Darum nervt Lärm beim Wohnen

München - Wer kennt das nicht? Der Nachbar hat seine Musikanlage voll aufgedreht und lässt das ganze Haus beben. Manche Personen kann dies an den Rand des Wahnsinns treiben - andere fühlen sich weniger gestört.

Es gibt zwei Hauptquellen, die einem das Wohnen vermiesen können: störende Gerüche (Gestank) und störende Geräusche (Lärm). Beides wird höchst subjektiv wahrgenommen. Der Lärm ist dabei die häufigste Störquelle, weil er auch über größere Distanzen noch wahrgenommen wird und weil es sehr viele verschiedene Lärmquellen gibt.

Auch "leiser" Lärm kann stören

Lärm ist ein Störgeräusch und damit unabhängig von der Lautstärke des Schalls. So werden wummernde Basstöne aus der Nachbarwohnung auch bei niedriger Lautstärke von vielen als Lärm empfunden. Oder das niederfrequente Brummen des Generators einer Biogasanlage, das tagsüber der Nebengeräusche wegen nicht auffällt, aber nachts plötzlich Einschlafprobleme macht. In vielen Fällen entscheidet die Schallquelle, ob wir sie als störend empfinden.

Angst vor Fahrstühlen, Luft und Namen - diese Phobien gibt es wirklich

Wieder frei atmen trotz Allergie
Aerophobie: Halt die Luft an! Guter Tipp, aber die ganze Zeit? Menschen mit Aerophobie, fürchten sich davor, Luft zu verschlucken, einzuatmen oder noch schlimmer, Gestank zu riechen. © picture alliance / obs / Schnarchportal.de
Phobien Angst und Psychosen
Anatidaephobie: Unter dieser Phobie leiden Menschen, die sich von Enten beobachtet fühlen. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Geniophobie: Für Menschen mit dieser Angststörung wäre Udo Lindenberg oder jemand Anderes mit markantem Kinn wahrscheinlich der reinste Horror. Geniophobie ist also die Angst vor einem Kinn. Klingt unglaublich, gibt es aber wirklich. © dpa
Alliumphobie: Die Angst vor Knoblauch kennt man eigentlich nur von Vampiren.
Alliumphobie: Die Angst vor Knoblauch kennt man eigentlich nur von Vampiren. Aber auch Menschen haben regelrecht Furcht oder sogar Panik vor Knoblauch, Zwiebeln oder auch nur deren Geruch. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Amychophobie: Wenn man unter dieser Phobie leidet, kann ein Mückenstich schon mal zur Qual werden. Denn die Betroffenen haben extreme Furcht sich zu kratzen oder gekratzt zu werden. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Laevophobie: Die Betroffenen haben vor allem Angst, was sich auf der linken Seite befindet. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Nomatophobie: Die Betroffenen wirken wahrscheinlich oft unhöflich wenn sie sagen: "Hey du, du da" Denn sie haben Angst vor Namen und wollen sie weder aussprechen noch daran denken. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Urophobie: Eine übersteigerte Angst vor Urin und selbst zu urinieren. Der tägliche Gang auf die Toilette wird hier zur Qual. Noch schlimmer ist es für viele Betroffene, wenn sie außer Haus sind. Denn der Ekel vor Orten, an denen viele Menschen ihr Geschäft erledigen, ist noch extremer. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Anablephobie: "Guck mal, da oben", sollten Sie besser nicht zu Menschen mit dieser Angststörung sagen. Nach oben zu schauen, sich hohe Gebäude oder Dinge auch nur vorzustellen, löst in den Betroffenen Panik aus. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Genuphobie: Woher diese Angststörung kommt, ist rätselhaft. Aber Furcht vor dem Knie oder dem Niederknien haben einige Menschen tatsächlich.  © dpa
Valentinstag
Anthophobie: Blumen zum Valentinstag, nein danke! Menschen mit dieser Phobie haben eine außergewöhnliche Abneigung gegen Blumen oder fürchten sich sogar vor ihnen. © dpa
Knopfmuseum erweitert Sammlung
Koumpounophobie: Menschen, die mit dieser Angst zu kämpfen haben, ekeln sich vor Knöpfen. Sie tragen keine Jeanshosen, stattdessen Röcke oder Hosen mit Gummizug. Bettbezüge mit Knöpfen an den Enden finden die Phobiker widerlich. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Arachnophobie: Keine außergewöhnliche Phobie, aber doch eigentlich ziemlich unlogisch, oder? Denn, wenn es sicht nicht gerade um ein giftiges Exemplar handelt, besteht eigentlich kein Grund, sich vor diesen kleinen Achtbeinern zu fürchten. © dpa
Der Kuckuck ruft wieder
Chronomentrophobie ist die übersteigerte Furcht vor Uhren. © dpa
Leukophobie: Ein Traum in Weiß, beispielsweise ein Hochzeitskleid, wird für Betroffene dieser Phobie zum Albtraum. Sie haben Angst vor allen Dingen, die weiß sind.
Leukophobie: Ein Traum in Weiß, beispielsweise ein Hochzeitskleid, wird für Betroffene dieser Phobie zum Albtraum. Sie haben Angst vor allen Dingen, die weiß sind. © dpa
Italien - Sardinien - Costa Smeralda
Aquaphobie: Wenn wir uns einmal unseren Tagesablauf vor Augen führen, ist das wohl eine der Phobien, die uns am meisten beeinträchtigt: die Angst vor Wasser. Manche haben erst Angst wenn Sie ins Meer gehen sollen, andere schon wenn es nur ums Duschen geht. © picture alliance / dpa
Neuer Zehn-Euro-Schein
Chrematophobie: Die meisten Menschen hätten lieber zu viel, als zu wenig, aber Betroffene dieser Phobie fürchten sich vor Geld. In der extremsten Form hat man nicht nur Angst, Geld anzufassen, sondern auch welches zu besitzen. © dpa
Clinophobie: Meistens haben Kinder in einer bestimmten Entwicklungsphase Angst, ins Bett zu gehen. Es könnte ja ein unheimlicher Schatten auftauchen, oder etwas unter dem Bett sein. Aber auch Erwachsene haben dieses Problem. Das Zubettgehen wird bei den Betroffenen solange wie möglich hinausgezögert. Gute Nacht hat für sie eine ganz andere Bedeutung.
Clinophobie: Meistens haben Kinder in einer bestimmten Entwicklungsphase Angst, ins Bett zu gehen. Es könnte ja ein unheimlicher Schatten auftauchen, oder etwas unter dem Bett sein. Aber auch Erwachsene haben dieses Problem. Das Zubettgehen wird bei den Betroffenen solange wie möglich hinausgezögert. Gute Nacht hat für sie eine ganz andere Bedeutung. © dpa
Spaziergang unter weiß-blauem Himmel
Ouranophobie: Ein blauweißer Himmel kann Menschen mit dieser Phobie nicht enzücken. Sie haben Angst, es könnte etwas vom Himmel stürzen oder denken, bedrohliche Dinge kommen aus dem Himmel. © dpa
Stadt- und Regionalbibliothek in Erfurt
Bibliophobie: Die krankhafte Abneigung gegen Bücher. In einer Bibliothek wird man Betroffene sicher nie antreffen. © dpa
Catoptrophobie
Catoptrophobie: Ein Blick in den Spiegel ist für Menschen mit dieser Angststörung mehr als unangenehm. Sie meiden alle spiegelnden Oberflächen. © dpa
Phobien Angst und Psychosen
Geliophobie: Lachen ist gesund, aber für Betroffene dieser Phobie nicht erfreulich. Denn sie haben Angst zu lachen oder von anderen ausgelacht zu werden. © dpa

Das beginnt schon damit, dass es eine Rolle spielt, ob wir sie sehen können: etwa den fröhlichen Jungen, der seinen Ball gegen die Garage tritt – schon nervt das dumpfe Geräusch vielleicht weniger. Ist es gar der eigene Sohn, nehmen wir je nach Stimmung vielleicht gar keinen Lärm mehr wahr, sondern freuen uns, dass er ins „Tor“ trifft. Die Sympathie oder Antipathie zur Schallquelle entscheidet mehr als die Lautstärke, was wir als Lärm einordnen.

So entstehen Streitigkeiten mit dem Nachbarn

Das ist auch ein Grund für viele Nachbarstreitigkeiten. Wer seinen Nachbarn nicht leiden kann, will ihn auch nicht wahrnehmen. Neben dem Verhältnis zur Schallquelle kommt es auch auf die eigenen inneren Befindlichkeiten an. Neidet man dem anderen das schicke Auto oder Motorrad, stört man sich auch an seinem Motorenlärm. Und ist man ein rechter Griesgram, so gönnt man auch den anderen nicht den Spaß am Hof- oder Straßenfest. Auch gewisse Erwartungen entscheiden, was für uns Lärm ist: In einer „absolut ruhigen Lage“ akzeptieren wir einfach keine so große Geräuschkulisse.

Darum nervt der Lärm so sehr

Warum Lärm so nervt, hat einfache biologische Gründe: Wie das Licht brauchen wir Schall zur Kommunikation, jedoch können wir unsere Ohren nicht „abschalten“, so wie wir unsere Augen schließen können. Das Ohr leitet permanent Informationen ans Gehirn, weshalb wir auch im Schlaf hören. Wird ein Geräusch als bedeutsam interpretiert, wachen wir auf. Dabei ist die Lautstärke manchmal unerheblich, beispielsweise wenn das Baby wimmert.

Auch unerwünschte Gespräche anderer können so zu störendem Lärm werden, denn unser Gehirn stuft sie als wichtig ein und kann das Geräusch kaum ausblenden. Das wiederum verursacht Stress. Übrigens: Das Wort „Lärm“ kommt von dem frühneuhochdeutschen „larman“, und da steckt auch der „Alarm“ drin. Lärm als Stressfaktor kann auch das autonome Nervensystem und das hormonelle System beeinflussen. Die Folge: Veränderungen bei Blutdruck, Herzfrequenz und anderen Kreislauffaktoren.

mm/tz

Rubriklistenbild: © dpa

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