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Bündnis fordert: Brauchen mehr Wohnungen!

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Von: Marc Kniepkamp

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Beatrix Zurek
Beatrix Zurek, Chefin des Mieterbundes in Bayern. © Bodmer

München - Ein breites Bündnis fordert: "Wir brauchen mehr Wohnungen!" Am Dienstag hat das Bündnis seinen Aktionsplan für Wohnungsbau in Bayern vorgelegt.

Es ist ein breites Bündnis, das sich hier zusammengefunden hat: Vom Mieterbund über den Bayerischen Industrieverband Steine und Erden bis zum Verband freier Immobilien und Wohnungsunternehmen – nicht unbedingt natürliche Partner. Bei allen Unterschieden eint sie eine Forderung: „Wir brauchen mehr Wohnungen!“ Am Dienstag hat das Bündnis seinen Aktionsplan für Wohnungsbau in Bayern vorgelegt.

Die Zahlen für den Freistaat sind erschreckend. 90 000 Wohnungen sollten gebaut werden, um die Nachfrage zu decken – im vergangenen Jahr waren es lediglich 48 000 Neubauten. „Wer Wohnraum will, muss bauen“, fordert Hannes Zapf, der Sprecher der Aktionsgemeinschaft und Chef der Kalksandsteinindustrie Bayern. Die Politik habe in den letzten Jahren zwar viel über das Thema diskutiert, passiert sei aber viel zu wenig.

Der Handlungsbedarf in Bayern sei enorm. Allein im Jahr 2012 sind 76 100 Menschen mehr in den Freistaat gezogen als abgewandert sind – Tendenz steigend. „In der Vergangenheit ist diese Entwicklung falsch eingeschätzt worden“, sagt Zapf. Das Bündnis fordert von der Politik stärkere Förderung – von günstigeren Abschreibungsmöglichkeiten – bis zur günstigeren Bereitstellung von Bauland.

Die tz hat mit der Chefin des bayerischen Mieterbunds, Beatrix Zurek, über die Lage in München gesprochen.

Wie ist die Situation in München?

Beatrix Zurek, Chefin des Mieterbundes in Bayern: Hier ist der Bedarf so groß, dass wir einen Bedarf von mindestens 8000 bis 9000 neugebauten Wohnung pro Jahr bräuchten. Dabei geht es uns vor allem um bezahlbare Wohnungen – nicht Luxus, nicht Sozialwohnung, sondern für die Mittelschicht.

Wie soll das gefördert werden?

Zurek: Durch das München-Modell und insbesondere dadurch, dass Genossenschaften in den Neubauprojekten verstärkt zum Zug kommen.

In München sind die Flächen begrenzt. Wie soll man da den Neubau ankurbeln?

Zurek: Die Fläche ist begrenzt, deshalb müssen wir auch über die verträgliche Nachverdichtung in der Stadt diskutieren. Sprich: Wie hoch kann man bauen. Darüber müssen wir mit den Bürgern in einen Dialog treten, schließlich bedeutet Nachverdichtung auch, dass es in den Vierteln enger wird als bisher. Und auf lange Sicht müssen wir Modelle entwickeln, wie man aus großen Wohnungen in kleine umziehen kann. Da können etwa Senioren und junge Familien, die mehr Platz brauchen, ihre Wohnungen tauschen – ohne dass es für die Tauschpartner zu finanziellen Nachteilen kommt.

Der Münchner Mietmarkt liegt am Boden. Reicht da Neubau als Lösung?

Zurek: Nur mit einem Kunstgriff lässt sich das Problem nicht lösen. Wir müssen den starken Zuzug in die Region stemmen. Deshalb müssen wir eng mit dem direkten Umland zusammenarbeiten. Die Kommunen könnten etwa eigene Modelle zur Förderung bezahlbaren Wohnraums entwickeln.

Interview: M. Kniepkamp

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