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Miet-Irrsinn: So schlimm ist es wirklich

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München  -  München ist beim Thema Immobilienpreise traurige Spitze – und neue Zahlen zeigen jetzt, wie heftig es wirklich ist.

Der aktuelle Zehnjahres-Vergleich des Portals immowelt.de macht den Wohn-Wahnsinn deutlich: Die Münchner Mieten sind demnach seit 2004 um 27 Prozent gestiegen, die Kaufpreise sogar um 53 Prozent!

In keiner anderen deutschen Großstadt ging die Entwicklungskurve steiler nach oben. Pro Quadratmeter Wohnfläche zahlen Käufer in der Landeshauptstadt aktuell 5192 Euro. Das sind 1748 Euro mehr als in Frankfurt (3444 Euro), der zweitteuersten Stadt Deutschlands. Und es ist mehr als das Doppelte von dem, was Käufer in der schicken Stadt Düsseldorf (2480 Euro) hinblättern müssen.

Dabei schien die Tendenz vor fünf Jahren noch ganz anders: 2009 zahlten Käufer mit 2978 Euro pro Quadratmeter zwölf Prozent weniger als wiederum fünf Jahre zuvor. Als dann aber nach der Finanzkrise die Immobilie als Wertanlage wieder aufkam, explodierten die Preise. Sie stiegen in fünf Jahren um 74 Prozent!

Und bei den Mieten sind Höchstpreise eh die Regel. Selbst zwischen 2004 und 2009, als in fast allen der 14 untersuchten deutschen Städten die mittleren Angebotsmieten bis zu 18 Prozent sanken, kletterten sie in München noch leicht nach oben. Im ersten Quartal 2014 mussten Münchner nun 14,30 Euro pro Quadratmeter zahlen. Immerhin: Mit insgesamt 27 Prozent Steigerung zwischen 2004 und 2014 wurde das Niveau der Inflation (rund 20 Prozent innerhalb von zehn Jahren) zwar überschritten, faktisch wurde das Wohnen dabei aber „nur“ sieben Prozent teurer.

Die ernüchternde Einschätzung der immowelt.de-Experten: Die Preisspirale wird sich in München weiter nach oben drehen – daran werde vermutlich auch die für 2015 geplante Mietpreisbremse nichts ändern.

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