Blumen, Grill und Co.

Gesetze für Balkonien: Was ich als Mieter darf

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Auf Balkonien ist Grillen grundsätzlich erlaubt, Blumen auch – allerdings beides nur innerhalb gewisser Grenzen.

München - Zeit is worn! Ab Dienstag sollten wir endlich ­wieder die Frühlingssonne in München ­sehen. ­Damit beginnt auch die Balkonsaison so richtig – in so manchen Häusern ist das Anlass für Streit unter Nachbarn. Gut, wenn man dann die Rechtslage kennt:

1. Gehört ein Balkon zur Wohnung, kann ihn der Mieter grundsätzlich so nutzen, wie er will, erklärt der Mieterverein München. Allerdings: Man darf die Nachbarn nicht stören. Gelegentlich herabfallende Blätter müssen die Nachbarn dulden – es sei denn, die Balkonpflanzen des Nachbarn wuchern zu ihnen herunter oder herüber.

2. Mieter dürfen auf dem Balkon Wäsche trocknen, einen unauffälligen Sichtschutz anbringen, Blumenkästen an die Innenseite hängen, ebenso Rankgitter und Markisen anbringen. Der Mieter muss allerdings aufpassen, dass er beim Anbringen von Rank­gittern oder Markisen nicht in die Bausubstanz eingreift. Dafür braucht er die Erlaubnis des Vermieters.

3. Parabolantennen sind ein Streitpunkt, wenn sie außen angebracht werden. Wird so das äußerliche Erscheinungsbild des Hauses gestört, kann der Vermieter wiedersprechen. Das gilt auch für besonders farbenfrohe Balkonverkleidungen oder außergewöhnlich große Sonnenschirme.

4. Nutzt der Mieter den Balkon als Abstellkammer, kann das der Vermieter nicht einfach verbieten. Grundsätzlich kann der Mieter dort lagern, was er will. Es darf aber nicht zu Ungezieferbefall führen. Und auch hier gilt: Das äußere Erscheinungsbild muss stimmen. Wenn es allzu gammlig aussieht, kann der Vermieter einschreiten.

5. Mieter dürfen auf ihrem Balkon grillen – außer im Mietvertrag ist ein generelles Grillverbot vereinbart. „Mieter müssen aber darauf achten, dass der Nachbar nicht durch Rauch, Geruch oder Lärm gestört wird“, sagt Beatrix Zurek, Vorsitzende des Mietervereins München. Sie rät, die Nachbarn vor einer Grillparty zu informieren, um Streitigkeiten zu vermeiden. Wie oft gegrillt werden darf, dazu gibt es keine bundeseinheitliche Regelung. Zurek hält eine Entscheidung des Amtsgerichts Bonn für einen guten Ansatz: Das Gericht erlaubt von April bis September einmal Grillen pro Monat, sofern der Nachbar 48 Stunden vorher informiert wird (Aktenzeichen: 6 C 545/96).

Lesen Sie hier: Die sieben wichtigsten Mieter-Fragen.

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