1. tz
  2. Leben
  3. Wohnen

Feierabend! In diese Büros ziehen Mieter

Erstellt: Aktualisiert:

Von: David Costanzo

Kommentare

null
Der neue Eigentümer des Siemens-Hochhauses will es laut Planungsreferat erhalten und zu Wohnungen umbauen. © Bodmer

München - Geplant ist das schon lange, jetzt nimmt die so genannte Umstrukturierung Fahrt auf: Büros und Unternehmen machen für immer Feierabend – und tausende Münchner ziehen als Nachmieter ein!

Am Mittwoch trieb der Stadtrat die Planungen für die früheren Areale von Siemens und Eon in Obersendling voran. Das soll den angespannten Wohnungsmarkt entlasten. „Hier wird etwas möglich gemacht, was noch vor zehn Jahren keiner gedacht hat“, sagte SPD-Planungssprecher Christian Amlong. Früher habe sich der gesamte Stadtrat zu sehr von Investoren in Gewerbe-Immobilien treiben lassen – die Opposition widersprach nicht. „Wir haben dem zu lange zugeschaut.“ Die nächsten Projekte stehen an: Das MVG-Busdepot zieht um und das Osram-Gelände soll bebaut werden.

Wohnen im Siemens-Hochhaus

Ein Teil des Siemens-Geländes in Obersendling ist fast ganz zur „Südseite“ mit 1000 Wohnungen umgebaut – jetzt wird sogar der „Campus Süd“ nebenan neu geplant. Statt Büros mit 165 000 Quadratmetern Geschossfläche soll westlich der Baierbrunner Straße ein neues Quartier mit Hunderten Wohnungen entstehen. Und was wird aus dem Siemens-Hochhaus? Der neue Eigentümer will es laut Planungsreferat erhalten und zu Wohnungen umbauen, was Stadtbaurätin Elisabeth Merk unterstützen wollte. Das strich ihr die CSU – zusammen mit SPD und Grüne – wieder aus der Beschlussvorlage, die Frage soll offenbleiben. FDP-Fraktionschef Michael Mattar ist empört: „Sonntags Nachverdichtung predigen und montags das Gegenteil beschließen!“

Osram macht wieder Licht

Osram

null
© Häusler Judith

hat das Licht für die Verwaltung ausgeknipst – und macht es für Mieter wieder an: An der Candidstraße am Mittleren Ring (Harlaching) sollen auf 3,3 Hektar 370 Wohnungen entstehen, darunter auch geförderte, wie aus der Stellungnahme des Planungsreferats hervorgeht. Dafür soll das berühmte Osram-Haus weichen: Die denkmalgeschützte Alu-Glas-Fassade aus den 60ern hat laut Denkmalpflege so einen Reparaturbedarf, dass sie danach nicht mehr als geschützt gelten würde.

So wird das Eon-Areal

Die Planung für das alte Eon-Gelände an der Boschetsrieder Straße (Obersendling) geht voran: Nach Bürgerwerkstatt und Städtebau-Wettbewerb empfiehlt die Jury den Entwurf des Büros Von Ballmoos Krucker Architekten mit Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten (Grafik links). 1100 Wohnungen sollen in sechs- bis achtstöckigen Gebäuden ohne Hochhäuser entstehen, die sich um grüne Innenhöfe schlängeln.

MVG macht Platz – Busdepot zieht um

Das Busdepot an der Westendstraße (Laim) soll doch umziehen, dadurch entstehen zwei neue Wohnviertel: am alten Standort und sogar am neuen am Georg-Brauchle-Ring! Endlich bewegt sich etwas in Laim: Auf dem Busdepot und der jahrelangen Brache des früheren Tramdepots sollen mindestens 620 Wohnungen entstehen, erklärt das Planungs­referat. In Moosach sollen 200 Fahrzeuge, Werkstatt und Aufenthaltsräume direkt am Ring unterkommen. Im Süden wollen die Stadtwerke anstelle von Container-Wohnheim, Lagerhallen und Schrebergärten bis zu 500 Werkswohnungen und zwei Kitas bauen.

David Costanzo

Auch interessant

Kommentare