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79 leere Wohnungen! Rathaus-CSU schlägt Alarm

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Von: Johannes Welte

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Das Hochhaus: Hier sind die obersten fünf Geschosse aus Brandschutzgründen gesperrt. © fkn

München - Die Rathaus-CSU schlägt Alarm: Am Klinikum Harlaching stehen 79 Wohnungen leer, mehr als 40 werden zweckentfremdet genutzt! Statt Wohnräume sind hier Büros. Und das mindestens seit 2008.

Der Leerstand öffentlicher Wohnungen ist seit Monaten ein großes Thema im Stadtrat, vor allem über dieje

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Josef Schmid, Manuel Pretzl und Clemens Baumgärtner an den leeren Klingelschildern. © fkn

nigen an der Müller- und Pilotystraße wurde viel diskutiert. Insgesamt stehen 647 städtische Wohnungen länger als ein halbes Jahr leer. Nun hat die Rathaus-CSU einen Wohnblock entdeckt, in dem 79 Apartments leer stehen: im Schwesternwohnheim des Klinikums Harlaching, das seit 2008 von der städtischen Wohnungsgesellschaft GWG verwaltet wird.

Das Areal besteht aus sieben Gebäuden mit insgesamt 465 Apartments. Das südlichste ist ein 13-stöckiges Hochhaus, in dem die obersten fünf Etagen gesperrt sind. „Aus Brandschutzgründen. Es gibt nur einen Fluchtweg, darum können diese Wohnungen nicht vermietet werden“, erklärt Dietmar Bock von der GWG. Seit wann das so ist? „Wir haben diese Wohnungen 2008 schon unvermietet übernommen.“ Die GWG arbeite derzeit daran, die Apartments wieder nutzbar zu machen. Bock: „Ab Mai wird umgebaut, wir investieren sieben Millionen.“ Bis 2016 soll der Umbau abgeschlossen sein.

Für CSU-Rathauschef ­Josef Schmid ein „Skandal“: „Diese Wohnungen stehen seit sechs Jahren leer, und es ist immer noch nichts passiert.“ CSU-Stadtrat Manuel Pretzl ergänzt: „2011 hatten wir schon die Sanierung der Häuser beschlossen.“

Doch der Leerstand ist nicht das einzige Problem dort: Eines der Wohnhäuser wurde vor Jahren ersatzlos abgerissen, eines nutzt die Klinik als Bürogebäude. Auch im Hochhaus werden Apartments als Büros zweckentfremdet. Laut GWG dienen zehn Prozent der Gebäudeflächen als Klinik-Büros, das entspricht etwa 45 Apartments. Bezirkschef Clemens Baumgärtner (CSU) kann sich nicht daran erinnern, dass eine Zweckentfremdung beantragt wurde: „Wenn ich das als privater Hausbesitzer mache, muss ich zu Recht eine Geldbuße bezahlen.“

J. Welte

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