Engpass in Sicht?

Preise für Lebensmittel steigen aufgrund des Coronavirus - wo Kunden jetzt mehr zahlen müssen

In der Coronavirus-Krise steigen die Preise der Lebensmittel deutlich. Es droht kein Engpass, aber einige Produkte können eindeutig teurer werden.

  • Obwohl einige Lebensmittel zwischenzeitlich nicht in den gewohnten Mengen verfügbar waren, droht in Deutschland kein Versorgungsengpass.
  • Manche Waren könnten aufgrund des Coronavirus dennoch teurer werden.
  • Vor allem Saison-Ware wie Obst und Gemüse ist davon betroffen.

NRW - Wo zu Beginn der Krise in Zusammenhang mit dem Coronavirus* Grundnahrungsmittel und Toilettenpapier in größeren Mengen verkauften wurden, sind die meisten Supermarktregale nun wieder gut gefüllt. Die sogenannten Hamsterkäufe nehmen ab, wie RUHR24.de* berichtet.

Coronavirus: Werden Lebensmittel jetzt teurer?

Dennoch könnten einige Lebensmittel während und auch nach der Coronavirus-Krise teurer werden, wie Öko-Test berichtet. Allerdings versichert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), dass die Versorgung durch Lebensmittel nach wie vor gesichert sei.

Mögliche Versorgungsengpässe sehe Bundesernährungsministerin Julia Klöckner allerdings beim Verpackungsmaterial und damit eben auch bei bestimmten Lebensmitteln. Um allgemeine Engpässe also trotzdem zu vermeiden, hat das BMEL eine Aktion ins Leben gerufen.

Bundesministerium ruft während Coronavirus-Pandemie zu bewusstem Konsum auf

Mit dem Hashtag #KaufNurWasDuBrauchst möchte das Ministerium dazu aufrufen, den Einkauf in Zeiten des Coronavirus bewusst zu gestalten. "Jeder Hamsterkauf facht die Angst vor der Krise weiter an. Jedes unnötig leere Regal schürt Panik – und hat zur Folge, dass der oder die nächste beim nächsten Mal auch zu viel kauft", schreibt das Ministerium.

Doch während bei haltbaren Grundnahrungsmitteln keine Knappheit droht, sieht das bei frischen Lebensmitteln schon wieder anders. Denn im Frühjahr ist für einige Gemüse- und Obstsorten die entscheidende Pflanz- und Saatzeit. Für manches steht sogar schon die Erntesaison an. Durch Grenzschließungen und das bis vor Kurzem bestehende Einreiseverbot für Erntehelfer konnten viele Arbeitskräfte aus Osteuropa, vor allem aus Polen und Rumänien, aber nicht nach Deutschland gelangen.

Diese höheren Preise von Lebensmitteln aufgrund des Coronavirus können zudem eine Gefahr für die Gesundheit bedeuten.

Coronavirus: Die Ernte von frischem Obst und Gemüse könnte geringer ausfallen

Ein neues Konzept des BMEL und des Bundesinnenministers erlaubt im April und Mai jeweils bis zu 40.000 Erntehelfern die Einreise nach Deutschland. Diese Maßnahme kann allerdings nicht alle fehlenden Arbeitskräfte im landwirtschaftlichen Bereich ausgleichen. Daher wurden noch weitere Lösungen gefunden.

So weitete die Bundesregierung die Arbeitszeit für Saisonhelfer aus: Diese dürfen in Zeiten des Coronavirus nun 115 Tage sozialversicherungsfrei in Deutschland arbeiten, statt wie zuvor rund 70 Tage. Arbeitskräfte, die bereits vor Ort sind, dürfen also länger helfen als geplant. Außerdem verweist der Deutsche Bauernverband auf die Homepage saisonarbeit-in-deutschland.de, auf der Landwirte nach Erntehelfern suchen können.

Spargel und Erdbeeren könnten wegen des Coronavirus teurer werden

Akut sind Spargel und Erdbeeren von den Auswirkungen des Coronavirus und die dadurch fehlenden Erntehelfer betroffen. Zwischen dem 1. und 19. April soll der Spargelpreis bereits 38 Prozent höher gewesen sein, als im Vorjahr, wie Öko-Test berichtet.

Bei Saisonobst und -gemüse fehlen wegen des Coronavirus weiterhin Erntehelfer. Welche Auswirkungen das auf den Preis haben könnte, ist nicht eindeutig. 

Ob diese Preissteigerung anhält, sei zum aktuellen Zeitpunkt allerdings noch nicht absehbar. Hinzukommt aber, dass durch die eingeschränkte Gastronomie auch wichtige Abnehmer für Spargel, Salat und anderes Gemüse fehlen und dadurch in der Theorie auch mehr Gemüse für Endverbraucher verfügbar ist.

Coronavirus: Gastronomen fehlen als wichtiger Abnehmer von frischen Lebensmitteln

Die möglicherweise geringeren Ernteerträge müssen also nicht zwangsläufig zu dauerhaft höheren Preisen für den Verbraucher führen. Laut der Agrarmarkt Informationsgesellschaft waren Erdbeeren und Himbeeren im April sogar etwas günstiger als im Vorjahr.

Doch nicht nur frische Lebensmittel könnten teurer werden, auch Reisen könnten im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Preis steigen*. Wenn auch in Flugzeugen ein Sicherheitsabstand bewahrt werden soll, schrumpft damit auch die Anzahl der verfügbaren Plätze. Gleichzeitig ist es möglich, dass Reiseveranstalter die aktuellen Verluste finanziell kompensieren müssen.

lez

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Daniel Reinha rdt/dpa

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