Techniktüftler Bayerns

Hier entstehen neue Ideen zu Weihnachten

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Sachlich schlicht: die Weihnachtswerkstatt von außen.

München - Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch der kreativen Ideen. Zumindest bei der Firma Krinner. Die tz zeigt Ihnen die Techniktüftler aus Straubing.

Kerzen, die verblüffend echt aussehen.

Weihnachten ist daheim am schönsten, eh klar. Da passt’s dann auch, wenn man den Adventsglanz mit heimischen Produkten in die Wohnung zaubert. Nicht alle Lämpchen kommen ja aus Fernost... Wir schauen nach Straßkirchen bei Straubing – hier sitzt die Firma Krinner, die traditionellen Weihnachtsschmuck mit moderner Technik kombiniert. Eine Weihnachts-Ideenschmiede! Die Ursprungsidee hatte Geschäftsführer Klaus Krinner (77) an Weihnachten 1988: „Damals habe ich das erste Mal selbst unseren Christbaum aufgestellt. Davor hatte das immer mein Vater übernommen.“ Krinner erlebte eine böse Überraschung „Unser Christbaumständer mit drei Schrauben war total unpraktikabel. Es dauerte ewig, bis der Christbaum stand. Kein Wunder, dass sich so viele Eheleute streiten...“

Strahlend: Dieser Anhänger gehört zum Sortiment.

Krinner, der zuvor Erdbeer-Plantagen betrieb, hat zu basteln angefangen: „Ich habe hin und her überlegt, wie man das besser machen kann. Weihnachten im Folgejahr konnte ich dann den Prototypen meines Christbaumständers mit der Seilbefestigung an Freunde und Bekannte verschenken.“ Krinners Idee kam nicht nur in seinem Umfeld gut an – zu Weihnachten 1990 ging der patentierte Christbaumständer in den Verkauf (Preise in der „Comfort“-Serie ab 24,95 Euro).

Klaus Krinner ist stolz seine Christbaumständer.

Doch nicht nur für das Problem mit dem Christbaumständer fand Krinner eine Lösung. „Das zweite, was mich störte, war die Beleuchtung. Entweder man setzt sich mit echten Kerzen der Gefahr eines Zimmerbrandes aus – oder man hat einen Kabelsalat mit elektrischen Lichterketten.“ Abhilfe verspricht die Produktreihe Lumix. Die Kerzerl funktionieren mit Batterien, die LED-Lampen schonen die Umwelt. „Ich achte bei unseren Produkten generell darauf, dass sie so umweltfreundlich wie möglich sind“, sagt Krinner. Seine Firma stellt nicht nur Weihnachtszubehör her, sondern auch Solarstromanlagen. Quasi als Gegengewicht für den Sommer … Der Erfolg gibt ihm recht – heuer feiert der Betrieb 25-jähriges Bestehen. Krinner: „Eine Kundin hat mal ausgerechnet, wie viele Familienstreitigkeiten an Weihnachten wegen unserer Produkte ausbleiben.“ Wie es sich fürs Fest der Liebe gehört... 

Bäume für den guten Zweck

Da wird sogar der Henker zum guten Menschen … Ringo, der grauslige Schichtl-Spezl von der Wiesn, verkauft heuer beim V-Markt in Unterhaching ganz besondere Christbäume. „Fairtree“, so heißt die Idee – also „fairer Baum“. Ähnlich wie beim ehrlich gehandelten Kaffee geht’s darum, dass der Erlös gerecht an alle verteilt wird, die mit Anbau, Ernte und Verkauf zu tun hatten.

„Wer einen unser Weihnachtsbäume kauft, unterstützt Bedürftige in Georgien, wo unsere Nordmanntannen herkommen“, sagt Hans-Peter Meier, Sprecher von Fairtrees in Deutschland. Die fair gehandelten Bäume kosten 20 bis 23 Euro pro laufendem Meter – das liegt im Durchschnitt. 67 Cent pro Baum gehen an wohltätige Projekte.

Ein Kletterer in Georgien bei der Samenernte.

Meier: „Mit dem Geld, das wir bisher einnehmen konnten, haben wir unter anderem eine Grundschule in Tlugi in Georgien mit Laptops und einer Ringermatte ausgetattet.“ Faritrees unterstütze nicht nur Bildungsförderung, sondern kümmere sich auch um die Mitarbeiter vor Ort. „Alle, die bei uns die Samen der Nordmanntanne in Georgien ernten, erhalten vorab eine Kletterausbildung zur Sicherheit“, sagt Meier. „Die Ausbildung und ein fairer Lohn sind bei uns Grundvoraussetzungen.“ Nachdem die Samen in Georgien geerntet wurden, kommen sie nach Dänemark, wo sie zu Setzlingen gezogen werden. Von dort aus werden sie in Baumschulen in ganz Europa verteilt – auch in Deutschland. „Grundsätzlich kann jede Baumschule Faitree-Nordmanntannen aufziehen und vertreiben“, sagt Meier.

In und um München gibt’s eine Reihe von Verkaufsstellen, etwa den hagebaumarkt Unterföhring und das Kare-Kraftwerk an der Drygalski-Allee. Mehr Infos im Netz bei www.fairtrees.de.

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