Widerwille gegen Hausarbeit

Darum hassen viele das Putzen wirklich, erklärt Philosophin

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Die wenigsten freuen sich über Putzarbeit. Aber woran liegt das?

Die Abneigung gegen das Putzen ist bei vielen groß. Doch woran liegt das? Eine Philosophin hat diese und weitere Fragen erforscht - mit interessanten Ergebnissen.

Das Putzen ist eine Beschäftigung, die viele tage-, wenn nicht wochenlang vor sich herschieben. Wer erst spätabends von der Arbeit heimkommt, kann sich nämlich oft besseres vorstellen, als nochmal den Putzlappen zu schwingen. Doch nicht nur aus Zeitmangel und Bequemlichkeit wird die Hausarbeit verschoben - auch kulturelle Gründe stecken dahinter.

Oft nur vorgeschobene Gründe: Darum haben laut Philosophin viele eine Abneigung gegen das Putzen 

Prof. Dr. Nicole Karafyllis, Philosophin und Universitätsprofessorin an der TU Braunschweig, hat sich mit dem Thema Putzen bereits in zwei Büchern aus einer ganz neuen Sichtweise beschäftigt. Im Interview mit dem SZ-Magazin offenbarte sie schon 2015 einige ihrer Erkenntnisse.

Ihrer Meinung nach rühre die Abneigung gegen das Putzen von bestimmten Assoziationen her. So würden wir beim Putzen stets mit Staub konfrontiert werden: "Wir haben eine tiefe Abneigung gegenüber Staub, denn zu Staub werden wir alle mal. Man könnte sagen, dass der Staub uns an unsere eigene Endlichkeit erinnert. Das ist unangenehm", erklärte die Philosophin. 

Sogar in der Sprache sei dieses Widerstreben gegenüber Staub und Putzen verankert. So stünden Redewendungen, die Begriffe aus dem Putzbereich verwenden - wie "jemanden abbürsten", "jemandem die Fresse polieren" oder "verkloppen" (von Teppichklopfer) - sehr oft mit Bestrafungen in Verbindung.

Auch interessant: Neue Studie zeigt: Wer viel putzt, stirbt früher.

Aber auch Scham spiele laut Prof. Dr. Karafyllis eine Rolle: "Wer sich mit dem Saubersein beschäftigt, muss anerkennen, dass es vorher mal schmutzig war. Und da kommt das Schämen ins Spiel. Diese Scham ist eine speziell im deutschsprachigen Raum verbreitete Haltung, die ihre Ursprünge im Pietismus hat. Schmutz hat eben viel mit dem eigenen Körper zu tun – und deshalb mit Schuld, weil der Körper als sündig angesehen wird. Das geht aus der Körperverachtung hervor, die in den Ursprüngen des Christentums liegt."

Gründe wie Zeitmangel seien deshalb oft nur vorgeschoben: Was tun wir nämlich wirklich, wenn wir behaupten, statt Putzen etwas Sinnvolleres tun zu wollen? Die meisten hätten darauf keine Antwort, wie Prof. Dr. Karafyllis bei ihren Recherchen feststellte.

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Statt Putzen etwas Sinnvolles tun: Wie viele machen das wirklich?

Selbst wenn die Putzfrau für Ordnung sorgt, wird sie von den meisten nicht alleine Zuhause gelassen. Anstatt den Einkauf zu erledigen oder Sport zu treiben, würden viele währenddessen in der Wohnung bleiben. Manche würden sogar vor der Ankunft der Putzfrau aufräumen, damit es nicht ganz so unordentlich aussieht. Im Endeffekt kann es also passieren, dass wir viel mehr Zeit mit Putzen verschwenden, als wir eigentlich wollen.

Dabei muss die Hausarbeit nicht immer so negativ gesehen werden. Die Gartenarbeit sei schließlich auch anstrengend und trotzdem würden sich viele damit beschäftigen, wie die Philosophin meinte. Einziger Unterschied sei, dass man für einen blühenden Garten vom Nachbarn gelobt wird, sich aber selten jemand über einen frisch gewischten Boden auslässt: "Wer heutzutage gründlich putzt, hat in unserer Gesellschaft ein Anerkennungsproblem", schloss sie.

Video: Putz-Mythen

Lesen Sie auch: Warum Sie zuhause nur vier einfache Hausmittel zum Putzen benötigen.

Von diesen Putz-Tricks haben Sie noch nicht gehört

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Was oft vergessen wird: Auch die Leisten brauchen hin und wieder ein wenig Aufmerksamkeit. Tatsächlich halten Trocknertücher den Staub für längere Zeit fern, wenn Sie die Oberflächen damit abwischen.  © pixabay
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Mit Essig können Sie Ihre Waschmaschine entkalken: Dazu reicht eine Tasse Essigessenz, die Sie in die Trommel geben und die Maschine damit bei 90 Grad laufen lassen. Allerdings greift Essig auch die Gummiabdichtungen an - eine schonendere Methode wäre die Verwendung von Zitronensäure. Diesen Vorgang sollten Sie alle zwei Monate wiederholen.  © pixabay
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