1. tz
  2. Leben
  3. Weihnachten

Das Leben in den Slums

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Ein Leben im Müll - ohne fremde Hilfe schaffen es die Kinder nicht aus diesem Elend. © Michael Westermann

Antananavario - Die Kinder spielen im Müll. Schlimmer noch: Sie leben darin. Wer einen der riesigen Slums in Madagaskars Hauptstadt Antananarivo betritt, taucht ein in eine entsetzlich befremdliche Welt.

Hier kommt man nur zu Fuß voran. Durch die schmalen, unbefestigten Gassen der Elendsviertel passt kein Auto. Roter, stinkender Matsch quillt unter den Schuhen. Es hat schon länger nicht geregnet – das Abwasser weicht die Wege so auf. Wie tief der Schlamm erst sein muss, wenn der Himmel weint.

Lesen Sie auch:

tz-Weihnachtsaktion: Eine Schule für Madagaskar

Madagaskar - eines der ärmsten Länder der Welt

 Grund zum Weinen gibt es genug in diesem Moloch aus Elend und Armut, in dem 75 Prozent der Hauptstadtbewohner leben. Schäbige Hütten säumen die Gassen. Dürftig zusammengezimmerte Behausungen aus Blech, Pappe und Plastik – was die Menschen eben finden im Müll der Zweimillionenstadt. Kaum vorstellbar, dass Kinder hier aufwachsen. Aber dies ist die erbarmungslose Realität für unzählige Buben und Mädchen. Die Hütten sind nur wenige Quadratmeter groß. Eine Hütte ist so niedrig, dass man darin nicht aufrecht stehen kann. 1,50, 1,60 Meter höchstens. Die Decke aus aufgeweichtem Karton kann jeden Moment einstürzen. Sie könnte das Baby unter sich begraben, das hier schläft. Es liegt auf dem Bett – dem einen für die ganze Familie. Daneben ein Tisch und zwei Stühle, aus denen das Futter quillt. Für mehr Möbel ist kein Platz auf den zehn Quadratmetern – und mehr besitzt die Familie auch nicht.

null
Auch Tahiri und Jessica leben in einem der Elendsviertel von Antananarivo. © Michael Westermann

Obwohl die Menschen hier in Schutt und Asche leben, sind ihre Häuschen sauber und aufgeräumt. Die wenigen Besitztümer – ein Hochzeitsfoto, zwei Töpfe, ein bisschen Kinderkleidung, hängen ordentlich aufgereiht an der Wand. Die Mutter hat das nackte Sperrholz mit Werbeprospekten tapeziert. Sie hat ihre Hütte liebevoll dekoriert – mit ihren bescheidenen Mitteln. Und die Bilder von Orangensaft und Waschmittel im Angebot machen die triste Welt hier drinnen zumindest etwas bunter. Das Baby schläft immer noch. Im Bauch der Mutter schlummert ein zweites. Die zwei größeren Kinder spielen draußen im roten Matsch. Der Mann arbeitet als Träger auf dem Markt, verdient nur ein paar Cent am Tag.

Wie soll es weitergehen für die Familie – und für die tausenden anderen, die hier leben? Es gibt kaum Arbeit in Madagaskar. Zumindest keine, mit der man mehr als ein paar Dollar im Monat verdient. Was soll nur aus den Kindern werden? Wird der Slum sie verschlingen und nie wieder ausspucken, wie ihre Eltern? Sind sie zum gleichen Schicksal verdammt?

Bitte, liebe tz-Leser, helfen Sie, diese entsetzliche Armut zu lindern. Die tz und Unicef bauen mit Ihren Spenden eine Schule in Madagaskar – denn Bildung ist der beste Weg aus der Armut und verhilft den Kindern zu einer besseren Zukunft. Bitte, helfen Sie mit und spenden Sie. Im Namen der Kinder herzlichen Dank.

Simone Herzner

Auch interessant

Kommentare