Besser nicht hinhören

Welchen Nutzen Prognosen für Anleger haben

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Wer sein Geld in Aktien investiert, sollte sich vorher ein Bild über das Unternehmen machen. Doch wo finden Aktionäre hilfreiche informationen? Foto: Alexander Heinl/dpa

Pünktlich zum Jahresbeginn blicken Experten wieder in die Kristallkugel. Mit ihren Prognosen wollen sie Anlegern Orientierung geben. Aber funktioniert das auch?

Stuttgart (dpa/tmn) - Jedes Jahr geben Analysten und Experten Prognosen zu den Entwicklungen an den Börsen und Kapitalmärkten ab. Oft überbieten sich Analysten, Experten oder Wissenschaftler jedes Jahr aufs Neue mit ihren Vorhersagen.

Anleger sollten aber besser nicht hinhören, findet Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart.

Frage: Wie verlässlich sind solche Prognosen?

Antwort: Sie sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Unzählige Untersuchungen belegen, dass Kapitalmarktentwicklungen nicht zuverlässig prognostizierbar sind. In einer prominenteren Studie hat man simuliert, wie Affen jährlich seit 1968 durch Würfeln zufällig ein Aktienportfolio zusammenstellen. Dessen Wertentwicklung war weit besser als die eines Portfolios, das von sogenannten Profis verwaltet wurde.

Frage: Woran liegt das?

Antwort: An den Börsen werden Erwartungen an die Zukunft gehandelt. Im heutigen Preis von Aktien, Gold und Anleihen steckt die heutige Erwartung an die zukünftige Entwicklung. Für eine Prognose zum Jahresende reicht es also nicht zu wissen, wie sich etwa Rohstoffpreise und Nachfrage in 2018 entwickeln werden. Man müsste auch wissen, wie die Anleger auf die Entwicklungen reagieren und ob sie Ende 2018 optimistisch oder pessimistisch in die Zukunft blicken. Euphorie und Angst lassen sich aber unmöglich vorhersagen. Manchmal kann schon ein einzelnes Ereignis die Stimmung kippen.

Frage: Worauf sollten Anleger stattdessen achten?

Antwort: Statt zu überlegen, ob, wann und in welche Branche und in welche Länder man in diesem Jahr investieren sollte, kann man es sich viel einfacher machen: Man verteilt das Geld auf alle Branchen und viele Länder, indem man preiswerte Indexfonds kauft. Die lässt man dann liegen, bis man das Geld wieder braucht. Denn "Hin und Her macht Taschen leer" - an ständigen Käufen und Verkäufen verdienen nur die Banken, nicht die Anleger. Welchen Anteil des Vermögens man sicher, ohne nennenswerte Rendite und dafür ohne Wertschwankungen anlegen will, kann jeder nach seinen Vorstellungen festlegen.

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