Miet-Expertinnen geben Tipps

Alte Fenster: Wann müssen Vermieter handeln?

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Silke Troska (l.) und ihre Tochter Caroline sind unzufrieden mit den Fenstern

München - Mit alten Fenstern kann es im Winter auch in der Wohnung richtig ungemütlich werden. Was können Mieter tun? Was müssen Vermieter tun? Wir zeigen zwei beispielhafte Fälle.

Jetzt ist sie da, die kritische Zeit. Regen und Schnee, Wind und Frost: einfach furchtbar ungemütlich. Das kann nicht nur für draußen, sondern auch für drinnen gelten - dann nämlich, wenn die Fenster undicht sind und die Kälte tief in die Wohnung zieht. Was können Mieter dann tun? Und was müssen Vermieter tun? Wir zeigen zwei beispielhafte Fälle.

Bei Silvia Sattler (49) in Schwabing sind undichte Fenster das Problem. Dadurch habe sie immer wieder Schimmel in der ­Wohnung. Im Frühjahr ließ der Vermieter, die Wohnungsgesellschaft GBW, zwar ein undichtes Fenster in der Küche reparieren. „Aber da ist wohl etwas schiefgegangen, seit Oktober haben wir wieder Kondeswasser und Schimmel“, sagt Sattler.

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In diesem Fall hat sie ein Recht auf Mietminderung, sagt Anja Franz, Sprecherin des Mietervereins. Sie hält zehn bis 15 Prozent für angemessen. „Allerdings wird dadurch das Fenster auch nicht dicht.“ Silvia Sattler könnte den Vermieter auf Mängelbeseitigung verklagen. „Man sollte ihm zunächst mitteilen, dass das Fenster wieder beziehungsweise immer noch undicht ist und ihm eine Frist setzen, in der er den Mangel endgültig beheben soll und nach der man ansonsten klagt.“ Oder man könne ihm androhen, dass man nach Ablauf der Frist die Mängel selbst beheben lässt und die Kosten von der Miete abziehen wird.

Dies war aber im Fall von Silvia Sattler nicht nötig, da die GWB auf tz-Anfrage erklärte, dass der Ursache für die Feuchtigkeit im Haus nun auf den Grund gegangen werde — noch in dieser Woche prüft ein Schreiner, ob die Fensterrahmen abgedichtet werden können. „Wir arbeiten mit Nachdruck daran, das Problem zu beheben“, sagt GBW-Sprecherin Katja Neese. Ein Maler beseitigte noch in der vergangenen Woche die Schimmelschäden.

So geschah das auch im zweiten Fall. Silke Troska (47) aus Kochel am See hatte sich an die tz gewandt, weil sie 480 Euro Heizkosten für das vergangene Jahr nachzahlen soll. Ärgerlich, findet sie: Die monatliche Heizkostenvorauszahlung von 70 Euro reicht nicht, da sich die Wohnung als „sehr heiz­intensiv“ herausgestellt habe. Dies liegt nach Meinung der Mieterin an den Fenstern aus den 60er-Jahren.

Im Wohnzimmer hinter dem Sofa stellte Silke Troska einen Schimmelfleck fest. Als sie ihren Vermietern beides schrieb, erließen die ihr die Hälfte der Nachzahlung und beauftragten einen Maler, den Schimmelfleck zu beseitigen. „Aber die Wohnung ist gut heizbar“, sagt Vermieterin Christina Pohl zur tz – „und für den hohen Ölpreis können wir nichts.“

Jetzt fragt Silke Troska, ob sie die Miete mindern kann. „Nein, nachträglich geht das nicht. Und der Schimmelfleck ist ja weg“, sagt Mietrechtsexpertin Franz. Auch möchte Silke Troska wissen, ob ihre Vermieter die Miete erhöhen könnten, sollten sie neue Fenster einsetzen. „Ja, zumindest teilweise“, sagt Anja Franz vom Mieterverein. „Wenn der Vermieter die Fenster austauscht, ist eigentlich immer ein bestimmter Modernisierungsanteil dabei, der berechtigt, die Miete zu erhöhen.“

Um wie viel, sei schwer zu sagen. Grundsätzlich gilt, dass elf Prozent der Modernisierungskosten auf den Mieter umgelegt werden können. Es muss also aufgeschlüsselt werden, wie hoch der Instandsetzungs- und wie hoch der Modernisierungsanteil ist.

Susanne Sasse

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