Alle Preise steigen um sechs Prozent

Miet-Hammer: Der größte Sprung seit zwölf Jahren!

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München ist schön und teuer.

München - Die Mieter müssen wohl mit teils dramatischen Preissteigerungen rechnen! Die tz hat Einblick in den neuen Mietspiegel bekommen.

Es ist für alle Münchner das wichtigste Thema im Rathaus: Alle zwei Jahre kommt der neue Mietspiegel der Stadt – er gibt für alle langjährigen Mieter die Obergrenze der zulässigen Preise an. Eigentümer müssen jede Mietsteigerung mit dem Zahlenwerk begründen. Leider tun das auch viele – und zwar oft schon kurz nachdem die jeweils neue Statistik erscheint. Das droht den Münchnern im März: Die Mieter müssen wohl mit teils dramatischen Preissteigerungen rechnen!

In Rathaus und Stadtverwaltung liegt der allererste Entwurf des Zahlenwerks vor, nur wenige sind eingeweiht, Änderungen sind noch möglich – trotzdem herrscht Alarmstimmung. Die tz hat Einblick in den Mietspiegel bekommen: In diesem ersten Entwurf steht ein durchschnittlicher Quadratmeter-Preis von 10,73 Euro kalt. Das entspräche einem Aufschlag von 60 Cent oder sechs Prozent im Vergleich zur letzten amtlichen Statistik von 2013. Die Steigerung fiele so hoch aus wie seit zwölf Jahren nicht mehr!

Ein Rechenbeispiel: Die typische 80-Quadratmeter-Wohnung darf kalt bislang im Durchschnitt 810 Euro im Monat kosten. Künftig könnten es 858 Euro sein. Das mag zunächst nicht dramatisch klingen. Die vielen auch in der tz veröffentlichten Preis-Reporte weisen viel höhere Werte aus, zuletzt um 15 Euro. Doch diese gelten nur bei neuen Mietverträgen – etwa, wenn Münchner sich einen Umzug leisten, was immer seltener der Fall ist.

Der Mietspiegel dagegen gilt für wirklich alle langjährigen Mieter in frei finanzierten Wohnungen – also auch für diejenigen, die es sich mit den Horror-Mietpreisen gerade so eingerichtet haben. Die Gehälter, geschweige denn die Renten steigen ja nicht automatisch um sechs Prozent mit …

Und es könnte noch schlimmer kommen: Viele Münchner müssen sich auf höhere Preissprünge gefasst machen. Nach tz-Informationen hat sich im ersten Mietspiegel-Entwurf auch die Karte der Wohnlagen geändert. Demnach sind etliche Quartiere besonders Richtung Zentrum heraufgestuft worden – also etwa von „durchschnittliche Lage“ auf „gute Lage“. Dafür wurde in der vergangenen Statistik nochmal ein Zuschlag von 74 Cent pro Quadratmeter fällig!

Warum das alles so ist? Weil der Gesetzgeber es ermöglicht! In den Mietspiegel dürfen seit jeher nur Preise einfließen, die in den letzten vier Jahren verändert wurden. In München kennt die Entwicklung aber nur eine Richtung – nach oben. Darum haben wir in der Stadt in Wahrheit einen Mieterhöhungsspiegel! OB Dieter Reiter (SPD) hat angekündigt, in Berlin gegen den Unsinn zu kämpfen: „Sonst können sich die Münchner selbst Mietspiegel-Mieten nicht mehr leisten.“

David Costanzo

tz-Stichwort

Der Mietspiegel entsteht aus einer großen Umfrage unter 3000 Münchner Mietern und 1500 Eigentümern. Für die neue Statistik waren die Mitarbeiter eines Marktforschungsunternehmens zwischen Januar und Mai 2014 unterwegs, danach wurden die Daten analysiert. Der Mietspiegel besteht aus einer großen Tabelle mit den Grundpreisen pro Quadratmeter – je nach Größe und Baujahr der Wohnung. Dazu kommen Tabellen und ein Stadtplan: Je nach Lage und Ausstattung der Wohnung müssen Zuschläge und Abschläge berechnet werden, um die ortsübliche Miete zu ermitteln.

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