Nur drei sind "gut"

Bausparkassen im Test: Viermal "mangelhaft"

München - Was für ein durchwachsenes Ergebnis! Beim Test der Stiftung Warentest fallen vier von 20 Bausparkassen mit der Note mangelhaft durch! Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen.

Nur drei können die Tester so sehr überzeugen, dass sie ihnen die Note gut verpassen. Dabei muss bausparen an sich gar keine schlechte Idee sein, auch nicht in Zeiten der Niedrigzinsen. Damit Sparer kein Geld verschenken, müssen sie die Angebote aber genau unter die Lupe nehmen. Denn ein falscher Vertrag kann schnell mehrere Tausend Euro Mehrkosten bedeuten, oder sogar dazu führen, dass dem Sparer die ganze Finanzierung um die Ohren fliegt. Die tz erklärt, warum so viele Bausparkassen im Test durchgefallen sind und woran man einen guten Bausparvertrag erkennt.

Wie funktioniert das Prinzip Bausparen? 

Bausparen hat zum Ziel, Eigenkapital für einen Haus-, Wohnungskauf oder eine Renovierung zu bilden. Dafür gibt es Bausparkassen, bei denen viele Sparer ihre Beiträge einzahlen und so eine Zweckspargemeinschaft bilden. Das Ziel: Der einzelne Sparer soll ein möglichst zinsgünstiges Darlehen erhalten. Dafür müssen Bausparer einen gehörigen Nachteil in Kauf nehmen: Für ihr Guthaben bekommen sie so gut wie keine Sparzinsen. Damit erkaufen sie sich aber garantiert günstige Kreditzinsen, derzeit zwischen 1,5 und 3,0 Prozent. Der monatliche Sparbeitrag richtet sich nach der Bausparsumme, die im Vertrag vereinbart wird. Allerdings müssen Bausparer eine bestimmte Zeit warten und sparen, bis der Vertrag „zuteilungsreif“ ist. Dies ist in der Regel der Fall, wenn je nach Tarif ein größerer Teil der Bausparsumme angespart ist und der Vertrag eine angemessene Zeit besteht.

Wie müssen sich mögliche Bausparer auf das Beratungsgespräch vorbereiten? 

Jeder Fall ist individuell, deshalb ist die Beratung beim Bausparen besonders wichtig. Deshalb sollten Sparer schon vor dem Gespräch wissen, wann sie ihre Immobilie kaufen oder bauen wollen, wie viel Geld sie pro Monat sparen können oder wollen und ob sie noch weiteres Geld für den Immobilienkauf einsetzen können.

Welche Probleme tauchen am häufigsten auf? 

Gerade bei der Beratung haben die Tester die gravierendsten Mängel entdeckt. Sie haben den Verkäufern der 20 Bausparkassen einen einfachen Fall vorgelegt. Der Testkunden wollte in zehn Jahren eine eigene Immobilie kaufen und konnte bis dahin 400 Euro monatlich beiseitelegen. Das häufigste Problem und der gravierendste Fehler: Die Berater wollen ihren Kunden Verträge mit einer zu hohen Bausparsumme verkaufen. Dann können die Sparer ihr Darlehen für den Immobilienkauf nicht pünktlich nach zehn Jahren abrufen sondern erst, wenn sie die geforderte Summe zusammengespart haben. Dabei schoss ein Berater der LBS Bayern den Vogel ab. Er hatte den Testkunden einen Vertrag mit einer Bausparsumme von 400 000 Euro empfohlen.Nach zehn Jahren hätte der Testkunde so noch nicht einmal ein Drittel der Summe angespart. Der LBS-Berater empfahl, den Restbetrag in zehn Jahren auf Pump mit einem zusätzlichen Kredit zu finanzieren. Ein teurer und riskanter Spaß.

Welche Fehler passieren noch? 

Ein zweiter Fehler: Häufig zahlen Bausparer zu viel Geld in ihren Vertrag ein. Meist ist ein Vertrag dann zuteilungsreif, wenn der Kunde 40 Prozent der Bausparsumme einbezahlt hat. Der Rest kommt dann als Darlehen. Wer über das Ziel hinausspart, legt zu viel Geld in mickrigen Zinsen an.

Warum kündigen derzeit viele Bausparkassen ihre Altverträge? 

Manche Verträge sind den Anbietern zu teuer geworden. Vor zehn Jahren boten sie Verträge mit vier Prozent Zinsen und mehr an. Das sind Konditionen, von denen Bausparer heute nur träumen können. In der anhaltenden Niedrigzinsphase bekommen Bausparkassen am Finanzmarkt aber selbst nur sehr niedrige Zinsen für das Kapital ihrer Bausparer. Die Bausparer beteuern, dass sie nur den Kunden kündigen wollen, bei denen das angesparte Guthaben die Bausparsumme überschritten habe. Dann hätten beide Seiten ihren Vertrag erfüllt. Ist diese Summe noch nicht überschritten, sehen die Verbraucherzentralen in einer Kündigung allerdings eine rechtliche Grauzone.

Mk.

Die Finanztest-Noten
20 Bausparkassen getestet – vier sind durchgefallen
Bausparkasse Finanztest-Note
LBS Baden-Württemberg gut (1,8)
Wüstenrot gut (2,2)
LBS Ost gut (2,5)
LBS Hessen-Thüringen befriedigend (2,9)
LBS Saar befriedigend (3,0)
LBS Nord befriedigend (3,1)
Alte Leipziger befriedigend (3,2)
Schwäbisch Hall befriedigend (3,2)
Signal Iduna befriedigend (3,2)
Deutsche Bausparkasse Badenia befriedigend (3,4)
LBS Bayern befriedigend (3,4)
Debeka befriedigend (3,5)
LBS Schleswig-Holstein-Hamburg befriedigend (3,5)
Deutscher Ring ausreichend (3,6)
Bausparkasse Mainz ausreichend (3,9)
BHW ausreichend (4,2)
LBS West mangelhaft (4,6)
Aachener mangelhaft (4,9)
Deutsche Bank Bauspar mangelhaft (4,9)
LBS Rheinland-Pfalz mangelhaft (5,4)
Quelle: Finanztest 2/2015

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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