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Feigenbaum überwintern: Das ist für Garten und Kübel wichtig, damit er den Winter überlebt

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Wenn es draußen frostig wird, will man seine Pflanzen vor dem kalten Wetter schützen. So bekommen Sie Ihren Feigenbaum unbeschadet über den Winter.

Eingefleischte Hobbygärtner kümmern sich den ganzen Frühling und Sommer liebevoll um ihre Bäume, Büsche und Blumen. Da möchte natürlich niemand, dass sie bereits im Herbst nach dem ersten Frost eingehen. Besonders der Feigenbaum mag in den ersten zehn Lebensjahren kein kaltes Wetter und ist sehr frostempfindlich. Wer einen Feigenbaum im Garten oder im Kübel auf dem Balkon hat, sollte sich im Herbst der Aufgabe annehmen, den Baum winterfest zu machen.

Blätter und Früchte eines Feigenbaums.
Blätter und Früchte eines Feigenbaums © Shotshop/Imago

Der Feigenbaum: Das macht das uralte Gewächs mit den leckeren Früchten aus

Die Feige ist eine der ältesten kultivierten Pflanzen der Welt, die zielgerichtet vom Menschen als Nutzpflanze angelegt und gezüchtet wurde. Der Feigenbaum gedeiht in Deutschland am besten im Kübel an einem geschützten, sonnigen Ort, kann aber auch in milden Gegenden, wo es statistisch gesehen nicht oft kalt wird, im Freien stehen.

Feigenbäume gehören zur Pflanzenfamilie der Maulbeergewächse. Die bekannteste Art ist die Echte Feige, die im Volksmund auch einfach als Feigenbaum bezeichnet wird. Die Früchte dieses Baumes sind die allgemein bekannten violetten Feigen, die wegen ihres süßen Geschmacks eine beliebte Ergänzung im heimischen Obstgarten sind. Die gesamte Großgattung der Feigen besteht aus bis zu 1000 Arten immergrüner Laubbäume, Sträucher und Kletterpflanzen. Feigen wachsen weltweit, gedeihen aber am besten in sonnigen, warmen Ländern, in denen es nicht viel Frost und Schnee gibt. In Deutschland werden Feigenbäume auch oft im Kübel als Zimmerpflanze verwendet oder im wärmeren Gewächshaus gezüchtet.

Wenn Feigenbäume im Topf gezüchtet werden, können sie bis zu drei Meter hoch werden. Im Garten erreichen Feigen auch schon einmal eine Höhe von bis zu fünf Metern. Die Pflanze ist kugelförmig und erreicht oft das gleiche Maß in der Breite wie in der Höhe. Die Blütezeit ist im Frühling von März bis Juli und die handförmigen Blätter haben eine grüne Farbe und die Blüten eine Becherform, weshalb sie auch oft als Dekoration genutzt werden. Am besten gedeiht die Feige in lehmigem, nährstoffreichem Boden, der frisch sein, aber nicht zu nass gegossen werden sollten. 

Wer einen Feigenbaum im Pflanzengeschäft sucht, sollte darauf achten, eine selbstfruchtende Sorte zu kaufen. Und wer in einer kälteren Gegend wohnt, kann auf eine frostunempfindlichere Variante zurückgreifen. Die Sorte „Violetta“, die auch als „Bayernfeige“ bekannt ist, übersteht zum Beispiel Temperaturen von bis zu -20 Grad Celsius. Das gleiche gilt für die „Michurinska-10“, die auch „Florea“ oder „Ali Pascha“ genannt wird, und auch die Sorten „Bornholmfeige“ und „Brunswick“ gelten als winterhart. Die meisten anderen Feigensorten werden ab -10 Grad Celsius allerdings eingehen und der Frost wird die Triebe und Wurzeln einfrieren und beschädigen, wenn die Pflanzen nicht vorher winterfest gemacht werden.

Feigenbaum im Garten überwintern: So können Sie Feigen vor der Witterung schützen

Um einen Feigenbaum erfolgreich zu überwintern, kann man verschiedene Maßnahmen ergreifen. Wer eine Feige im Garten angepflanzt hat, sollte idealerweise schon beim Pflanzen darauf geachtet haben, einen guten Ort zum Überwintern auszuwählen. Das sind zum Beispiel Standorte in der Nähe von Hauswänden oder dichte Hecken, wo die Feige vor der Witterung geschützt steht. Idealerweise sollte sie dort nicht von zu viel Frost, Schnee oder starkem Wind getroffen werden.

Um zusätzlichen Schutz aufzubauen, brauchen Sie ein paar Zutaten aus dem Baumarkt oder Gartencenter. Die Baumscheibe, also der Boden rund um das untere Ende des Baumstamms, sollte mit einer Reisigmatte oder einem Filzring bedeckt werden. Wahlweise können Sie auch Laub, Stroh oder Mulch nutzen, um den Fuß des Baumstammes zu bedecken, um so dafür zu sorgen, dass der Boden in der unmittelbaren Nähe der Feige bei frostigen Temperaturen nicht zu kalt wird. Eine weitere Möglichkeit sind auch Mauersteine oder Holzscheite, die in einem Ring um den Baum herumgelegt werden und dann mit Mulch oder Stroh gefüllt werden können.

In den ersten Jahren nach der Pflanzung des Baumes sollte außerdem ein Schutz um die Äste geschlagen werden. Dazu können Sie eine Schicht aus Vlies nutzen oder Schutzmäntel aus anderen Materialien verwenden, die man im Pflanzenfachgeschäft bekommt. Das Vlies kann man entweder locker um die Pflanze selbst schlagen, oder man baut damit ein kleines Zelt für das Bäumchen, das die Kälte noch etwas besser von den Ästen fernhält. Dazu stecken Sie rund um den Baum Holzstangen in den Boden und legen das Vlies darüber und wickeln es darum. Machen Sie die Konstruktion mit Klammern oder Bindfäden windfest. So steht der Feigenbaum geschützt vor Kälte des Winters in seinem kleinen Vlieszelt, bis im nächsten Frühjahr wieder die Triebe kommen.

Achtung: Bauen Sie das Vlies im Frühling rechtzeitig wieder ab, damit frisch treibende Zweige nicht eingeengt und beschädigt werden. Außerdem muss der Baum auch im Winter regelmäßig gegossen werden. Tun Sie das aber nur an frostfreien Tagen, um die Wurzeln nicht zu gefrieren und auszutrocknen.

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Feigen im Kübel überwintern: Der richtige Standort und Werkzeuge

Feigenbäume im Kübel sind entgegen der im Garten gepflanzten ein wenig leichter zu überwintern. Nachdem die Feige im Herbst ihr Laub verloren hat, kann sie getrost in die Wohnung geholt werden, ohne dort zu viel Dreck zu verursachen. Achten Sie aber darauf, dass Sie dem ersten starken Frost nach Möglichkeit zuvorkommen.

Je nach Alter des Baumes und der geografischen Lage kann ein Feigenbaum auf dem Balkon oder der Terrasse überwintern. Wenn der Feigenbaum bereits zehn Jahre oder älter ist und einer etwas robusteren Sorte angehört, dann kann der Kübel den Winter über an einer geschützten Stelle draußen am Haus stehen, am besten überdacht, damit er nicht nass regnet und fault. Ähnlich wie bei gepflanzten Bäumen sollten Sie die Zweige aber mit Vlies oder Noppenfolie schützen und die Erde im Topf mit Mulch oder einer Filzmatte bedecken. Wichtig ist außerdem, dass Sie den Baum von unten schützen, besonders auf dem Balkon. Stellen Sie den Topf auf ein isolierendes Holzbrett wie eine Palette, auf der Sie ebenfalls eine Schicht Vlies ausbreiten können, oder eine Styroporplatte, damit die Wurzeln nicht von unten gefrieren.

Wenn Sie in einer schneereichen Gegend wohnen und Ihr Feigenbaum noch ein recht junges Exemplar ist, bietet es sich aber am ehesten an, den Baum im Haus zu überwintern. Dazu holen Sie den Kübel einfach in die Wohnung und haben dann beinahe freie Auswahl, wo die Pflanze den Winter verbringen soll. Es ist möglich, die Feige an einem dunklen Ort aufzubewahren, zum Beispiel im Keller oder in einer Garage. Genauso gut bietet sich ein kühler, heller Ort an, zum Beispiel ein Wintergarten, solange dort für die Pflanze keine Gefahr von Frost und Temperaturen unter 0 Grad Celsius besteht. Es sollte dort allerdings auch nicht wärmer sein als 10 Grad Celsius, damit die Pflanze ihre Winterruhe abhalten kann. Gießen müssen Sie den Baum in dieser Zeit in der Regel nicht.

Wer keine kühlen Orte im Haus hat, weil als Stauraum nur ein warmer Dachboden zur Verfügung steht, der kann sich aber auch anders helfen. Feigen sind fähig, als Zimmerpflanze auch bei wärmeren Temperaturen zu überwintern. Das bedeutet aber nicht, dass sie im Wohnzimmer neben dem Kamin gut aufgehoben sind. Suchen Sie stattdessen den kühlsten Raum im Haus, vielleicht einen Flur oder das Treppenhaus, und überwintern Sie die Pflanze dort. Achten Sie in einem solchen Fall aber vermehrt auf Schädlinge, die sich nämlich bei wärmeren Temperaturen eher an die Pflanze heranwagen als bei Kälte. Außerdem muss der Baum in einer warmen Umgebung hin und wieder gegossen werden.

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