Geschenke zum Muttertag

Bloß keine Blumen: Was Mütter zum Muttertag wirklich wollen

Viele Frauen wünschen sich zum Muttertag eher mehr Anerkennung als schöne Blumen.
+
Viele Frauen wünschen sich zum Muttertag eher mehr Anerkennung als schöne Blumen.

Frühstück ans Bett oder Blumen: So oder so ähnlich wird der Muttertag wohl in vielen Haushalten hierzulande begangen. Doch was wollen Mütter wirklich?

  • Zum Muttertag gibt es oft Blumen, einen Gutschein oder Pralinen.
  • Doch was wünschen sich Mütter wirklich?
  • Welche Geschenke bereiten wirklich Freude?

Geschenke zum Muttertag: Bitte keinen Gutschein

Annette Loers möchte keinen Gutschein für Maniküre, auch keine selbstgebastelten Batikherzen. Zum Muttertag braucht die Mutter zweier Kinder all diese Dinge nicht. Die 46-jährige Stuttgarterin bloggt über das Leben als Alleinerziehende - und vom Muttertag hält sie recht wenig. "Als Alleinerziehende ist mein Wellnessprogramm, wenn ich dusche. Oder wenn ich mal essen kann, was ich möchte," sagt sie.

Kritik am Muttertag ist nichts Neues. Da ist einerseits die Blumenindustrie, die mit dem Tag ordentlich Geld verdienen will. Dann natürlich der geschichtliche Hintergrund: Im Nationalsozialismus wurde er als "Ehrentag" der kinderreichen Mutter missbraucht. Und nicht zuletzt: Wer will schon einmal im Jahr Wertschätzung, und sich die restlichen 364 für Job, Haushalt, Familie aufreiben?

Lesen Sie hier: Wie viel Geld schenke ich eigentlich zur Firmung?

Was wollen Mütter den nun zum Muttertag?

Aufmerksamkeit - dafür, was Familien und Mütter wirklich brauchen. "Schenk mir keine Blumen, schenk mir eine Lobby", formuliert es Cornelia Spachtholz vom Verband berufstätiger Mütter. Flexible, finanzierbare Kinderbetreuung, eine Kindergrundsicherung, Lohngerechtigkeit, die Abschaffung des Ehegattensplittings und Einführung einer Individualbesteuerung - eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, nennt Spachtholz einige Beispiele für ihre Wünsche.

Es geht heutzutage mehr darum, den Muttertag neu zu interpretieren - ihm einen neuen Anstrich zu geben. "Ein bisschen mehr so wie der Internationale Frauentag", sagt Spachtholz. "Ich finde, das ist ein guter und wichtiger Tag", sagt auch Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks. Nur in der Ausgestaltung sei der Muttertag sehr eindimensional. Er vermittle ein Rollenbild, das nicht der Realität entspreche.

Lesen Sie hier: 50, 100 Euro oder lieber mehr? So viel Geld sollten Sie dem Brautpaar schenken.

"Wir haben eine Realität, in der Frauen mit beiden Beinen im Leben stehen", sagt sie. Sie beobachtet, dass Frauen an vielen Stellen - im Job, als Mutter, in der Ehe und als Freundin, gefordert sind. Das kollidiere häufig mit der Realität - denn es fehle an Unterstützung. "Frauen haben einen wahnsinnigen Druck, sie fühlen sich zerrissen", kritisiert Schilling. Und oftmals werde ihnen das Gefühl vermittelt: Die Mutterrolle sei die allerwichtigste - ein überholtes Mutterbild.

Anders sieht das die durchaus umstrittene Konservative Birgit Kelle. "Es wird immer künstlich so getan, als wären das überholte Geschlechterklischees", kritisiert sie. Die Frau, die Kinder großziehe - das sei die Realität in Deutschland. Sie prangert an, dass es eine Kluft zwischen Menschen mit und Menschen ohne Kindern gebe. "Die stille Leistung von Müttern wird nicht honoriert, sie bekommen einmal im Jahr einen Blumenstrauß." Die Autorin des Buches "Gendergaga" setzt allerdings eher auf ein traditionelles Familienbild. Den Muttertag feiert sie mit ihren Kindern auch nicht, über Selbstgebasteltes freut sie sich allerdings dennoch.

Die Alleinerziehende und Bloggerin Loers hingegen ist genervt - von unpassenden Bastelein aus der Schule und der konservativen Ausrichtung des Tages. "Die Mütter kriegen Frühstück zum Muttertag und zum Vatertag gehen die Männer einen heben", sagt sie. Das zementiere Rollenklischees. "Ich wünsche mir, dass die Sorge für andere Menschen dieselbe Anerkennung bekommt wie Erwerbsarbeit", twittert sie auch in diesem Jahr wieder - unter #Muttertagswunsch.

Auch interessant: Braut fordert von jedem Hochzeitsgast 1.300 Euro - Sie glauben nicht, wofür.

Auch interessant

Kommentare