Rückzahlung kann üppig ausfallen

Heizkosten: So viel Geld kriegen Mieter zurück

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Anja Franz vom Mieterverein.

München - Nicht nur die hohen Mieten sorgen für Ärger: Auch bei den Heizkosten haben viele Münchner in den vergangenen Jahren Federn gelassen. Heuer dürfen sich viele Haushalte aber freuen: Denn sie erwartet nach Jahren endlich wieder eine Heizkostenrückzahlung!

Für das Abrechnungsjahr 2014 kann diese sogar recht üppig werden. Bis zu 239 Euro sind im Einzelfall für eine 100-Quadratmeter-Wohnung drin! Das geht aus den Berechnungen des Deutschen Mieterbundes und co2online hervor. Gemeinsam haben die Experten Daten von 65 000 Gebäuden ausgewertet und die Ergebnisse im bundesweiten Heizspiegel 2014 veröffentlicht hat. Die tz erklärt, mit was Sie rechnen können!

Wie hoch waren die Preise 2013? Laut bundesweitem Heizspiegel 2014 zahlten Bewohner einer 70 Quadratmeter-Wohnung im Abrechnungsjahr 2013 durchschnittlich 1000 Euro Heizkosten. Unterschiede ergaben sich je nach Heizquelle. Am meisten mussten Haushalte bezahlen, die mit Öl heizten – für sie fielen 2013 im Schnitt 1085 Euro an. Rund ein Fünftel weniger (910 Euro) bezahlten Haushalte mit Erdgasheizung. Fernwärme kostete übers Jahr 1055 Euro.

Die Heizkosten und die Prognose im Überblick.

Gibt’s für 2013 jetzt Geld zurück? Ja. „Erstmals seit einiger Zeit können einzelne Haushalte bei der Heizkostenabrechnung 2013 mit einer Rückzahlung rechnen“, sagt Lukas Siebenkotten, Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes. Viele der betroffenen Haushalte haben die Summe bereits bekommen oder werden sie bald erhalten, denn jetzt ist die Jahresabrechnung fertig. Zwar ist das Kalenderjahr 2013 kühler gewesen als 2012, so dass „ein geringer Anstieg des Heizenergieverbrauchs festzustellen war“, sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. „Im Gegenzug ist der Heizölpreis um durchschnittlich sechs Prozent gesunken, die Erdgaspreise stiegen um 1,3 Prozent, die Fernwärme um 2,8 Prozent.“ Am meisten werden also die 30 Prozent der Haushalte profitieren, die mit Öl heizten. Laut Siebenkotten liegen die aktuellen Rückzahlungen meist im zweistelligen Euro-Bereich. „Ein guter Wert, wenn man an die Nachzahlungen der vergangenen Jahre denkt., sagt Anja Franz vom Mieterverein München. Und: Nächstes Jahr steigen die Chancen, dass noch mehr zurückgezahlt wird (siehe Tabelle rechts).

Wie lautet die Prognose für 2014? Hier ist die Rückzahlung so gut wie sicher. „Für das Abrechnungsjahr 2014 wird es für die meisten Haushalte ‚Geld zurück‘ heißen“, sagt Siebenkotten. Denn: Die Preise für Heizöl sind heuer von Januar bis Juli erneut um 5,4 Prozent gesunken. Auch Fernwärme wurde um rund ein Prozent günstiger. Der Gaspreis blieb dagegen stabil. Und: Die Winter- und Frühjahrsmonate waren heuer viel milder als 2013. „Entsprechend wurde auch weniger lang und weniger intensiv geheizt. Der Verbrauch ist klar gesunken“, so Franz. Die einfache Rechnung: 2014 kostete das Heizöl für eine 70-Quadratmeter-Wohnung 918 Euro (gegenüber 1085 Euro in 2013) – etwa 167 Euro könnte die Rückzahlung betragen. Für 100 Quadratmeter sind sogar 239 Euro Erstattung möglich. Das ist aber noch nicht fix, sondern lediglich eine Vorhersage auf Grundlage des ersten Halbjahres. Ein (möglicher) brutaler Wintereinbruch ist nicht einkalkuliert.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Was steckt hinter den Makler-Beschreibungen?
"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Was steckt hinter den Makler-Beschreibungen? © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Lage in aufstrebendem Viertel" oder "Wohnanlage mit viel Entwicklungspotenzial": In ein paar Jahren mag es hier wunderbar sein. Doch jetzt rollen hier Bagger und Lkws – und danach wird das Leben teurer.
"Lage in aufstrebendem Viertel" oder "Wohnanlage mit viel Entwicklungspotenzial": In ein paar Jahren mag es hier wunderbar sein. Doch jetzt rollen hier Bagger und Lkws – und danach wird das Leben teurer. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Lage in unberührter Natur": Ideal für meditative Einsiedler, die von den Früchten der Erde leben wollen. Wer jedoch arbeiten, einkaufen oder auch mal zum Arzt muss, braucht unbedingt ein Auto. Zudem wird der Weiterverkauf der Immobilie schwierig.
"Lage in unberührter Natur": Ideal für meditative Einsiedler, die von den Früchten der Erde leben wollen. Wer jedoch arbeiten, einkaufen oder auch mal zum Arzt muss, braucht unbedingt ein Auto. Zudem wird der Weiterverkauf der Immobilie schwierig. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Verkehrsgünstig gelegen": Im Extremfall ist vor der Haustür der Hauptbahnhof mit dem entsprechenden Milieu. Oder es führt vor dem Gebäude eine Hauptverkehrsstraße und hinter dem Garten eine viel befahrene Eisenbahnstrecke vorbei.
"Verkehrsgünstig gelegen": Im Extremfall ist vor der Haustür der Hauptbahnhof mit dem entsprechenden Milieu. Oder es führt vor dem Gebäude eine Hauptverkehrsstraße und hinter dem Garten eine viel befahrene Eisenbahnstrecke vorbei. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Unverbaute Lage": Das sagt nur, wie jetzt der Blick aus dem Fenster ist – nicht, dass er auch immer frei sein wird.
"Unverbaute Lage": Das sagt nur, wie jetzt der Blick aus dem Fenster ist – nicht, dass er auch immer frei sein wird. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Seriöses Umfeld": Tagsüber ist wegen der Kundschaft der vielen Büros, Kanzleien und Praxen nebenan eifriges Parkplatzsuchen angesagt – abends riesige Langeweile, nachdem die Bürgersteige hochgeklappt wurden.
"Seriöses Umfeld": Tagsüber ist wegen der Kundschaft der vielen Büros, Kanzleien und Praxen nebenan eifriges Parkplatzsuchen angesagt – abends riesige Langeweile, nachdem die Bürgersteige hochgeklappt wurden. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Nur 20 Autominuten bis zur City": Die Betonung liegt auf Auto! Die Immobilie liegt außerhalb. Planen Sie mit Ampeln und Stau die doppelte Dauer ein, aber nicht die Existenz öffentlicher Verkehrsmittel!
"Nur 20 Autominuten bis zur City": Die Betonung liegt auf Auto! Die Immobilie liegt außerhalb. Planen Sie mit Ampeln und Stau die doppelte Dauer ein, aber nicht die Existenz öffentlicher Verkehrsmittel! © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Umgebung mit hohem Freizeitwert": Stellen Sie sich am Land auf Scharen von Wochenendausflüglern und wenig Parkplätze für ihren Besuch ein. Die Freizeit der anderen meint nicht unbedingt auch Ihre Erholung! In der Stadt könnte sich hinter dem Code ein Szeneviertel mit lauten Kneipen verstecken.
"Umgebung mit hohem Freizeitwert": Stellen Sie sich am Land auf Scharen von Wochenendausflüglern und wenig Parkplätze für ihren Besuch ein. Die Freizeit der anderen meint nicht unbedingt auch Ihre Erholung! In der Stadt könnte sich hinter dem Code ein Szeneviertel mit lauten Kneipen verstecken. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Gute Einkaufsmöglichkeiten direkt vor der Tür": Nebenan liegt eine Einkaufsstraße – mitsamt frühmorgendlichem Lieferverkehr.
"Gute Einkaufsmöglichkeiten direkt vor der Tür": Nebenan liegt eine Einkaufsstraße – mitsamt frühmorgendlichem Lieferverkehr. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Familienfreundliche Wohngegend": Hier quietschen die vielen Kinder tagsüber draußen vor Glück und quäken nachts aus ihren Zimmern. Nichts für ältere Interessenten auf der Suche nach einer ruhigen Lage.
"Familienfreundliche Wohngegend": Hier quietschen die vielen Kinder tagsüber draußen vor Glück und quäken nachts aus ihren Zimmern. Nichts für ältere Interessenten auf der Suche nach einer ruhigen Lage. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Individuelle Bauweise" oder "Individuelle Gestaltung der Wohnung": Dem Vorbesitzer mag der eigentümliche Bau und der Zuschnitt des Objekts zugesagt haben. Individuell sind daher für Sie möglicherweise vor allem die hohen Umbaukosten – oder Einschränkungen bei der Nutzung. Der Wiederverkauf ist schwierig.
"Individuelle Bauweise" oder "Individuelle Gestaltung der Wohnung": Dem Vorbesitzer mag der eigentümliche Bau und der Zuschnitt des Objekts zugesagt haben. Individuell sind daher für Sie möglicherweise vor allem die hohen Umbaukosten – oder Einschränkungen bei der Nutzung. Der Wiederverkauf ist schwierig. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Experimenteller Wohnungsbau": Da ging was ordentlich schief, weshalb das Objekt jetzt zum Verkauf steht. Obacht! © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Versetzte Wohnebenen": Hier ist eher ständiges steigen als sitzen gemeint – über viele Stufen! Schlecht für Kranke und Ältere. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Gut erhalten": Gut heißt nicht sehr gut – also Geld für Renovierungen einplanen! © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Liebhaberobjekt": Sie werden es womöglich hassen! Denn die Immobilie ist stark renovierungs- und sanierungsbedürftig. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Teilrenoviert": Den frischen Anstrich gibt’s gratis zum Objekt, vielleicht auch die neuen Heizkörper. Aber sonst dürfen Sie alles selbst machen – und bezahlen. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Luxuriöse Sanierung": Mit dem überhöhten Preis der Immobilie und einzelnen, vor allem gut aussehenden Sanierungen will der Verkäufer vor allem sich selbst mehr Marmor in seinen vier Wänden leisten. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Flachdachbungalow": Sparen Sie schon mal. Denn bald könnte es hinein regnen. Oft steckt dahinter, dass eine Sanierung oder ein neues Dach nötig ist. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Biotop im Garten": Natur pur kann auch einen stinkenden Tümpel bedeuten – oder eine Lebensaufgabe für Hobbygärtner. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Unter Denkmalschutz": Denk vor allem an den Denkmalpfleger! Denn er ist der heimliche Herr im Haus: Ohne seine Zustimmung kann kaum etwas verändert werden.  © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Schnäppchen für Schnellentschlossene": Hier liegt der absolute Ladenhüter. Und deshalb will der Verkäufer mit der Formulierung Zeitdruck aufbauen.
"Schnäppchen für Schnell­entschlossene": Hier liegt der absolute Laden­hüter. Und deshalb will der Verkäufer mit der Formulierung Zeitdruck aufbauen. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Mit frei werdender Einliegerwohnung": Das könnte Ansichtssache sein – fragen Sie lieber den Mieter, ob er das wirklich auch so sieht.
"Mit frei werdender Einliegerwohnung": Das könnte Ansichtssache sein – fragen Sie lieber den Mieter, ob er das wirklich auch so sieht. © Jens Schieren beck/dpa/tmn

Was sind die Voraussetzungen für eine Nachzahlung? „Dass man zu viel vorausgezahlt hat“, sagt Anja Franz. Der Vermieter erhält die Abrechnung meist von einer Firma – mit diesen Kosten werden die bereits vorausgezahlten verrechnet. Je nach individuellem Verbrauch und Heizverhalten kann sich ein Guthaben ergeben. Im besten Fall erhält man das Geld des Abrechnungsjahres im Folgejahr: Im Zuge der Betriebskostenabrechnung wird es automatisch aufs Konto überwiesen. „Zahlt der Vermieter innerhalb von vier Wochen nach Abrechnung nicht zurück, kann man ihn anmahnen und eine Frist setzen“, so Franz. Kommt das Geld trotzdem nicht, darf man es von der Miete abziehen (am besten mit Rechtsberatung). Erstellt der Vermieter keine Abrechnung, kann man sie einklagen.

Andreas Thieme

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