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Zahlen auch Sie zu viel für die Heizung?

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Von: David Costanzo

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Zahlen Sie zu viel fürs Heizen? Dabei gilt: Wert Kosten spart, schont auch das Klima © dpa

München - Die Stadt München hat einen neuen Heizspiel erstellt. Die tz erklärt, wo die Tücken versteckt sind. Hier erfahren Sie, ob auch sie zu viel für ihre Heizung zahlen.

Recht hat er: „Fast jeder kennt den Spritverbrauch seines Autos“, sagt der Umweltreferent der Stadt, Joachim Lorenz (Grüne). „Aber wer weiß, wieviel Energie er braucht, um sein Haus oder seine Wohnung zu heizen?“ Wer seinen individuellen Verbrauch und seine Kosten vergleichen und bewerten will, kann jetzt in den neuen Heizspiegel der Stadt schauen. Zahlen Sie zu viel Heizung?

Die Statistik hat noch eine andere Erkenntnis parat: Jede zweite Abrechnung ist falsch! Das kann auch der Mieterverein bestätigen. „Die Röhrchen werden abgelesen, man muss unterschreiben“, sagt Sprecherin Anja Franz. Meist steckten formale Fehler in der Rechnung, manchmal werde aber auch die Vorauszahlung falsch verrechnet, manchmal die Quadratmeter und dann das Zahlenwirrwarr in der Abrechnung – da blickt doch kein Mieter durch! „Man kann kaum etwas machen“, sagt Anja Franz. „Als Mieter hat man auch noch die Beweispflicht.“

Umso wichtiger ist der Vergleich: In München kostete 2012 in einer 70-Quadratmeter-Wohnung die Heizung per Öl-Zentralheizung durchschnittlich 1090 Euro. Das sind laut Statistik 400 Euro mehr als noch 2009! Haushalte mit Erdgasheizungen zahlten für die gleiche Wohnung im Schnitt nur 800 Euro und damit immerhin 100 Euro weniger als 2009. Die Fernwärme ist vergleichsweise teuer: Die Kosten reduzierten sich zwar seit 2009 um 65 Euro – liegen aber immer noch bei 1020 Euro!

Hier würde man tatsächlich an der richtigen Stelle sparen: Wer weniger Heizung zahlt, verbraucht weniger Kohlendioxid und schont die Umwelt. In der Tabelle können Sie die Durchschnittswerte in Ihrem Haus und in Ihrer Wohnung mit den Münchner Mittelwerten vergleichen. Bedenken Sie dabei aber auch: Wer es lieber wohliger mag, dürfte etwas höher liegen. Eine Öko-Modernisierung etwa von Heizung und Fenstern würde aber auch hier Geld und Schadstoffe sparen. Der Haken liegt im Mietrecht: Die könnte der Eigentümer auf die Kosten umlegen.

So berechnen Sie Ihre Bewertung

Der Vergleich ist einfach: Entnehmen Sie Ihrer Heizkostenabrechnung 2012 die Jahresheizkosten für das ganze Haus und teilen sie diese durch die ebenfalls verzeichnete Gesamtfläche des Gebäudes. Das ist der Durchschnitt der Heizkosten pro Quadratmeter im Haus. Wenn Sie Ihre eigenen Heizkosten durch Ihre Wohnfläche teilen, erhalten sie Ihren persönlichen Mittelwert. Beide Beträge können Sie miteinander vergleichen: Zahlen Sie mehr als der Schnitt im Haus? Beide Werte können Sie auch mit dem Heizspiegel der Stadt abgleichen. Dazu suchen Sie sich je nach Heizmittel die richtige der drei Tabellen – Öl, Erdgas, Fernwärme. Dann suchen Sie sich je nach Gesamtfläche in Ihrem Haus die richtige Zeile. Nun können Sie Ihre Mittelwerte bewerten von günstig bis zu hoch. Achtung: Wenn es in Ihrem Haus eine zentrale Warmwasserbereitung gibt, ziehen Sie vom errechneten Wert 2,50 Euro ab.

David Costanzo

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