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Herd kaputt: Wer muss jetzt zahlen?

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Von: Susanne Sasse

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München - Leserin Karin Maier wendet sich an das Team des tz-Mietertags. Ihre Frage: Wer muss für den kaputten Herd in ihrer Wohnung aufkommen?

Frage:

Ich habe vor sieben Jahren eine Wohnung mit Einbauküche gemietet. Seit einiger Zeit funktioniert eine Kochplatte des zugehörigen Herds nicht mehr. Außerdem finde ich sowieso: Die Küche gehört erneuert – sie war ja bereits bei meinem Einzug nicht neu. Vor allem ärgere ich mich über den ­alten Kühlschrank. Er hat noch ­eine richtig schlechte Energieklasse und schluckt viel zu viel Strom. Aber mein Vermieter unternimmt nichts. Sein Standpunkt ist: Das ist alles mein Problem. Hat er Recht?

Karin Maier, München

Antwort:

Wenn die Wohnung mit einer Einbauküche vermietet wurde und wenn diese Einbauküche nach dem Abschluss des Mietvertrags kaputtgegangen ist, dann ist es die Pflicht des Vermieters, defekte Geräte zu reparieren oder zu ersetzen. Das erklärt Mietrechts-Expertin Anja Franz vom Münchner Mieterverein. Allerdings muss der Vermieter das nur dann tun, wenn der Defekt durch normale Abnutzung oder üblichen Gebrauch herbeigeführt wurde. Reagiert der Vermieter nicht, sollte ihm der Mieter eine Frist setzen und androhen, den Herd ansonsten selbst reparieren zu lassen und die Kosten anschließend von der Miete abzuziehen.

Hat der Mieter den Schaden allerdings absichtlich oder fahrlässig selbst herbeigeführt, dann muss er auch selbst dafür einstehen.

Keinen Anspruch hat der Mieter darauf, dass ihm der Vermieter neue Geräte einbaut, sagt Anja Franz. Denn der Mieter hat die Küche so mitgemietet, wie sie war: Er hat vertraglich keinen Anspruch auf neue Geräte. „Man kann aber sicher freundlich fragen, ob einem der Vermieter nicht aus Kulanz neue Geräte kaufen will. Damit steigt ja auch der Wert der Einbauküche“, sagt Franz.

svs

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