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Der miese Trick mit den GBW-Wohnungen

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Von: Johannes Welte

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Beatrix Zurek schlägt Alarm: Hier sollen Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt werden. Ein GBW-Block in der Clemensstraße. © Bodmer

München - Der Mieterverein ist bestürzt: Es gab vor dem Umwandlungsverbot offenbar sehr seltsame Vorgänge bei den Wohnungsbeständen der GBW.

Seltsame Vorgänge bei den Wohnungsbeständen der GBW: Kurz vor dem Umwandlungsverbot zum 1. März sind im Grundbuch offenbar Mitarbeiter des privatisierten ehemals staatlichen Wohnungsunternehmens als Interessenten für einen Wohnungskauf vorgemerkt worden. Damit könnte das Umwandlungsverbot umgangen werden, das den Verkauf von Mietwohnungen in geschützten Vierteln verbietet. Das wirft jedenfalls der Mieterverein München dem Unternehmen vor.

„Nun hat sich die GBW wieder ein ganz besonderes Manöver ausgedacht“, sagt die Vorsitzende

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Eine Wohnanlage an der Rheinstraße © Bodmer

des Mietervereins, Beatrix Zurek (SPD), über die Machenschaften, die die Mieterschützer entdeckt haben wollen. „Durch Grundbucheinsicht wurde dem Mieterverein bekannt, dass die GBW bereits im Februar, also noch vor dem Inkrafttreten des Umwandlungsverbotes, aber nach dem Kabinettsbeschluss, eigene Mitarbeiter als Vormerkungsberechtigte für bestimmte Anwesen, zum Beispiel in Schwabing, hat eintragen lassen“, so Zurek. Und weiter: „Hier soll das Recht gesichert werden, Wohnungseigentum zu bilden.“

Tatsächlich finden sich die Namen von GBW-Mitarbeitern in den Grundbüchern. So ist im GBW-Anwesen Nietzschestraße 12 ein Klaus J

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ein Haus an der Nietzschestraße © Bodmer

oachim P. als Vormerkungsberechtigter vermerkt. P. wird im Handelsregister bei der GBW als Prokurist mit der Ermächtigung zur Veräußerung und Belastung von Grundstücken geführt. Beim Anwesen Mainzer Straße/Rheinstraße findet sich eine Ramona G. als Vormerkungsberechtigte. Der Name taucht auch bei einer „Immobilienberaterin Wohnungsprivatisierung GBW Gruppe“ im Internet auf. Zurek kommentiert den Vorgang so: „Man sieht einmal mehr, dass der Verkauf der GBW-Wohnungen der größte wohnungspolitische Fehler der CSU der Nachkriegszeit war.“

Und was sagt die GBW? Sprecherin Katja Neese: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir – gerade in Wahlkampfzeiten – Meinungen Dritter nicht kommentieren und über Verkäufe nicht im Detail berichten.“

Johannes Welte

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