsam mit einer Hochzeitsplanerin auf die Idee gekommen. Und schwuppdiwupps meldeten sich die ersten Paare. „Hauptsache weg vom Kitsch ist das Motto“, sagt Andrea Drees. Und auch der Spaß steht im Vordergrund. Viele Paare lassen die Fotos auch als Ergänzung zu den klassischen Erinnerungen machen.

Die Idee kommt so gut an, dass die Fotografin nun eine Ausstellung plant - um zu zeigen, dass es eben auch andere Hochzeitsfotos gibt. Natürlich sind klassische Fotos schön, doch solche schrägen Hochzeitsfotos hat wohl kaum einer. Informationen gibt’s auf www.foto-gen.com.

J. Nebauer

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