1. tz
  2. Leben
  3. Wohnen

Lohnt sich Pendeln aus dem Umland wirklich?

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Jeden Tag mit der S-Bahn aus dem Umland in die Stadt: Lohnt sich das? © dpa (Symbolbild)

München - Im Umland kostet das Wohnen weniger. Aber der Weg zur Arbeit in der Stadt wird teurer und dauert länger. Lohnt sich das Pendeln? Das war Thema einer neuen Studie.

Raus aus dem teuren München, rein ins günstigere Umland: Das hoffen viele Familien und wollen umziehen. Klar: Die Wohnen kostet auf dem Land weniger. Aber: Der Weg zur Arbeit in die City dauert dafür länger und wird teurer. Lohnt sich das Pendeln also wirklich?

Das war jetzt Thema einer neuen Studie: „Moreco“ (Mobility and Residental Costs) heißt das EU-Projekt, das Dr. Stephan Schott (Referat für Stadtplanung und Bauordnung) sowie Wissenschaftler der TU München vorstellten. Was kostet das Leben im Grünen? Dafür wurden die Standorte Fürstenfeldbruck, Haar und Kirchdorf an der Amper genauer untersucht.

Ausgangspunkt: Eine vierköpfige Familie will weg aus Haidhausen. Dort beträgt die Miete für die Dreizimmerwohnung 1332 Miete im Monat, die Familie hat zwei Autos, Vater und Mutter behalten ihre Jobs in der Innenstadt. Einkommen: 3750 Euro. In Bruck kostet sie das eigene Vier-Zimmer-Haus (mit mehr Wohnfläche) 318.412 Euro. Kredit- und Wohnnebenkosten betragen 1897 Euro.

Wohn- und Mobilitätsrechner des MVV im Internet

Mobilitätskosten (Auto, MVV) machen 1192 Euro aus. Monatliche Fahrzeit: 6057 Minuten. Bleiben am Ende 661 Euro pro Monat übrig. Zieht diese Familie nach Haar, hat das neue Haus hat 21 Quadratmeter mehr als die alte Wohnung, die Miete beträgt 94 Euro weniger als in München. Die Fahrtkosten liegen bei 1135 Euro pro Monat. Fahrzeit: 4385 Stunden. Bleiben am Ende 1029 Euro übrig.

Möchte die Familie ins ländliche Kirchdorf an der Amper (Kreis Freising), hat sie im Beispiel mit einem Neubau 51 Quadratmeter Wohnfläche mehr, die Kosten für Abzahlung und Nebenkosten betragen 1685 Euro, die Fahrkosten 1185. Am Ende bleiben 880 Euro im Monat übrig. Pendeln ist also oftmals nicht günstiger – vor allem, wenn man davon ausgeht, dass die Spritkosten in Zukunft noch deutlich steigen werden (was die Forscher tun).

Damit Sie, liebe Leser, ausrechnen können, was Sie für Wohn- und Mobilitätskosten bei einem Umzug haben, gibt es von den MVV den Wohn- und Mobilitätsrechner im Internet.

Arbeitsweg: Wer hat es am besten?

Die TU München hat im EU-„Moreco“-Projekt Fürstenfeldbruck, Haar und Kirchdorf an der Amper untersucht. Ergebnis: Haar schneidet insgesamt am besten ab. Die Menschen verdienen im Schnitt 2393 Euro, fahren 39,7 Kilometer am Tag mit dem Auto und haben ein prima ­Angebot an Bus und Bahn: In einer Stunde sind mit den Öffentlichen über eine Million Arbeitsplätze zu erreichen. Deshalb ist die Gemeinde grün eingefärbt. Weit hinten liegt Kirchdorf. Hier müssen die Leute 88,5 Kilometer täglich mit dem Auto zur Arbeit fahren, nur 143 850 Jobs sind in einer Stunde öffentlich zu erreichen. Mehr Infos gibt es hier.

tz

Auch interessant

Kommentare