Endstation Heim?

Wohn-Not: Familie mit autistischem Bub verzweifelt

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Der Papa und die Kinder in ihrem Zimmer in der Obdachlosen-Unterkunft.

München - Sie sind nach München gezogen, damit ihr autistischer Bub die bestmögliche Behandlung bekommt – und sitzen jetzt in der Obdachlosenunterkunft. Die Geschichte einer verzweifelten Familie auf dem harten Münchner Wohnungsmarkt!

Papa Lucian Cosma (36) und seine Frau Laura (30) zogen mit den Kindern Anastacia (8) und Eduardo (8, Zwillinge) vor rund eineinhalb Jahren aus Portugal weg. Bereits im Kindergartenalter war aufgefallen, dass Eduardo anders ist als die anderen Kinder. Er sprach nicht, kapselte sich ab, sprang urplötzlich herum und flatterte mit den Armen – oder reagierte gar nicht mehr auf seine Umwelt. Die Diagnose Autismus war für die Eltern ein Schock. Verzweifelt suchten sie Ärzte, die ihrem Sohn helfen konnten. „Aber wir hatten nicht das Gefühl, gut aufgehoben zu sein. Und auch die Therapien waren nicht sehr vielversprechend“, sagt Laura Cosma. Die Entscheidung, Heimat, Eltern und sogar die Katze zurückzulassen, sei ihnen sehr schwer gefallen. „Aber für uns ist das Wichtigste, dass es Eduardo gut geht.“

Der Bub wird jetzt gut betreut, geht an eine spezielle Schule und blüht auf. Der Papa hat längst einen Vollzeit-Job – aber das Leben ist trotzdem schwierig. Denn: Die Cosmas wohnen in einer Obdachlosenunterkunft, finden einfach keine Wohnung. Sie haben sich zigfach beworben, hatten auch einige Besichtigungstermine – bekommen aber keine Zusage. Woran das liegt? Laura Cosma kann nur vermuten: „Wir sind eben Ausländer, bekommen eine Zuzahlung vom Amt. Das ist Vermietern scheinbar nicht geheuer. Und dann haben wir noch ein behindertes Kind …“

Jetzt ruhen die Hoffnungen der Cosmas auf der Ini­tiative „Verändere Deine Stadt“ von immowelt.de. Das ist eine Plattform, auf der Bedürftige und Vermieter mit Herz zusammenkommen können.

Für die Cosmas ist es der letzte Strohhalm. Papa Lucian: „Wir brauchen dringend unsere eigene Wohnung.“ 30 Quadratmeter zu viert, dazu die Mitbewohner, die Chaos in den Sanitärräumen und in der Küche hinterlassen. „Manchmal ist es nicht auszuhalten, dann putze ich dort zweimal am Tag“, sagt Laura. Sie hofft sehr, dass sich das bald ändert …

 

Doppelt Ärger mit Nachbarin

Wir bewohnen seit Herbst 2012 eine Erdgeschosswohnung mit Terrasse in einem Mehrfamilienhaus. Leider schüttelt die über uns wohnende Nachbarin ihre Teppiche über der Terrasse aus, so dass unser gedeckter Kaffeetisch immer wieder verschmutzt wird. Abstellen will sie das nicht, da sie Eigentümerin der Wohnung ist. In der Hausordnung ist zu diesem Thema nichts enthalten.

Zudem hat diese Frau jüngst den Hausmeister beauftragt, die Außen-Wasserzapfstelle nicht mehr nutzbar zu machen. Darf ein einzelner Eigentümer das tun?

Werner Schmid, Passau

tz-Mietexperten: Das Ausschütteln von Teppichen über der Terrasse anderer Hausbewohner, wenn diese gerade einen Tisch auf der Terrasse gedeckt haben, muss man natürlich nicht hinnehmen, so Mietrechtsexpertin Anja Franz vom Mieterverein München. Vielleicht nutze es, den Vermieter mit einzuschalten und ihn zu bitten, ein entsprechendes ­Schreiben aufzusetzen – beziehungsweise sich als Vermittler zu engagieren.

Zur zweiten Frage sagt Anja Franz, dass Mieter grundsätzlich nicht einfach eine Zapfstelle bedienen dürfen, wenn sie dazu nicht die Erlaubnis haben. Auch das Wässern des Rasens, der zur Gemeinschaftsfläche gehört, ist dem Mieter nicht erlaubt. Das muss entweder der Eigentümer oder eben der damit beauftragte Hausmeister machen, so die Expertin.

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